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Krankenhauseinweisungen in Westfalen-Lippe: Weniger Notfallbehandlungen in dritter Pandemiewelle

Pressemitteilung

Covid-19-Patienten deutlich jünger - Verweildauer in Kliniken gesunken

Dortmund (29.07.2021). Die Krankenhauseinweisungen der Versicherten der AOK NORDWEST in Westfalen-Lippe blieben auch in der dritten Pandemiewelle unter den Werten des Vergleichszeitraumes vor der Pandemie in 2019. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NORDWEST hervor. Danach lag die Gesamt-Fallzahl in Kliniken in Westfalen-Lippe (ohne psychiatrische Kliniken) von März bis Mai dieses Jahres um 15 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2019. In der zweiten Welle von Oktober 2020 bis Februar 2021 betrug der Rückgang noch 20 Prozent, in der ersten Welle von März bis Mai 2020 sogar 27 Prozent im Vergleich zu den Zeiträumen vor Corona. „Insbesondere bei Indikationen wie Diabetes, Herzinsuffizienz oder der chronischen Lungenerkrankung COPD sehen wir weiterhin sehr starke Einbrüche bei den Fallzahlen“, sagt Dr. Christoph Vauth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

Anlass zur Sorge bereitet nach wie vor der Rückgang bei den Notfall-Behandlungen: Auch in der dritten Pandemiewelle von März bis Mai 2021 lagen die Klinikeinweisungen aufgrund von Schlaganfall und Herzinfarkt weiterhin unter dem Niveau der Vorpandemiezeit. Bei den Herzinfarkten betrug das Minus im Vergleich zum Vergleichszeitraum 2019 immer noch 13 Prozent, bei den stationären Schlaganfall-Eingriffen sechs Prozent. „Wir appellieren deshalb dringend an die Patientinnen und Patienten, bei Notfallsymptomen auch unter den Bedingungen der Pandemie nicht zu zögern und umgehend den Notruf zu wählen“, so Dr. Vauth.

Leere Betten bei planbaren Operationen

Auch bei den planbaren, weniger dringlichen Eingriffen wie beispielsweise den Hüftprothesenimplantationen sind in der dritten Welle weiterhin sinkende Fallzahlen zu verzeichnen. „Bei den Hüftimplantationen beispielsweise sehen wir immer noch einen Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Frühjahr 2019“, sagt Dr. Vauth. In der ersten Pandemiewelle waren es noch minus 38 Prozent. Damals hatte die Bundesregierung per Verordnung die Verschiebung von weniger dringlichen Eingriffen als Bestandteil des Bevölkerungsschutzes angeordnet, wodurch die Fallzahlen sehr stark einbrachen.

Weiterhin starker Einbruch bei ambulant-sensitiven Behandlungen

Auffällig ist die Entwicklung bei den ambulant-sensitiven Diagnosen. Dies sind Erkrankungen, die nach Einschätzung von Experten nicht zwingend im Krankenhaus behandelt werden müssen. Oftmals wäre auch eine qualifizierte ambulante Behandlung bei einem niedergelassenen Arzt ausreichend. Bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD ist in der dritten Welle wieder ein Einbruch von 41 Prozent zu verzeichnen – ähnlich wie in der zweiten Welle (minus 49 Prozent). Bei Diabetes und Herzinsuffizienz lagen die Rückgänge bei 22 beziehungsweise 15 Prozent und waren damit etwas geringer als in der zweiten Welle (minus 28 beziehungsweise 19 Prozent).

Verweildauer bei Covid-19-Patienten gesunken

Die AOK-Auswertung beleuchtet außerdem die Entwicklung der Versorgung stationär behandelter Covid-19-Patienten von der ersten Pandemiewelle im Februar 2020 bis zum Beginn der dritten Welle im März 2021: So sank der Anteil der beatmeten Covid-19-Patienten im Krankenhaus von 16 Prozent in der ersten Welle leicht auf 14 Prozent zum Beginn der dritten Welle. Auffällig ist die sinkende Verweildauer der Patientinnen und Patienten im Krankenhaus: Diese lag zu Beginn der Pandemie bei durchschnittlich 15,6 Tagen, zu Beginn der dritten Welle nur noch bei 12,8 Tagen.

Durchschnittsalter der Covid-19-Patienten in der dritten Welle deutlich niedriger

Das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten war zu Beginn der dritten Welle mit 59,5 Jahren deutlich niedriger als in der ersten Welle (65,6 Jahre). „Das hat damit zu tun, dass in der dritten Welle verstärkt Menschen mittleren Alters intensivmedizinisch behandelt werden mussten, die zu diesem Zeitpunkt noch keine Impfung erhalten hatten“, erläutert Dr. Vauth. Die Verschiebung der Altersstruktur wird auch deutlich beim Anteil der über 80-jährigen Covid-19-Patienten in den Kliniken: Waren in der ersten Welle noch 31 Prozent der stationär behandelten Patienten über 80 Jahre alt, waren es im März 2021 nur noch 19 Prozent.

Sterblichkeit bei Covid-19-Patienten gesunken

Die Sterblichkeit unter den stationär behandelten Covid-19-Patienten blieb in der ersten und zweiten Welle mit 18 beziehungsweise 17 Prozent auf gleichem Niveau. Zu Beginn der dritten Welle lag die Sterblichkeitsrate im März 2021 mit elf Prozent niedriger. „Das ist vor allem mit dem gesunkenen Durchschnittsalter zu erklären.“, so Dr. Vauth.

Rettungsschirm für Kliniken

Die Einnahmeausfälle der Kliniken im Land wurden in der Pandemie bis Mitte Juni dieses Jahres durch Ausgleichszahlungen aufgefangen, die durch den Gesund-heitsfonds der gesetzlichen Krankenkassen vor- und aus Steuermitteln refinanziert werden. Zusätzlich wurde der Ausbau der Intensivbetten-Kapazitäten aus dem Gesundheitsfonds finanziert. Mit Hinweis auf das stark rückläufige Infektionsgeschehen und deutlich weniger Intensivpatienten hat die Bundesregierung inzwischen den Rettungsschirm wieder zugeklappt. Die gesetzlichen Krankenkassen hingegen zahlen weiterhin die Coronatestungen ihrer Versicherten im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt und übernehmen die Kosten für Schutzkleidung in den Krankenhäusern.

Bilder

Auch in der dritten Pandemiewelle: Erneut weniger Behandlungszahlen in vielen Krankenhäusern in Westfalen-Lippe.

Format: JPG

Größe: 337 KB

Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
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