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Krebs-Früherkennung wird immer weniger genutzt. Inanspruchnahme bei Frauen und Männern in Westfalen-Lippe rückläufig

Pressemitteilung

Dortmund (13.07.2018). Krebs ist bei Männern und Frauen in Westfalen-Lippe nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. Umso verwunderlicher ist es, dass das Angebot zur Krebs-Früherkennung nur so wenig genutzt wird. Dass Männer große Vorsorgemuffel sind, ist hinlänglich bekannt. In Westfalen-Lippe war im vergangenen Jahr gerade mal jeder fünfte Mann über 45 Jahren (21,8 Prozent) bei der Krebsvorsorge. In 2016 waren es noch 22,9 Prozent. Doch auch bei den Frauen ist ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Das bestätigt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST. Danach waren in 2017 nur 39,3 Prozent der Frauen ab dem Alter von 20 Jahren bei der Krebs-Früherkennung. In 2016 betrug der Anteil 40,0 Prozent, in 2015 noch 40,2 Prozent. „Sowohl Frauen als auch Männer sollten die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Denn wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen”, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Daher ist es umso wichtiger, auf Warnzeichen des Körpers zu achten und Risiken nicht zu ignorieren. „Besonders Männer gehen bei Schmerzen oder anderen Krankheitssymptomen häufig erst spät zum Arzt“, so Ackermann. Außerdem meiden viele die Früherkennungsuntersuchungen, weil sie ihnen unangenehm erscheinen oder sie sich noch keine Gedanken darüber gemacht haben. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. „Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, so Ackermann.

Untersuchung für Männer: Prostata und Darmspiegelung

Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab 50 Jahren wird auf Wunsch einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms und ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen. Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können im Abstand von mindestens zehn Jahren zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest.

Krebs-Früherkennung für Frauen

Frauen haben ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich Anspruch auf Krebs-Früherkennung. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 31. Lebensjahr ist zusätzlich ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen. Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings durchgeführt werden. Zur Darmkrebsfrüherkennung wird ab dem 51. Lebensjahr einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms sowie ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten. Ab dem Alter von 55 Jahren gilt auch hier die Wahlmöglichkeit zwischen Darmspiegelungen und Schnelltest. Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters NRW wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 insgesamt 108.296 Krebs-Neuerkrankungen und 51.396 Todesfälle erfasst.

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Dass Männer große Vorsorgemuffel sind, ist hinlänglich bekannt. Doch auch Frauen nutzen immer seltener die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.

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Fotograf: AOK/hfr

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Jens Kuschel, Pressesprecher
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