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'Komasaufen' bei jungen Menschen rückläufig: Weniger Alkoholvergiftungen in Schleswig-Holstein

28.07.2015

Kiel. Dass Feiern nicht im Vollrausch enden muss, wird offenbar immer mehr Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schleswig-Holstein bewusst. Denn das Rauschtrinken ist weiterhin rückläufig. Nach einer aktuellen Auswertung der AOK NORDWEST wurden in 2014 insge-samt 225 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer Alko-holvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Das sind 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr (234), in 2012 waren es noch 255 stationäre Behandlungen. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Denn mit einer hohen Dunkelziffer bleibt Alkohol Suchtmittel Nummer eins bei Jugendlichen und darf daher nicht bagatel-lisiert werden“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch.

Die rückläufige Entwicklung ist besonders bei Jugendlichen und jungen Er-wachsenen im Alter von 18 bis 20 Jahren auffällig. Hier ist die Zahl der Kran-kenhauseinweisungen in 2014 wegen akutem Alkoholrausch im Vergleich zu 2013 um fast 15 Prozent zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: Bei den 13- bis 15-Jährigen hingegen ist der exzessive Alkoholmissbrauch gestiegen. Die Zahl der stationären Behandlungen in 2014 nahm in dieser Altersgruppe im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent zu. „Diese Zahlen zeigen, dass wir nicht nachlassen dürfen, Kinder und Jugendliche über die Gefahren des Rauschtrinkens aufzuklären. Früher Alkoholkonsum kann zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden“, sagt AOK-Chef Litsch.

Für Dr. Regina Kostrzewa, Geschäftsführerin der Landesstelle für Sucht-fragen Schleswig-Holstein e. V. (LSSH), lässt sich der Anstieg in der Alters-gruppe der 13- bis 15-Jährigen aufgrund der geringen Fallzahlen nicht signifi-kant nachweisen. Dennoch warnt auch sie wie AOK-Chef Litsch davor, bei der Prävention nachzulassen. „Auch unsere aktuellen Erkenntnisse zeigen, dass Prävention mit dem Ziel, einen kompetenten Umgang mit Alkohol zu bewirken, unbedingt fortgesetzt werden muss“, so Dr. Regina Kostrzewa. Auch die jün-geren Altersgruppen seien besonders gefährdet, da gerade bei den unter 16-Jährigen die Hirnentwicklung durch Rauschtrinken besonders beeinträchtigt werden könne, so Dr. Kostrzewa. Ein besonderes Augenmerk sollten die Suchtpräventionsfachkräfte darüber hinaus auf Mädchen haben, bei denen Rauschtrinken nachweislich signifikant häufiger auftrete.

Alkoholmissbrauch schadet aber nicht nur der Gesundheit der Betroffenen, es kostet auch viel Geld: Die Gesamtkosten für die stationäre Behandlung und den Notfalltransport für Komatrinker beliefen sich allein bei der AOK in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr auf rund 290.000 Euro.

Für AOK-Chef Litsch ist der Kampf gegen das Komasaufen eine gesamtge-sellschaftliche Herausforderung, die nicht nur von den Krankenkassen allein geführt werden kann. So sind auch Lehrer und Eltern gefragt, Grenzen zu set-zen und die Gefahren des Rauschtrinkens zu thematisieren. Aber auch Kom-munen und Politik sind gefordert, sich in die Suchtprävention noch stärker ein-zubringen und die Lebensverhältnisse und -bedingungen zu verbessern.

Als positives Beispiel nannte Litsch die landesweiten Präventionsprojekte wie der Klarsicht-Parcours und das AOK-Programm AlcoMedia in Kooperation mit der LSSH. Aber auch die landesweite Initiative ‚HaLT - Hart am Limit‘, eine gemeinsame Initiative von Krankenkassen, LSSH, dem Landes-Sozialministerium und den Suchtberatungsstellen gehört dazu. Dabei wird Ju-gendlichen, die wegen Rauschtrinkens ins Krankenhaus eingeliefert werden, mit einem speziellen Beratungsangebot geholfen. „Die gezielte Ansprache im Krankenhaus ist ein geeigneter und wirkungsvoller Ansatz, um Verhaltensän-derungen zu erreichen“, so Litsch. Eltern erhalten ebenfalls wichtige Tipps, wie sie das Konsumverhalten von Alkohol und anderen Rauschmitteln bei ihren Kindern thematisieren und positiv beeinflussen können.

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