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Rückgang in der Corona-Pandemie: Weniger sexuell übertragbare Erkrankungen (STI) in Westfalen-Lippe im letzten Jahr

Pressemitteilung

Dortmund (14.10.2020). Die Anzahl der sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI) in Westfalen-Lippe ist wieder etwas zurückgegangen. Im vergangenen Jahr waren 15.421 Fälle zu verzeichnen und damit 5,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor (16.389). Das teilte die AOK NORDWEST heute auf Basis einer aktuellen Auswertung mit. Ursache für den leichten Rückgang könnte auch die Corona-Pandemie gewesen sein. Kontaktbeschränkungen und die Angst vor Covid-19 hat vermutlich in vielen Fällen intime körperliche Kontakte reduziert. „Oft verursachen sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt. Doch wenn sexuell übertragbare Erkrankungen frühzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Regel gut behandeln und sind in den meisten Fällen auch heilbar. Deshalb sollte bei Verdacht auf eine STI auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, sagt Dr. Thorsten Sebens, Mediziner bei der AOK NORDWEST.

Laut der AOK-Auswertung traten sexuell übertragbare Erkrankungen (STI) in 2020 am häufigsten im Alter von 20 bis 39 Jahren auf. Wenn auch gegenüber 2019 etwas gesunken, steht hierbei die Altersgruppe der 30 bis 34-Jährigen an der Spitze dieser Erkrankungen. Dabei liegt der Anteil der Männer mit 52,4 Prozent etwas höher als der der Frauen aus dieser Altersgruppe mit 47,6 Prozent. Im Vergleich dazu ergibt sich in der Altersgruppe der 20 bis 24-Jährigen ein ganz anderes Bild. Hier sind die jungen Frauen mit 64,6 Prozent häufiger betroffen als die gleichaltrigen Männer (35,4 Prozent).

Am häufigsten wurden bei den STI anogenitale (venerische) Warzen diagnostiziert gefolgt von akuter Virushepatitis B und Herpes Simplex. Es folgen Chlamydien und Syphilis. Zu den häufigsten Anzeichen von STI gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden sowie Unterbauchschmerzen. „Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Eine Chlamydien-Infektion kann zum Beispiel die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Dr. Sebens.

Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten sei es daher wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. „Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion,“ sagt Dr. Sebens weiter.

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte STI der anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen) sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs verursachen. Doch das Thema ist damit keine reine Frauensache. Auch viele Männer und Jungen sind damit infiziert. Deshalb können sie nicht nur den Erreger übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Impfempfehlung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl für Mädchen als auch auf Jungen.

In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von sechs Monaten mit einer Spritze geimpft. Die Impfung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte. Als besondere Mehrleistung erstattet die AOK NORDWEST 80 Prozent der Impfkosten auch für junge Frauen und Männer ab einem Alter von 18 Jahren bei Vorlage der Belege für den Impfstoff und das Arzthonorar im Rahmen des AOK-Gesundheitsbudgets bis maximal 500 Euro pro Jahr.

Mehr Informationen zur Früherkennung gibt es im Internet unter www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.liebesleben.de.

Bilder

Die Anzahl der sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI) in Westfalen-Lippe ist wieder etwas zurückgegangen. Frühzeitig erkannt, lassen sie sich in der Regel gut behandeln.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0800 2655-505528
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