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„Mit einem elektronischen Impfpass gäbe es weniger Impfdefizite!“

Davon zumindest ist Kornell Adolph, Programmleiter Digitalisierung und Innovation bei der AOK PLUS sowie Leiter der Initiative AOK Mein Leben / elektronische Patientenakte (ePA) der AOK-Gemeinschaft, überzeugt. Wieso das so ist, erklärt er im kurzen Interview.

12.10.2021Autor/in: Franziska MärtigRubrik: Allgemein, Grüner Kosmos und AOK-Welt, Nachgefragt und Nachgehakt, Versorgung und Innovation 0

Herr Adolph, wären wir mit einem etablierten eImpfpass schon weiter in der aktuellen Impfkampagne?

Ja, das wären wir! Natürlich überzeugt ein digitaler Impfpass keine Impfgegner. Aber diejenigen, die ihren Impfpass nicht finden, Folgeimpfungen vergessen oder noch keine Zeit hatten, sich impfen zu lassen, erreicht man sehr gut mit einem eImpfpass. Das zeigen unsere Kundenbefragungen zum eImpfpass der AOK PLUS. Egal, um welche Impfung es geht: Der eImpfpass macht den eigenen Impfstatus und Impfdefizite auch für Laien transparent und erinnert an ausstehende Impfungen. Der eImpfpass zeigt zudem Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Sächsischen Impfkommission (SIKO). Das macht für den Nutzer des eImpfpasses das mögliche Risiko einer Nichtimpfung deutlich. Dieses Wissen um den eigenen Gesundheits- und Impfstatus motiviert viele unserer Kunden, ihre Impflücken zu schließen!

Woran hapert es mit der schnellen Umsetzung des eImpfpasses?

Die AOK PLUS ist bislang die einzige Krankenkasse in Deutschland, die einen eImpfpass in diesem Umfang anbietet. Den eImpfpass und die elektronische Patientenakte (ePA) sehen wir als große Chance für eine vernetzte, bessere medizinische Versorgung. Doch der aktuelle Flickenteppich der Angebote ist kontraproduktiv – sowohl für unsere Kunden als auch für Ärzte: Es gibt über 120 Verwaltungssoftwares für Arztpraxen und Krankenhäuser! Mit vielen Lösungen ist das niedrigschwellige Einstellen von Daten in den eImpfpass oder in die ePA nicht möglich. Die Mediziner müssen also neue Software kaufen, sich selbst bzw. das Praxispersonal schulen und in die Praxisabläufe integrieren. Das kostet Geld und vor allem Zeit und erschwert so die schnelle Etablierung.

Was tut die AOK PLUS für die zügige Umsetzung?

Wir unterstützen die Praxen sowohl finanziell als auch mit intensiver Beratung bei der Anbindung von ePA und eImpfpass: Wir zahlen für neue Software einen Investitionszuschuss. Zudem gehen unsere Vertragspartnerberater und speziell geschulte Digitallotsen mit dem Thema in Arztpraxen, Medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäuser und leisten dort ganz praktische Hilfe. Weiterhin haben wir die örtlichen Kassenärztlichen Vereinigungen mit einem Modellvertrag an Bord, sodass diese auf ihren Kanälen ebenfalls dazu kommunizieren. Jeder impfende Arzt bekommt ein Infopaket zum eImpfpass. Unsere Kunden führen wir in unseren Filialen an das Thema eImpfpass, ePA und Co. in vertraulicher Atmosphäre heran. Die ersten Ergebnisse aus den Pilotfilialen sind vielversprechend.

Gibt es einen Lichtblick, wann Patienten eImpfpass und ePA richtig gut nutzen können?

Ja, denn ab Januar 2022 müssen alle niedergelassenen Ärzte die ePA unserer Versicherten mit Impfdaten füllen. Jedoch bietet die ePA-Umsetzung aktuell weniger Funktionen als der eImpfpass der AOK PLUS. Wir bringen die Kundenerwartungen und unsere Lernerfahrungen auf AOK- und GKV-Gemeinschaftsebene ein, um das Produkt Impfdokumentation in der ePA kundenorientiert weiterzuentwickeln. Gern möchten Kunden beispielsweise Impfungen der letzten Jahre ergänzen können und den Impfstatus der gesamten Familie in einer Übersicht haben. Fakt ist: Wir brauchen anwenderfreundliche digitale Angebote, die den Menschen im Alltag konkret helfen, ihren Gesundheitszustand besser zu kennen!

Kornell Adolph, Programmleiter Digitalisierung und Innovation bei der AOK PLUS sowie Leiter der Initiative AOK Mein Leben / elektronische Patientenakte (ePA) der AOK-Gemeinschaft. © Paulina Hildesheim / AOK PLUS.

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