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Mehr Sicherheit, mehr Qualität

Karl-Josef Laumann erläutert, wie die Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen künftig aussehen soll. Der Gesundheitsminister möchte zudem die Digitalisierung vorantreiben und gegen den Fachkräftemangel vorgehen.

„Grundsätzlich geht es bei der künftigen Planung in der Krankenhauslandschaft darum, sinnvolle Strukturen zu schaffen.“

Herr Minister, Sie haben sich zum Ziel gesetzt, das bestehende Versorgungsgefälle zwischen Ballungszentren und ländlichen Regionen abzubauen. Wie wird sich das in der künftigen Krankenhausplanung widerspiegeln? 
Es ist richtig, dass es in den Ballungsgebieten derzeit eine Tendenz zu einer medizinischen Überversorgung und in den ländlichen Regionen des Landes teilweise eine Unterversorgung gibt. Das hat auch das Gutachten zur Krankenhauslandschaft bestätigt, das wir in Auftrag gegeben haben. In der neuen Krankenhausplanung sollen Leistungen deshalb so geplant werden, dass sie über das gesamte Land in zumutbarer Entfernung angeboten werden.

Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister in NRW
Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister in NRW

Welche Rolle spielt in diesem Zielbild das digitale Krankenhaus NRW?
Digitale Lösungen wie das Virtuelle Krankenhaus können die Versorgung unterstützen, indem sie behandlungsrelevante Daten und Informationen besser und schneller verfügbar machen. Durch Kooperationen mit den einschlägigen medizinischen Spitzenzentren können so auch ländliche Regionen von medizinischer Expertise profitieren. Dadurch lässt sich die wohnortnahe Versorgung verbessern.

Ein zentrales Anliegen ist es, die Behandlungsqualität zu verbessern. Wie wollen Sie das erreichen?
Wir werden statt der bisherigen Planung von Betten und Abteilungen, die keine gezielte Steuerung der stationären Versorgung zulässt, in Zukunft sogenannte medizinische Leistungsgruppen planen und diese mit Qualitätsanforderungen verbinden. Nur die Krankenhäuser, die die Anforderungen erfüllen und den Leistungsauftrag hierfür bekommen haben, können diese Leistungsgruppen dann noch erbringen.

„Lieber ein paar Minuten länger und dafür gleich ohne Umwege ins ,richtige’ Krankenhaus“ – Ist das eine Botschaft, die Sie unterschreiben würden?
Es ist auf jeden Fall richtig, dass es für eine gute Versorgung nicht allein entscheidend ist, wie schnell man ein Krankenhaus erreicht. Wenn ein Krankenhaus bei bestimmten Operationsarten nicht mal zwei Operationen pro Woche durchführt, ist das nur schwer mit den Zielen der Patientensicherheit und bestmöglichen Behandlungsqualität vereinbar.

Welche Rolle spielt bei Ihren Überlegungen der Fachkräftemangel in Medizin und Pflege?
Der Fachkräftemangel spielt eine große Rolle. Im Moment werden oft teure Doppelstrukturen vorgehalten, die teilweise an anderer Stelle fehlen. Diese Strukturen binden aber nicht nur finanzielle, sondern auch personelle Ressourcen. So wird der Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich zusätzlich verschärft. Das wollen wir entschärfen.

Ihre Prognose: Wann wird es in Nordrhein-Westfalen das Thema Über-, Unter-, Fehlversorgung nicht mehr geben?
Wir werden diese Probleme jetzt zügig in Angriff nehmen. Aber natürlich wird die Umsetzung der Verfahren auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn hier ist jahrelang vieles versäumt worden. Die Krankenhauslandschaft und die medizinischen Anforderungen entwickeln sich zudem stetig weiter. Deshalb ist es wichtig, die Versorgungsstrukturen auch in Zukunft regelmäßig zu überprüfen. Ich bin aber überzeugt, dass wir auf diese Weise die bestmögliche medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten in NRW sicherstellen können.