Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK NORDWEST
Ort/Kasse korrigieren
Kundencenter werden geladen ...
Seitenpfad

Krankenhausbehandlungen in Schleswig-Holstein: Viele Klinikbetten blieben auch im zweiten Lockdown leer

Pressemitteilung

Kiel (30.03.2021). Auch in der zweiten Pandemiewelle blieben viele Klinikbetten in Schleswig-Holstein leer. Das zeigt der aktuelle Krankenhaus-Report 2021 der AOK NORDWEST. Danach ist in den Monaten Oktober 2020 bis Januar 2021 erneut ein Fallzahlenrückgang zu verzeichnen, der allerdings insgesamt etwas geringer als im Frühjahr des letzten Jahres ausfällt. „Anlass zur Sorge geben vor allem die sinkenden Klinikeinweisungen im Zusammenhang mit Notfällen wie bei Schlaganfall oder Herzinfarkt“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Weiter ergab die AOK-Auswertung eine anhaltend hohe Sterblichkeitsrate der stationär behandelten Covid-19-Patienten.

Der Blick auf die Entwicklung der Gesamt-Fallzahlen der Krankenhäuser (ohne psychiatrische Kliniken) in Schleswig-Holstein im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahreszeiträumen zeigt: Der Rückgang der Fallzahlen fiel trotz höherer Infektionszahlen in der zweiten Pandemiewelle im Zeitraum Oktober 2020 bis Januar 2021 mit 17,4 Prozent geringer aus als im Frühjahr 2020 (März bis Mai 2020) mit 24,2 Prozent.
 
Anlass zur Sorge bereitet vor allem der erneut hohe Rückgang bei den Notfall-Behandlungen: So gingen die Behandlungsfälle aufgrund von Schlaganfall und Herzinfarkt in der zweiten Pandemiewelle weiterhin zurück. Lag der Einbruch bei den stationäen Schlaganfall-Eingriffen in der ersten Pandemiewelle (März bis Mai 2020) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 21 Prozent, betrug das Minus in der zweiten Pandemiewelle (Oktober 2020 bis Januar 2021) zwölf Prozent. Umgekehrt entwickelten sich die Werte bei den Herzinfarkten. In der ersten Pandemiewelle (März bis Mai 2020) gingen die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent zurück, in der zweiten Pandemiewelle (Oktober 2020 bis Januar 2021) betrug der Rückgang sogar 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Das gibt Anlass zur Sorge. Wir appellieren dringend an die Bevölkerung, bei Notfallsymptomen auch unter den Bedingungen der Pandemie nicht zu zögern und umgehend den Notruf zu wählen“, so Ackermann.

Zahl der ambulant-sensitiven Behandlungen durchgängig gesunken
Bemerkenswert ist die deutlich rückläufige Entwicklung bei den „ambulant-sensitiven“ Indikationen. Dies sind Erkrankungen, die nach Einschätzung von Experten nicht zwingend im Krankenhaus behandelt werden müssen. Oftmals wäre auch eine qualifizierte ambulante Behandlung ausreichend. Beispielhaft wurde hier die Herzinsuffizienz ausgewertet. Die Fallzahlen sanken in der ersten Pandemiewelle (März bis Mai 2020) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent, im Sommer betrug der Rückgang zwölf Prozent und in der zweiten Pandemiewelle erneut 20 Prozent. „Wir wissen nicht, ob diese Patienten, die nicht ins Krankenhaus gekommen sind, bei Bedarf ambulant versorgt worden sind. Der durchgängige Rückgang in der Pandemie könnte aber auch ein Hinweis auf eine stationäre Überversorgung dieser Patientengruppen sein. Es wird sich zeigen, ob die Corona-Pandemie in diesem Bereich der Versorgung eventuell einen dauerhaften Strukturwandel befördert“, so Ackermann.

Weiterhin hohe Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Patienten
Die AOK-Auswertung beleuchtet außerdem die Versorgung der stationär behandelten Covid-19-Patienten, bei denen weiterhin eine hohe Sterblichkeitsrate von 14 Prozent zu verzeichnen ist. Das durchschnittliche Alter der Covid-19-Patienten in schleswig-holsteinischen Kliniken liegt bei 65 Jahren. „Experten befürchten aber, dass mit dem erneuten Anstieg der Infektionszahlen und der Verbreitung der neuen Virusvarianten zunehmend jüngere, noch nicht geimpfte Menschen im Krankenhaus und auf den Intensivstationen behandelt werden müssen“, so Ackermann.

Rettungsschirm für Kliniken weit aufgespannt
Die Einnahmeausfälle der Kliniken im Land wurden bislang durch Ausgleichszahlungen aufgefangen, die durch den Gesundheitsfonds vor- und aus Bundesmitteln refinanziert werden. Zusätzlich wurde der Ausbau der Intensivbetten-Kapazitäten aus dem Gesundheitsfonds finanziert. Zudem bezahlen die Krankenkassen zusätzlich die Coronatestungen und übernehmen die Kosten für Schutzkleidung in den Krankenhäusern. „Der Rettungsschirm ist weit aufgespannt worden. Liquiditätsengpässe konnten so vermieden werden. Die meisten Krankenhäuser sind dadurch bislang gut durch die Krise gekommen“, so Ackermann. Das bestätigt auch eine Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums. Und auch für dieses Jahr sind weitere Ausgleichszahlungen für die Kliniken vorgesehen. Wichtig ist nach Ansicht von Ackermann, dass der Finanzierungsrahmen die Kliniken, die die Versorgung von Covid-19-Patienten aufrechterhalten und sich stark engagieren, finanziell auffängt.

Bilder

Leere Krankenhausbetten auch in der zweiten Pandemiewelle in Schleswig-Holstein. Anlass zur Sorge gibt vor allem der hohe Rückgang bei Klinikeinweisungen aufgrund von Notfall-Behandlungen.

Format: JPG

Größe: 411 KB

Fotograf: AOK/hfr

Ansehen

Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de