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Rückgang in der Corona-Pandemie: Deutlich weniger Krätze-Fälle in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung

Kiel (19.10.2021). Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der Krätze-Fälle in Schleswig-Holstein geführt. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NORDWEST hervor. Danach wurden im nördlichsten Bundesland fast 10.500 Fälle verzeichnet, rund 22 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor mit über 13.400 Fällen. „Wir gehen davon aus, dass auch die Corona-Pandemie Ursache für den Rückgang ist, denn die Infektion mit der ansteckenden Hautkrankheit geschieht meist durch engen Hautkontakt mit Erkrankten. Die Kontaktbeschränkungen und die Angst vor Covid-19 haben vermutlich in vielen Fällen körperliche Kontakte reduziert“, sagt AOK-Vor-standschef Tom Ackermann.

„Der Rückgang wird auch bei den Medikamenten-Verordnungen deutlich“, sagt Ackermann. So sank die Anzahl der Verordnungen für Medikamente wie Salben und Tabletten, die üblicherweise bei der Behandlung von Krätze eingesetzt werden, allein bei den AOK-Versicherten in Schleswig-Holstein in 2020 gegenüber dem Vorjahr um über 18 Prozent. Die Gesamtausgaben für die Medikamente lagen 2020 bei rund einer Millionen Euro.

Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten, so genannte Krätzmilben, ausgelöst wird. Lange Zeit schien diese Erkrankung vergessen zu sein. Doch die Zahlen belegen, dass sie wieder auf dem Vormarsch ist. Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Durch den starken Juckreiz ist die Haut oft mit blutigen Kratzspuren übersät. Die Symptome entstehen vor allem durch eine Hautentzündung. Denn wenn Krätzmilben die Haut besiedeln, wird die Haut geschädigt. Dadurch reagiert das Immunsystem und es kommt zu entzündlichen Prozessen mit den typischen Hautveränderungen. Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht schon aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung mit Krätze jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun.

Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je mehr Krätzmilben sich auf der Hautfläche befinden. Direkt von Mensch zu Mensch ist die gewöhnliche Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Dementsprechend sind Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten mit gewöhnlicher Skabies ohne Risiko. Auch eine indirekte Übertragung über Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. So kann es auch in Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen zur Ansteckung kommen.

Um Krätze schnell wieder los zu werden, ist im Erkrankungsfall eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig. Diese zielen vor allem darauf ab, die Milben mitsamt Larve und Eiern abzutöten. „Hygiene und ein gestärktes Immunsystem spielen für den Verlauf eine große Rolle“, so Ackermann. Häufiges Duschen oder Baden und ein guter Immunstatus erschweren die Vermehrung der Milben. Sinnvoll ist es, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Geht dies bei bestimmter Kleidung nicht, dann kann diese für mindestens zwei Stunden im Gefrierschrank bei mindestens Minus 25 Grad aufbewahrt werden. Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt werden. Außerdem sollten Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden.

Bilder

Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der Krätze-Fälle in Schleswig-Holstein geführt. Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Krätzmilben ausgelöst wird.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
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