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Pandemie sorgte für noch stärkere Rückgänge: Krebs-Früherkennung in Westfalen-Lippe zu wenig genutzt

Pressemitteilung

AOK-Kampagne soll zur Teilnahme motivieren

Dortmund (20.10.2021). In Westfalen-Lippe werden Krebs-Früherkennungsuntersuchungen nach wie vor zu wenig genutzt. Besonders im Pandemie-Jahr 2020 gab es starke Einbrüche. Das zeigt eine aktuelle AOK-Auswertung der AOK NORDWEST. „Durch die Krebsvorsorge ist es möglich, bereits Frühstadien von Krebs zu erkennen. Die Chance der frühen Diagnostik sollte daher unbedingt genutzt werden, angefangen bei der Brustkrebsfrüherkennung bis hin zum Hautkrebs-Screening“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Mit der Kampagne ‚Deutschland, wir müssen über Gesundheit reden‘ will die AOK gegensteuern und die Aufmerksamkeit für das Thema Krebs-Früherkennung erhöhen. Denn nach den Ergebnissen einer aktuellen forsa-Befragung sprechen viele Menschen in Westfalen-Lippe nicht gern über das Thema und verdrängen es oftmals.

Das Pandemie-Jahr 2020 führte zu starken Einbrüchen bei der Krebsvorsorge: So waren bei der der Früherkennung von Hautkrebs (minus 11,5 Prozent gegenüber 2019) zu verzeichnen. Die Auswertung zeigt auch deutliche Rückgänge der Teilnahmequoten gegenüber dem Vorjahr beim Mammografie-Screening von sieben Prozent sowie bei der Prostatakrebs-Früherkennung von 8,9 Prozent. Bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs war ein Minus von 6,1 Prozent und bei den Koloskopien zur Früherkennung von Darmkrebs von 2,5 Prozent festzustellen. „Hier wäre der Rückgang ohne die Pandemie vielleicht ausgeblieben. Denn seit Anfang 2019 können Männer schon ab 50 statt ab 55 Jahren an der Vorsorge teilnehmen. Zudem werden seit Mitte 2019 Anspruchsberechtigte per Anschreiben von ihrer Krankenkasse zu dieser Vorsorge eingeladen“, erläutert Ackermann die Ergebnisse. Wenn neben den Früherkennungs-Koloskopien auch alle diagnostischen Darmspiegelungen im ambulanten und stationären Bereich in die Betrachtung einbezogen werden, ergebe sich aber im Jahr 2020 insgesamt ein Rückgang von 8,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Die ausgebliebene Diagnostik in der Pandemie dürfte nach Einschätzung der Experten gesundheitliche Folgen haben, wenn Tumore erst später erkannt werden.

Auch vor der Pandemie zu geringe Inanspruchnahme
Eine Langzeit-Auswertung auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten für die Jahre 2011 bis 2020 macht deutlich, dass die Krebs-Früherkennungsuntersuchungen schon vor der Pandemie zu wenig genutzt wurden. So wurden nicht einmal 43 Prozent der anspruchsberechtigten Menschen, die im vergangenen Jahr 65 Jahre alt waren, in den vergangenen zehn Jahren von der Darmkrebs-Früherkennung erreicht. Auch bei der Prostatakrebs-Früherkennung wurden die anspruchsberechtigten Männer insgesamt zu selten oder zu spät erreicht: So nahmen in der Altersgruppe zwischen 54 und 70 nur ein Drittel der Männer in mindestens drei der vergangenen zehn Jahre an der Früherkennung teil. Beim Hautkrebs-Screening nahmen 14 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen zwischen 45 und 70 Jahren im betrachteten Zehn-Jahres-Zeitraum die Früherkennung mindestens vier Mal in Anspruch. Besser sieht es bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs aus: Über 82 Prozent der Frauen zwischen 29 und 40 haben den Empfehlungen entsprechend in mindestens drei von zehn Jahren an der Vorsorge teilgenommen. „Die Auswertung zeigt, dass die Teilnahmeraten bei allen Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung erhöht werden sollten“, sagt Ackermann.

AOK-Kampagne rückt Krebs-Früherkennung in den Fokus
Mit der Kampagne ‚Deutschland, wir müssen über Gesundheit reden‘ will die AOK das Thema Krebs-Früherkennung noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und die Menschen motivieren, die gesetzlich vorgesehenen Untersuchungen wahrzunehmen. „Mit umfassenden Kommunikationsmaßnahmen wollen wir gerade jetzt, in der nach wie vor andauernden Pandemie, einen Anstoß geben, einen Termin bei seinem Arzt oder bei der Ärztin zu vereinbaren und gegebenenfalls versäumte Untersuchungen nachzuholen“, erklärt Ackermann.

forsa-Umfrage: Menschen in NRW offen für Vorsorgethemen
Die Ergebnisse einer aktuellen forsa-Befragung zeigten, dass es sich hier oft um schambesetzte Untersuchungen handele, zu denen man sich überwinden müsse und über die Menschen nicht gern sprechen. So geben 43 Prozent der Befragten in Nordrhein-Westfalen an, selten oder nie im persönlichen Umfeld über Gesundheitsvorsorge oder Vorsorgeuntersuchungen zu sprechen. Etwa jedem sechsten Befragten (17 Prozent) ist es sehr beziehungsweise ein wenig unangenehm oder peinlich darüber zu sprechen. 36 Prozent der Befragten erklärten, dass die Beschäftigung mit Früherkennung und Vorsorge nach ihrer Einschätzung durch Tabus beeinträchtigt wird. Ein überwiegender Teil der Menschen in Nordrhein-Westfalen steht dem Thema Krebsvorsorge laut den Ergebnissen der forsa-Befragung jedoch sehr offen gegenüber. Zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass sie regelmäßig zu Krebsvorsorgeuntersuchungen gehen. Auf der anderen Seite gibt jeder vierte Befragte (25 Prozent) an, dass er sich nicht für Krebsvorsorge interessiert.

Bilder

In Westfalen-Lippe werden Krebs-Früherkennungsuntersuchungen wie das Mammografie-Screening nach wie vor zu wenig genutzt.

Format: JPG

Größe: 672 KB

Fotograf: AOK/hfr

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Die Corona-Pandemie hat die Zahlen für die Krebsfrüherkennung in Westfalen-Lippe noch mal weiter sinken lassen.

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Grafik: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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