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KVSH und Krankenkassen setzten sich für Schmerzpatienten ein

Pressemitteilung

23.2.2016

Bad Segeberg/Kiel. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) und die gesetzlichen Krankenkassen im Land haben sich auf ein bundesweit einmaliges Konzept geeinigt, das die Versorgung von Schmerzpatienten sichern soll. Dazu wurde der Bedarfsplan, der die ambulante medizinische Versorgung regelt, ergänzt. Der Erhalt der Schmerztherapie ist nun als wichtiges Versorgungsziel im Bedarfsplan fest verankert.

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit 37 Ärzte, die an der sogenannten Schmerztherapie-Vereinbarung teilnehmen. Diese sorgt dafür, dass die Versorgung von Schmerzpatienten auf einem medizinisch hohen Qualitätsniveau stattfindet. Unter den 37 Ärzten sind elf niedergelassene Anästhesisten, fünf Nervenärzte, vier Hausärzte, zwei Neurochirurgen sowie 15 ermächtigte Krankenhausärzte. Sie alle sind darauf spezialisiert, Patienten mit chronischen Schmerzen zu behandeln.

Ziel von KVSH und Krankenkassen ist es, diese für die spezielle Schmerztherapie vorhandenen Arztsitze zu erhalten. Dafür wurde der Bedarfsplan dahingehend ergänzt, dass ein frei werdender Sitz eines Schmerztherapeuten gezielt wieder mit einem Arzt besetzt werden soll, der an der Schmerztherapie-Vereinbarung teilnimmt. In der Vergangenheit konnte es dagegen passieren, dass ein frei werdender Anästhesie-Sitz eines Schmerztherapeuten fachgebietsbezogen von einem Anästhesisten übernommen wurde, der den bisherigen Versorgungsauftrag der speziellen Schmerztherapie nicht anbietet. In einem solchen Fall war dieser Arztsitz für die Schmerztherapie verloren gegangen.  

Mit der neuen, speziell zugeschnittenen Nachfolgerregelung soll ein weiteres Ausdünnen der qualitätsgesicherten schmerztherapeutischen Versorgungslandschaft verhindert werden: „Damit haben wir gute Voraussetzungen geschaffen, um die Versorgung von Schmerzpatienten auch künftig in Schleswig-Holstein sicherzustellen“, sagt Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. 

Das Konzept von Krankenkassen und KVSH zum Erhalt der Schmerztherapie ist bundesweit einmalig. „Damit schaffen wir gute Bedingungen für eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Schmerzpatienten in Schleswig-Holstein“, betont Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

Das Konzept bietet außerdem Planungssicherheit. „Dadurch soll ein Anreiz geschaffen werden, dass künftig mehr Ärzte eine Weiterbildung in spezieller Schmerztherapie absolvieren, um an der Schmerztherapie-Vereinbarung teilnehmen zu können“, ergänzt Armin Tank, Chef des Ersatzkassenverbandes vdek in Schleswig-Holstein. Darüber hinaus haben KVSH und Krankenkassen vereinbart, das schmerztherapeutische Leistungsangebot in Schleswig-Holstein jährlich zu überprüfen. Sollte sich herausstellen, dass für eine angemessene Versorgung der Schmerzpatienten weitere Ärzte benötigt werden, sollen dafür zusätzliche Versorgungsaufträge unabhängig vom Fachgebiet ausgeschrieben werden.

Dokumente

Gemeinsame Presseinformation

Presseinformation vom 23.2.2016 (PDF, 176 KB)

Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
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Telefon 0431 605-21171
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