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Krankschreibungen von Arbeitnehmern in der Pandemie: Gesundheitsberufe in Schleswig-Holstein am stärksten von Covid-19 betroffen

Pressemitteilung

Kiel (08.07.2020). Beschäftigte in Gesundheitsberufen waren in Schleswig-Holstein von März bis Mai 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Das ergab eine aktuelle Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der Mitglieder der AOK NORDWEST. Am häufigsten haben in diesem Zeitraum Beschäftigte in der Altenpflege und Medizinische Fachangestellte im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz gefehlt. „Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Beschäftigte aus systemrelevanten Branchen, die auch in der Pandemie vermehrt Kontakte zu anderen Menschen hatten, scheinbar stärker von Covid-19 betroffen waren“, sagt Dr. Christoph Vauth, stellvertretender AOK-Vorstandsvorsitzender.

Insgesamt erhielten von den AOK-versicherten Erwerbstätigen von März bis Mai 2020 rund 680 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Das entspricht 258 je 100.000 AOK-versicherte Beschäftigte oder 0,3 Prozent der AOK-versicherten Erwerbstätigen. Dabei waren Frauen häufiger betroffen als Männer. Unter den jüngeren Beschäftigten bis zu 20 Jahren waren Krankmeldungen mit Bezug zu Covid-19 am häufigsten, bei den über 60-jährigen Erwerbstätigen am seltensten. Bei mehr als zwei Drittel der betroffenen Beschäftigten wurde der gesicherte Nachweis des SARS-CoV-2 auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert (68,5 Prozent), bei knapp einem Drittel ein klinischer Covid-19-Verdacht ohne Virusnachweis.

Gesundheitsberufe von Covid-19 betroffen
Insbesondere Beschäftigte aus den Gesundheitsberufen waren von März bis Mai 2020 vergleichsweise häufig von Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Die höchste AU-Quote (Betroffene in Prozent) wurde in den Berufen der Altenpflege (0,85 Prozent), bei den Medizinischen Fachangestellten (0,75 Prozent) und den Angestellten in der Gesundheits- und Krankenpflege (0,6 Prozent) erreicht. Die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 zeigten sich bei den Berufskraftfahrern/innen mit einer AU-Quote von 0,15 Prozent.

Regionale Unterschiede
Regionale Unterschiede im Covid-19-Infektionsgeschehen spiegeln sich auch im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen wider. Die höchste AU-Quote lag im Kreis Plön (0,37 Prozent) gefolgt von den Kreisen Pinneberg (0,34 Prozent) und Herzogtum-Lauenburg (0,32 Prozent). Hingegen waren die Corona-bedingten AU-Quoten im Kreis Nordfriesland (0,15 Prozent), in Kiel (0,17 Prozent) und Neumünster (0,19 Prozent) im landesweiten Vergleich am geringsten.  

AU-Zeiten wegen Erkältungskrankheiten im März deutlich angestiegen
Die AU-Fälle wegen Erkrankungen der oberen Atemwege lagen im März 2020 um rund 25 Prozent höher als im Vormonat Februar. Dabei nutzten viele die Sonderregelung der telefonischen Krankschreibung. „Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein hielten sich in der bisherigen Hochphase der Pandemie offenbar an die Empfehlung, bei Erkältungssymptomen sicherheitshalber zu Hause zu bleiben, um Ansteckungen zu vermeiden und nicht wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit extra in die Praxis zu kommen“, so Dr. Vauth. Gleichzeitig sollte das Risiko für eine Ausbreitung des Virus so reduziert werden. Das hat sich in Zeiten der Pandemie durchaus bewährt. In der Folge wechselten etliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Homeoffice, die Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz sank. Mitte April lag die Anzahl krankgeschriebener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder auf dem Niveau der Vorjahre – und sank danach noch einmal deutlich.

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„Beschäftigte aus systemrelevanten Branchen, die auch in der Pandemie vermehrt Kontakte zu anderen Menschen hatten, waren scheinbar stärker von Covid-19 betroffen“, sagt Dr. Christoph Vauth, stellvertretender AOK-Vorstandsvorsitzender.

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Vor allem Beschäftigte in der Altenpflege wurden in Schleswig-Holstein wegen Covid-19 krankgeschrieben.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
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