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Das AOK PLUS-Blog

Herzlich Willkommen auf unserem AOK PLUS-Blog. Hier schreibt ein buntes Autoren-Team aus der Unternehmenskommunikation. Wir sind echt grün: vom AOK-Urgestein bis zum Trainee. Wir posten zu hoffentlich allgemein interessierenden Neuigkeiten aus der Gesundheitsbranche, geben Einblicke in die AOK-Welt und teilen auch gerne unsere persönliche Sicht der Dinge. Weil Kommunikation nicht auf der Einbahnstraße funktioniert, laden wir Sie ein, unsere Beiträge zu kommentieren, Fragen zu stellen und Ihre Meinung mitzuteilen. Sie sind uns wichtig und willkommen.

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Lückenlose Vorsorge fürs Leben

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Die „Einjahresuntersuchung“ (U6) für meine kleine Tochter steht an. Was ich in dieser Häufigkeit bisher nur vom meinem Auto kannte, ist auch für meinen anderen Schatz notwendig. Also ab zum „Kinder-TÜV“. Am Tresen angekommen, übergebe ich sorgfältig das gelbe „Scheckheft“. Gute Pflege will halt lückenlos dokumentiert sein. Auf die […]

06.06.2017Autor: Alexander FugmannRubrik: Versorgung und Innovation 1

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Die „Einjahresuntersuchung“ (U6) für meine kleine Tochter steht an. Was ich in dieser Häufigkeit bisher nur vom meinem Auto kannte, ist auch für meinen anderen Schatz notwendig. Also ab zum „Kinder-TÜV“. Am Tresen angekommen, übergebe ich sorgfältig das gelbe „Scheckheft“. Gute Pflege will halt lückenlos dokumentiert sein.

Auf die Hebebühne

Mit einer einfachen Messung von Kopfumfang, Körpergröße und Gewicht starten wir sanft in die Untersuchung. Durch einfache Übungen untersucht die Kinderärztin, ob meine Tochter den Pinzettengriff – also das Greifen mit Daumen und Zeigefinger – beherrscht oder krabbeln und sitzen kann. Bei diesen
scheinbar zwanglosen Übungen kann sich die Ärztin ein Bild vom Entwicklungsstand machen. Das Seh- und Hörvermögen wird durch Rufen des Namens oder durch Zeigen von Gegenständen überprüft. Alles im grünen Bereich.
Danach kommt es unweigerlich zum großen Finale. Sowas wie der Ölwechsel. Die Impfung. Unter großem Geschrei wird der finale Piecks gesetzt. Ich kann nur zuschauen und mitleiden. Das müssen wir beide durchstehen – immerhin besser als Masern. Am Ende wird alles sorgsam im gelben Heft dokumentiert. Geschafft, die Plakette ist erteilt. Keine Beanstandungen.

Zehn Check-Ups für den Nachwuchs

Bis etwa zur Einschulung erwarten uns vier weitere Vorsorgetermine. Insgesamt sind es zehn Untersuchungen von der ersten Lebensstunde bis zum sechsten Lebensjahr, U1 bis U9. Diese werden von den meisten Eltern im Interesse ihrer Kinder sehr gut in Anspruch genommen. Obwohl dazu keine Pflicht besteht. Beteiligungsquoten von über 96 Prozent belegen das.

Riesige Vorsorgelücke

Und danach? Mit der U9 (6 Jahre) endet häufig dieser „Kinder-TÜV“. Es klafft eine riesige Vorsorgelücke. Erst mit der J1, für 12- bis 15-jährige Teenager, ist gesetzlich ein weiterer Besuch beim Kinderarzt vorgesehen. Da liegen ganze sechs Jahre dazwischen. Die J1, so haben es meine AOK-Kollegen recherchiert, wird daher nur noch von ca. 44 Prozent der AOK-versicherten Kinder wahrgenommen.

Viele Entwicklungsstörungen bleiben unentdeckt

Dabei sind alle Vorsorgeuntersuchungen wichtig, sagt Kinderärztin Susanne Bernadeau aus Weißensee bei Sömmerda. Mit ihr habe ich über die Vorsorgeuntersuchungen gesprochen. Viele Entwicklungsstörungen während des Grundschulalters z.B. Kurzsichtigkeit, Haltungsstörungen, Über- oder Untergewicht bleiben so möglicherweise unentdeckt, gibt sie zu bedenken. Da die Kinder nicht mehr so anfällig für Infekte sind wie im Vorschulalter, sehen sie oft jahrelang keinen Arzt mehr.

Keine zusätzlichen Kosten

Um diese Lücke zu schließen, werden bei der AOK PLUS auch die wichtigen Untersuchungen zur U10 (7-8 Jahre) und U11 (9-10 Jahre) übernommen. Neben den Untersuchungen der körperlichen Entwicklung begutachtet Susanne Bernadeau bei der U10 und U11 auch die psychische Verfassung, das Sozialverhalten, Medienkonsum und Ernährungsverhalten der Kinder.

„Über Probleme reden, auch ohne die Eltern“

Die sich anschließende J1 und J2 sind die letzten größeren Vorsorgeuntersuchungen, bevor die Jugendlichen ins Erwachsenenalter starten. Bei diesen Kontrollen geht es nicht nur um die körperliche und geistige Entwicklung der Patienten.

Erinnerungsservice

Bis 2016 bekamen Eltern von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) noch Einladungen für die nächste U-Untersuchung zugeschickt. Laut KVS ist aber das Sächsische Kindergesundheits- und Kinderschutzgesetz, das diese Praxis regelte, außer Kraft getreten und damit auch die offiziellen Einladungen. Aber kein Grund zur Sorge – bei der Gesundheitskasse gibt es einen engmaschigen Erinnerungsservice, der jede U-Untersuchung ankündigt. Wer die Untersuchung wahrnimmt, bekommt sogar einen Gutschein, mit dem man sich in der Filiale ein kleines Geschenk abholen kann.

Kommentare (1)

  • Anja Dietel

    am 23.06.2017 um 10.19 Uhr

    ein sehr gelungener Beitrag – der genau den Kern trifft .
    Besonders die praktische Aufbereitung ist sehr nützlich für die jungen Familien .

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