Neuer Beitragssatz ab 2023

Ab 2023 gilt ein neuer Beitragssatz für AOK-Versicherte in Sachsen und Thüringen. Erfahren Sie mehr zu den Hintergründen und welche Zusatzleistungen auch im neuen Jahr in Ihrem Beitrag drinstecken.

Inhalte im Überblick

    Zusatzbeitrag wird angehoben

    Zum Jahreswechsel haben viele Krankenkassen ihren Beitragssatz angepasst. Auch der Verwaltungsrat der AOK PLUS für Sachsen und Thüringen hat eine Anpassung am 16.12.2022 beschlossen. 

    Ausschlaggebend sind vor allem politische Entscheidungen. Sie geben den Krankenkassen immer weniger Spielraum, den Beitragssatz für ihre Versicherten stabil zu halten. Dazu zählt auch, dass die Bundesregierung erneut die Rücklagen aller Krankenkassen einfordert. Damit werden der AOK PLUS die Rücklagen entzogen, die dafür gedacht waren, den Beitrag stabil zu halten. Die Details zu den Hintergründen erfahren Sie in unseren FAQs.

    Konkret bedeutet das für Versicherte der AOK PLUS, dass der Zusatzbeitrag ab dem 1. Januar 2023 um 0,3 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent angehoben wird. In Summe beträgt der neue Krankenkassenbeitrag 16,1 Prozent.

    Weiterhin stabil bleiben natürlich unsere vielen Zusatzleistungen, der gewohnt gute Service und das dichte Filialnetz in Sachsen und Thüringen.

    Neuer Beitragssatz

    So setzt sich Ihr Krankenkassenbeitrag zusammen

    • Allgemeiner Beitragssatz: 
      Dieser ist für alle Krankenkassen gleich und bleibt auch im Jahr 2023 unverändert bei 14,6 Prozent (ermäßigt 14,0 Prozent).
    • Kassenindividueller Zusatzbeitrag: 
      Dieser liegt bei der AOK PLUS ab 2023 bei 1,5 Prozent.

    Hintergründe zur Beitragssatzanpassung

    • Wie wird die Gesetzliche Krankenversicherung finanziert?

      Die Beitragsgelder der Solidargemeinschaft von Arbeitnehmern und Arbeitsgebern werden an den Gesundheitsfonds gezahlt. Ebenso fließen die Beiträge von Rentenbeziehern, freiwillig Versicherten und die zu zahlenden Beiträge der Bundesagentur für Arbeit / Jobcenter an den Gesundheitsfonds. Hinzu kommt ein Steuerzuschuss aus dem Bundeshaushalt. Der Gesundheitsfonds verteilt an die gesetzlichen Krankenkassen das Geld zur Versorgung ihrer Versicherten. Dabei werden Merkmale wie etwa Alter, Wohnort der Versicherten und Krankheitslast der Menschen mitberücksichtigt.

    • Warum muss die AOK PLUS ihren Beitragssatz erhöhen?

      Die AOK PLUS hat in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet. Dass nun eine Beitragssatzanpassung erforderlich ist, folgt als logische Konsequenz der Gesundheitspolitik. Überfällige Reformen - zum Beispiel in der Krankenhauslandschaft - wurden aufgeschoben. Erlassene, kostspielige Gesetze konnten die Versorgung nicht verbessern.

      Das aktuelle Finanzstabilisierungsgesetz soll die Finanzierungslücke verkleinern. Den gesetzlichen Krankenkassen schöpft die Politik damit bereits zum zweiten Mal bestehende Rücklagen ab. Im Jahr 2021 hat das die AOK PLUS knapp 700 Millionen Euro gekostet. 2023 sind es etwa 150 Millionen. Dieses Geld, das den Beitragszahlenden in Sachsen und Thüringen gehört, war für deren Versorgung und einen stabilen Beitrag gedacht.

      Zusätzlich belasten die Veränderungen beim Finanzausgleich zwischen den Kassen die Beitragszahler der AOK PLUS. Die Bundespolitik hatte entschieden, ab 2021 mehr Gelder in die Regionen mit höheren Ausgaben und insbesondere in Ballungsräume zu lenken. Diese Gelder fehlen nun in den eher ländlichen Gebieten Sachsens und Thüringens.

    • Wie hoch ist die aktuelle Finanzlücke in der Gesetzlichen Krankenversicherung?

      Die Experten für die Finanzsituation des Gesundheitswesens, der sogenannte Schätzerkreis, sprechen für das Jahr 2023 aktuell von einer Finanzlücke von etwa 26 Milliarden Euro. Diese finanzielle Schieflage beruht hauptsächlich auf den teuren Reformen der vergangenen Jahre, sowie auf den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs. Bereits in 2022 wurde das voraussichtliche Finanzdefizit durch den Schätzerkreis auf 23 Milliarden Euro prognostiziert, trotz eines Bundeszuschusses aus Steuermitteln von 14 Milliarden Euro in diesem Jahr. 

    • Was hat die AOK PLUS dafür getan, damit es nicht zu weiteren Beitragssteigerungen kommt?

