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Von ganz dicken Brettern – AOK-Vorschläge, wie gute Pflege auch in zehn Jahren funktionieren kann

Finanzielle Überlastung, zu wenig Fachkräfte, unübersichtliche Angebote – das System Pflege bröckelt an vielen Enden. Eine grundsätzliche Sanierung ist angebracht.

23.03.2021Autor/in: Dörte HartungRubrik: Versorgung und Innovation 0

Das Reformarbeitspapier des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) von Mitte März konkretisiert die Vorstellungen der zukünftigen Pflegeausrichtung. Die AOK PLUS positioniert sich dazu und legt eigene Ideen zur Weiterentwicklung der Pflege vor.

Nah am Menschen gedacht

Das Pflegesystem flexibler ausrichten, Pflege als regionale Aufgabe begreifen und eine solide Finanzierung im Hintergrund – das sind die drei Maßstäbe der AOK für eine zukünftige Pflege. Die AOK setzt auf die Unterstützung der individuellen Fähigkeiten und Ressourcen der pflegebedürftigen Menschen. Sie sollen gestärkt werden, um ein möglichst autonomes und selbstständiges Leben zu führen. Pflegebedürftige sollen z. B. über Budgets einfacher und bedarfsgerechter ihre benötigten Leistungen wählen können, die bisher existierenden Grenzen zwischen dem ambulanten und stationären Sektor sollen aufgehoben werden. Die Menschen sollen ihre Versorgung – ärztliche, pflegerische oder präventive – aus einem Guss erleben. Und so sollen auch die Beratungen der Kranken- und Pflegekassen aus einer Hand kommen.

Regional gestalten statt zentral verwalten

Als einen wichtigen Partner sieht die AOK die Kommunen an. Den Bedarf und die Infrastruktur sollen sie zukünftig gemeinsam mit den Pflegekassen vor Ort planen. Damit könnte gezielt eine passgenaue Pflegeangebotsstruktur (z. B. Angebot von Kurzzeitpflegeplätzen) aufgebaut werden, was den Menschen vor Ort zu Gute kommt. Die Pflegekassen entscheiden dann, mit welchen Leistungserbringern sie Verträge abschließen. Es nützt den Menschen auf dem Land nichts, wenn es in ihrer Gegend kaum Anbieter für professionelle Pflege gibt, in der Stadt aber umso mehr. Hier könnte man gezielter steuern und so die Versorgung sichern.

Finanzierungsmix

Im Gegensatz zum Reformarbeitspapier setzt die AOK weiter auf die bestehende Finanzierungssystematik, will diese allerdings auf breitere Füße stellen und systematisch weiterentwickeln. Ein Bundeszuschuss von rund 3 Milliarden Euro im Jahr würde das finanzielle Fundament der Versicherung stärken. Um die Pflegebedürftigen vor Überforderung zu schützen, sollte der Betrag von der Pflegekasse je Pflegegrad dynamisch ansteigen. Auch die Länder müssen ihrer Verpflichtung nachkommen und die Pflege mit sicherstellen, indem sie für die Heimbewohner die Investitionskosten übernehmen. In Sachsen und Thüringen entspräche das einer Entlastung je Heimbewohner von etwa 370 Euro monatlich.

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