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Mehr Schulanfänger in Schleswig-Holstein erhalten Sprachtherapie

Pressemitteilung

Kiel (24. August 2018). Für viele Schulanfänger heißt es nicht nur lesen, rechnen und schreiben zu lernen, sondern auch das richtige Sprechen: 25,3 Prozent der sechsjährigen Jungen in Schleswig-Holstein erhielten in 2016 rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 24,9 Prozent. Bei den gleichaltrigen Mädchen waren es immerhin noch 16,0 Prozent (Vorjahr 17,3 Prozent). Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST. „Das kann als Hinweis verstanden werden, dass viele Kinder bereits im Grundschulalter offensichtlich Expertenhilfe benötigen, um sprachliche Defizite auszugleichen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

Bei Kindern mit Entwicklungsstörungen der Sprache oder des Sprechens werden Sprachtherapien überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. In Schleswig-Holstein erhielten in 2016 bereits 11,1 Prozent der vierjährigen Jungen eine Sprachtherapie. Bei den Mädchen lag der Anteil bei 6,0 Prozent. Im Alter von fünf bis sieben Jahren ist die Inanspruchnahme dieser Therapien am höchsten.

Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei den sechsjährigen Kindern, sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Verordnungswerte bei den Sechsjährigen schon seit längerem auf einem sehr hohen Niveau eingependelt haben. Nach der Zeit des Schuleintritts wird der Anteil der Kinder, die eine Sprachtherapie erhalten, geringer.

Über die möglichen Ursachen der starken Verbreitung von sprachtherapeutischen Behandlungen rund um den Schuleintritt wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung ist, dass sich die in diesem Alter angemessenen Fähigkeiten bei den Kindern verschlechtert haben. Gleichzeitig wird aber auch ein Wandel der Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder beobachtet, so wie auch ärztliches Diagnoseverhalten und Therapiemöglichkeiten kontinuierlichen Veränderungsprozessen unterliegen. „Auch wenn Sprachtherapien helfen können, Defizite der kindlichen Umwelt zu bewältigen, sollten Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden. Damit kann Entwicklungsstörungen schon in frühen Jahren vorgebeugt werden“, so AOK-Chef Tom Ackermann.

Bilder

Immer mehr Schulanfänger in Schleswig-Holstein erhalten eine Sprachtherapie. Allein 25,3 Prozent der sechsjährigen Jungen waren rund um den Schulbeginn in logopädischer Behandlung.

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Fotograf: AOK/hfr

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Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
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