      Im laufenden Gesetzgebungsverfahren setzte sich die AOK PLUS bei den Bundestagsabgeordneten und den Landesregierungen für eine gerechtere Verteilung des zu erwartenden Defizits der gesetzlichen Krankenversicherung ein. Der Bundesrat (mit den Landesregierungen von Sachsen und Thüringen) hat viele der Argumente der gesetzlichen Krankenkassen aufgegriffen und sich für Veränderungen am Gesetz stark gemacht. Der Bundestag ist den Positionen jedoch nicht gefolgt. Darüber hinaus hat die AOK PLUS 2021 Klage gegen die Abschöpfung von knapp 700 Millionen Euro aus ihren finanziellen Rücklagen beim zuständigen Sozialgericht eingereicht. Das juristische Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

      Seien Sie sicher - wir bleiben dran: In den nächsten Monaten wird sich die AOK PLUS bei den anstehenden Reformvorhaben im Gesundheitswesen weiterhin dafür stark machen, dass die Versorgungssituation verbessert wird und die Beitragssätze stabil bleiben. Darum kümmern wir uns. Weil uns die Regionen und die Menschen hier am Herzen liegen.

    • Was hat die Gesundheitspolitik für eine stabile Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherung getan?

      Die Gesundheitspolitik hat kaum etwas für eine stabile Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherung getan. Im Gegenteil: Der Bund kommt seiner Verpflichtung nicht nach, den Krankenkassen einen angemessenen Beitrag für die Versorgung der Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen und -Empfänger zu zahlen. Das schwächt die Finanzlage noch mehr. Auch mit dem neuen Bürgergeld besteht diese Situation fort. Allein dadurch ergibt sich eine Finanzierungslücke von etwa zehn Milliarden Euro. In den nächsten Jahren sind folglich Maßnahmen unabdingbar, die die Finanzierung der Krankenkassen breiter aufstellen. Außerdem sind zügig Reformen für eine besser vernetzte Gesundheitsversorgung erforderlich. In Sachsen gehört dazu auch die Öffnung der gesetzlichen Krankenversicherung für Beamtinnen und Beamte, so wie es in Thüringen bereits realisiert wurde.

    • Was kann ich tun, wenn ich mit den steigenden Beitragssätzen und der Gesundheitspolitik nicht einverstanden bin?

      Die Bundespolitik bestimmt zum großen Teil die Gesundheitspolitik. Sie können sich daher an die örtlichen Bundestagsabgeordneten in Ihrem Wahlkreis wenden. Eine gute Übersicht finden Sie auf den Seiten des Deutschen Bundestags. Dort können Sie Abgeordnete u. a. nach Wahlkreis, Bundesland, Fraktion oder PLZ/Ort suchen. Auch das Bundesgesundheitsministerium ist ein kompetenter Ansprechpartner zu allen Fragen der Gesundheitspolitik.

    • Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

      Sie haben die Möglichkeit, bis Ende Januar die Krankenkasse ohne Rücksicht auf eine Bindefrist zu wechseln. Zum Vergleich: Der gesetzlich festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt 2023 bei 1,6 Prozent. Eine Übersicht der Beitragssätze aller Krankenkassen finden Sie unter gkv-spitzenverband.de/krankenkassenliste.pdf.

    Auswirkungen auf den Krankenkassenbeitrag

    Die Höhe Ihres monatlichen Beitrags zur Krankenversicherung richtet sich immer nach Ihrem Einkommen. Anhand der Beispiele in der Tabelle erhalten Sie einen Überblick, mit welchen Mehrausgaben Sie, je nach Bruttoeinkommen, monatlich rechnen müssen.

    Beschäftige und Rentner:
    Sie zahlen nicht selbst den vollen Beitragssatz von 16,1 Prozent. Ihr Arbeitgeber oder die Rentenversicherung beteiligt sich jeweils zur Hälfte daran.

    Arbeitssuchende:
    Personen, die Arbeitslosengeld I oder II erhalten, zahlen ihren Beitrag zur Krankenversicherung nicht selbst.

    mtl. Bruttoeinkommenmtl. Mehrausgaben halber Beitrag (z.B. Arbeitnehmer, Rentner)mtl. Mehrausgaben voller Beitrag (z.B. Selbständige, freiwillig Versicherte)
    1000 €1,50 €3,00 €
    1500 €2,25 €4,50 €
    2000 €3,00 €6,00 €
    2500 €3,75 €7,50 €
    3000 €4,50 €9,00 €
    3500 €5,25 €10,50 €
    4000 €6,00 €12,00 €
    4500 €6,75 €13,50 €
    5000* €7,48 €14,96 €
    *Beitragsbemessungsgrenze liegt 2023 bei 4987,50 €.
    Hinweis für Selbstzahler: Sie erhalten im Januar einen Beitragsbescheid mit den aktualisierten Beiträgen ab 2023.

    Aus Liebe zur Gesundheit

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    Vertrauen Sie weiterhin auf unsere vielfältigen Zusatzleistungen. Mehrere unabhängige Vergleiche haben gezeigt, die Gesundheitskasse aus Sachsen und Thüringen gehört zu den besten Krankenkassen deutschlandweit. 

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    Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Vorteilen und Leistungen.

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    Aktualisiert: 04.01.2023