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Umfrage belegt: Patienten erwarten professionelle Unterstützung durch ihre Krankenkasse

AOK-Kompetenzcenter Medizin half fast 3.800 Patienten bei vermuteten Behandlungsfehlern

03.02.2015

Kiel. Die Mehrheit der Menschen (77 Prozent) in Schleswig-Holstein erwartet von ihrer gesetzlichen Krankenkasse professionelle Unterstützung, wenn sie einen ärztlichen Behandlungsfehler vermuten. Das ergab eine repräsentative Umfrage, deren Ergebnisse die AOK NORDWEST heute in Kiel vorstellte. Insgesamt 79 Prozent erwarten Hilfe durch eigene Juristen und Ärzte der Krankenkasse und sogar 88 Prozent halten es für eine „gute oder sehr gute Idee“, wenn die Kasse deshalb sogar einen Prozess führt. „Das zeigt eindrucksvoll, dass sich die Menschen eine kompetente Hilfe ihrer Krankenkasse bei der Aufklärung von Behandlungsfehlern wünschen. Diese Hilfe geben wir unseren Versicherten mit einer fachkundigen Beratung durch unsere Experten im AOK-Kompetenzcenter Medizin. Damit stärken wir die Rechte der Patienten und profilieren uns als Anwalt unserer Kunden“, erklärte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.  

Rund 3.800 AOK-Versicherte in Schleswig-Holstein nutzten seit Gründung des AOK-Kompetenzcenters vor fast 15 Jahren das in dieser Form bundesweit einmalige Serviceangebot. Das zehnköpfige Team um Priv.-Doz. Dr. med. habil. Holger Thomsen stand den Betroffenen und deren Angehörigen mit fachkundiger Beratung und praktischer Hilfe zur Seite. Rund 760 vermutete Behandlungsfehler wurden davon bestätigt und weiterverfolgt. „Dabei haben wir gerichtlich oder im Vergleich mit Haftpflichtversicherern bisher insgesamt 15,3 Millionen Euro erfolgreich durchgesetzt“, so PD Dr. Thomsen.

In rund 80 Prozent der Fälle wird kein beweisbarer Medizinschaden festgestellt oder es handelt sich um unberechtigte Vorwürfe der Patienten. Hier unterstützt die AOK die Ärzte und sonstigen Behandler bei der Aufklärung der Patienten. In den verbleibenden 20 Prozent ergeben sich allerdings weitere Anhaltspunkte für einen Behandlungsfehler. In diesen Fällen koordinieren die AOK-Experten zum Beispiel externe Gutachten und bewerten diese, fertigen selbst welche an und stellen diese den Versicherten kostenlos zur Verfügung.

Wenn Vergleichsverhandlungen der AOK mit den Haftpflichtversicherern scheitern, wird der Klageweg beschritten. Dabei darf die AOK nur ihre eigenen Ansprüche geltend machen. Anfallende Anwalts- oder Prozesskosten für ihre Kunden darf die AOK nicht übernehmen. „Allerdings können unsere Versicherten auf die Beweislage im Regressprozess der AOK NORDWEST zurückgreifen und auf diesem Wege ihr Prozesskostenrisiko bei der Durchsetzung eigener Forderungen wie Schadenersatz oder Schmerzensgeld minimieren“, so PD Dr. Thomsen. Mit diesem besonderen Angebot hat die AOK NORDWEST im bundesweiten Vergleich im Verbrauchermagazin ÖKO-TEST (Ausgabe 10/2014) als einzige der 44 getesteten Krankenkassen den ersten Platz belegt.  

Vor allem in den operativen Fachrichtungen wie Chirurgie, Orthopädie oder Gynäkologie wird häufig der Vorwurf eines Behandlungsfehlers erhoben. „Hier sind mögliche Fehler für die Versicherten eher ersichtlich, zum Beispiel bei Lähmungen oder Verbrennungen nach Operationen“, so PD Dr. Thomsen. Doch häufig entstehen Medizinschäden nur deshalb, weil auf eine ohne Verschulden eingetretene Komplikation nicht richtig oder nicht rechtzeitig reagiert wird. Dies passiere zum Beispiel bei Entzündungen in Gelenken nach Injektionen, bei Venenentzündungen, Thrombosen oder bei Bauchfellentzündungen nach operativen Eingriffen im Bauchraum.

In diesem Zusammenhang kritisiert Thomsen die oft mangelhafte Kommunikation bei Behandlungsfehlervorwürfen zwischen Ärzten und ihren Patienten. „Anstatt konstruktiv mit ihren Patienten zusammenzuarbeiten und mit zur Klärung des Sachverhalts beizutragen, meiden die betroffenen Mediziner häufig den Dialog mit dem Patienten“, so PD Dr. Thomsen.

Forderungen an Ärztekammer und Gerichte
Ärger gibt es immer wieder bei der Schadensregulierung durch Haftpflichtversicherungen. AOK-Chef Litsch fordert deshalb von der Ärztekammer Schleswig-Holstein, die gesetzliche Verpflichtung einer hinreichenden Versicherung der Mediziner gegen Haftpflichtansprüche verbindlich zu kontrollieren und bei Nichteinhaltung zu sanktionieren, damit der Arzt bei möglichen Behandlungsfehlern abgesichert ist und Schadenersatzansprüche zugunsten der Geschädigten auch realisiert werden können.

An die zuständigen Gerichte appelliert Litsch, künftig die Gutachten medizinischer Sachverständiger kritischer und objektiver zu würdigen.

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