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Kehrtwende bei der Klinikplanung

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will die Krankenhausplanung in seinem Bundesland reformieren: Leistung und Qualität rücken in den Fokus. Die AOK NORDWEST begrüßt diesen Schritt.

„Qualitätsorientierung ist überfällig.“

Thomas Fritz, Leiter des Unternehmensbereichs Krankenhäuser und Rehabilitation AOK NORDWEST
Thomas Fritz

Die Richtung für die neue Krankenhausplanung weist ein vom Minister beauftragtes Gutachten. Zentrale Feststellung: Die bisherige Planung orientiert sich zu wenig am Versorgungsbedarf und an der Behandlungsqualität. In der Folge gebe es insbesondere in den Ballungszentren ein Überangebot, gleichzeitig erreichten viele Kliniken bei bestimmten Leistungen nur geringe Fallzahlen. Dies bedinge auch qualitative Defizite. „Zu viele planbare und komplexe Eingriffe erfolgen noch in Kliniken mit wenig Behandlungsroutine“, sagt Thomas Fritz, Leiter des Unternehmensbereichs Krankenhäuser und Rehabilitation.

Aber selbst Akutfälle landen nicht immer in einem geeigneten Krankenhaus. So werden laut Gutachten viele Herzinfarkt-Patienten in Krankenhäusern ohne einen Herzkatheter-Messplatz behandelt, obwohl es in der Nähe besser ausgerüstete Kliniken gibt. „Das geht zulasten der Patientensicherheit“, so Fritz. Deshalb sei mehr Qualitätsorientierung bei der Planung überfällig. Diese soll die regionalen Versorgungsbedarfe besser abbilden und dazu künftig detailliert nach Leistungsbereichen und -gruppen erfolgen und mit Qualitätsindikatoren – etwa Mindestmengen und Strukturmerkmalen – verknüpft werden. Bis Ende 2020 soll der Landesausschuss für Krankenhausplanung den Rahmenplan erarbeiten. „Dann erfolgen die entscheidenden Weichenstellungen“, fasst Fritz zusammen. Er knüpft daran hohe Erwartungen: „Fachliche Spezialisierungen und Konzentrationen sind dringend geboten. Das reduziert teure Mehrfachvorhaltungen und fördert die Behandlungsqualität.“ Bei Standortentscheidungen müsse die Leistungsfähigkeit der einzelnen Häuser maßgeblich sein.