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Starke Schwankungen im Corona-Jahr: Arzneimittel-Ausgaben in Schleswig-Holstein deutlich gestiegen

Pressemitteilung

Patentgeschützte Arzneimittel treiben weiterhin Kosten in die Höhe

Kiel (21.05.2021). In Schleswig-Holstein sind die Ausgaben für Arzneimittel deutlich gestiegen: Im vergangenen Jahr verordneten die niedergelassenen Ärzte im Land für die rund 2,5 Millionen gesetzlich Versicherten Medikamente im Wert von über 1,46 Milliarden Euro. Das ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 56 Millionen Euro (3,9 Prozent). Dies teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis der aktuellen Statistiken des GKV-Spitzenverbandes mit. „Hauptursache dieses Anstiegs und Kostentreiber sind nach wie vor die neuen patentgeschützten Arzneimittel. Setzt sich dieser Trend weiter fort, wird die Entwicklung der Preise für die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen in Zukunft noch bedrohlicher“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Auffällig ist, dass die Ausgaben im ersten Quartal des Jahres 2020 besonders stark angestiegen sind. Hier lag die Steigerung bei 11,6 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres. Spitzenreiter war der Monat März. Hier stiegen die Arzneimittelausgaben um 18,5 Prozent im Vergleich zum März 2019. „Die Ursache liegt unter anderem darin, dass sich zu Beginn der Corona-Pandemie chronisch Kranke und andere Risikogruppen mit Medikamenten für die folgenden Monate bevorratet haben. Viele wollten den Arztbesuch vermeiden und damit ein Infektionsrisiko mit dem Coronavirus möglichst gering halten“, so Ackermann. Dieser Vorzieheffekt habe sich im Laufe des Jahres aber wieder relativiert. Nachdem die Ausgaben dann im April um 1,6 Prozent und im Mai um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgingen, stiegen sie in den folgenden Monaten wieder deutlich an. Im zweiten Lockdown im Dezember kam es zu einer Steigerung von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Neben den Corona-bedingten Mehrausgaben sind nach wie vor die neuen patentgeschützten Arzneimittel Hauptursache des Kostenanstiegs. Und die Hochpreisstrategie der Pharmaindustrie bei den patentgeschützten Arzneimitteln belastet die Krankenkassen erheblich. Hintergrund ist, dass bei patentgeschützten Arzneimitteln Hersteller in Deutschland nach wie vor für die ersten zwölf Monate den Preis ihres neuen Arzneimittels frei festlegen und Mondpreise dafür verlangen können. Erst nach einem Jahr gilt ein zwischen dem Anbieter und dem GKV-Spitzenverband auf der Grundlage der frühen Nutzenbewertung ausgehandelter Erstattungspreis. „Um der Hochpreisstrategie der Pharmafirmen zu begegnen, sollten sich die Erstattungspreisverhandlungen stärker am Zusatznutzen eines Wirkstoffs orientieren und die verhandelten Preise rückwirkend ab dem ersten Tag des Marktzugangs gelten“, so Ackermann.

Im Durchschnitt bekam 2020 jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für über 586 Euro verordnet. Damit lag Schleswig-Holstein unter dem bundesweiten Wert von 683 Euro. Insgesamt haben die Patienten im vergangenen Jahr Zuzahlungen für Arzneimittel in Höhe von über 81 Millionen Euro geleistet, das sind durchschnittlich mehr als 32 Euro je Versicherten.

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Die Ausgaben für Medikamente steigen weiter: In 2020 verordneten die niedergelassenen Ärzte im Land Medikamente im Wert von über 1,46 Milliarden Euro.

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Grafik: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
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