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Nur 20 Prozent gehen zur Krebs-Früherkennung in Schleswig-Holstein:

Männer bei eigener Gesundheit oft leichtsinnig

09.07.2015

Kiel. Die meisten Männer kümmern sich mehr um ihr Auto als um ihre Gesundheit. Und wenn doch mal etwas weh tut, ignorieren sie es, statt auf die Signale ihres Körpers zu hören. Auch eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST bestätigt, dass Männer in Schleswig-Holstein beharrliche Vorsorgemuffel sind. Nur etwa jeder fünfte Mann über 45 Jahren (20,3 Prozent) war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. Bei den Frauen hingegen lag der Anteil deutlich höher. Hier nutzten immerhin 39,1 Prozent die Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren. „Sowohl Männer als auch Frauen sollten die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Die Untersuchung ist nichts Schlimmes und erhöht die Sicherheit. Denn wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen”, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch. Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein wurden im nördlichsten Bundesland im Jahr 2012 insge-samt 18.823 Krebs-Neuerkrankungen und 7.862 Todesfälle erfasst.

Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung können Leben retten. Das ist hinlänglich bekannt. Doch insbesondere die Männer gehen eher leichtsinnig mit ihrer Gesundheit um. „Häufig gehen sie bei Schmerzen oder anderen Krankheitssymptomen erst viel zu spät zum Arzt“, so Litsch. Warnzeichen des Körpers und Risiken werden oft ignoriert oder bagatellisiert. Außerdem meiden viele die Früherkennungsuntersuchungen, weil sie ihnen unangenehm erscheinen oder sie sich noch keine Gedanken darüber gemacht haben. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. „Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den Krankenkassen vollständig bezahlt”, so Litsch.

Inanspruchnahme steigt leicht an
Die Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist bei Männern wie Frauen leicht angestiegen. Nutzten bei den Männern im Jahr 2012 insgesamt 18,9 Prozent das Angebot, waren es 19,4 Prozent in 2013 und im vergangenen Jahr 20,3 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung ist bei den Frauen zu beobachten: Hier stieg der Anteil von 38,9 Prozent (2012) auf 39,1 Prozent in 2013 und 2014 an.

Untersuchung für Männer: Prostata und Darmspiegelung
Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf
Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab 50 Jahren wird auf Wunsch einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms und ein Schnelltest auf verbor-genes Blut im Stuhl vorgenommen. Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können im Abstand von mindestens zehn Jahren zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest.

Krebs-Früherkennung für Frauen
Frauen haben ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich Anspruch auf Krebs-Früherkennung. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 30. Lebensjahr ist zusätzlich ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen. Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings durchgeführt werden. Zur Darmkrebsfrüherkennung wird ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms sowie ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten. Ab dem Alter von 55 Jahren gilt auch hier die Wahlmög-lichkeit zwischen Darmspiegelungen und Schnelltest.

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