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Hohe Ansteckungsgefahr: Windpocken-Fälle in Schleswig-Holstein weiter gestiegen

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Die Zahl der Windpocken-Fälle hat in Schleswig-Holstein weiter zugenommen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 611 Infektionsfälle gemeldet.

Ein Kleinkind mit Windpocken.
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Fotograf: AOK/hfr.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0431 605-21171
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de

Pressemitteilung

16. März 2017

Kiel. Die Zahl der Windpocken-Fälle hat in Schleswig-Holstein weiter zugenommen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 611 Infektionsfälle gemeldet, in 2015 waren es noch 596. Das entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent. Auf Bundesebene stiegen die Fälle sogar um über zehn Prozent. Das teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. „Aufgrund der zunehmenden Infektionsfälle raten wir dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen selbstverständlich für ihre Versicherten bezahlt“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Den höchsten Anstieg gab es in den Städten Kiel und Lübeck sowie im Kreis Pinneberg. In der Landeshauptstadt waren im vergangenen Jahr 93 Infektionsfälle zu verzeichnen, im Vorjahr waren es nur 50. In Lübeck wurden insgesamt 58 Infektionsfälle gemeldet, im Vergleich zu 2015 mit 49 Fällen. Im Kreis Pinneberg stiegen die Infektionsfälle von 77 auf 95 in 2016 an.

Die erste sogenannte Varizellen-Impfung für Kinder wird von der STIKO im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfung sollte in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Nach aktuellen Daten des RKI im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen sind die Impfzahlen der Kinder in Schleswig-Holstein bei Windpocken in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. So konnten 92,5 Prozent in 2015 die erste Impfung und 88,9 Prozent die zweite Impfung nachweisen. 2014 lag die Durchimpfungsrate noch bei 90,4 bzw. 87,7 Prozent. „Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, kann ihnen niemand abnehmen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen, um gestärkt im Sinne ihres Kindes zu handeln“, so Ackermann. Eine Impfung kann übrigens zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter erfolgte. Einen Überblick über alle wichtigen Fakten zum Impfschutz und eine Hilfestellung bei der Entscheidung „Impfen ja oder nein“ sind abrufbar im Internet unter aok.de/nw Rubrik Leistungen & Services > Leistungen von A bis Z.

Hintergrund:

Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Die Infektion kann aber auch Erwachsene betreffen. Auslöser für Windpocken ist das sogenannte Varizellen-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen wird. Dieses Virus zählt zu den Herpesviren. Die Ansteckungsgefahr beginnt einen Tag, bevor der Hautausschlag auftritt, und endet, wenn die Bläschen austrocknen. Erst nach zehn Tagen bis drei Wochen äußert sich die Infektion in Form von Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen und Fieber. Ein bis zwei Tage später treten linsengroße rote Flecken auf der Haut auf, die sich zunächst in stark juckende Knötchen, anschließend in Bläschen verwandeln. Die Bläschen sind mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt, die in hohem Maße ansteckend ist. Innerhalb von ein bis zwei Wochen verkrusten sie und fallen ab.

Trotz des extremen Juckreizes sollten Windpocken nicht aufgekratzt werden. Dies kann nicht nur Narben hinterlassen. Durch das Kratzen können sich die Bläschen auch entzünden und es kann zu schweren Hautinfektionen kommen. Vom Arzt verordnete Salben oder Lotionen lindern den Juckreiz. Wie bei allen Virusinfektionen helfen Bettruhe und eine gesunde Ernährung bei der Genesung. Die Windpocken-Erreger verbleiben, wie alle Herpesviren, nach einer durchgemachten Windpockeninfektion im Körper. Sie ruhen sozusagen und können unter besonderen Umständen reaktiviert werden. Dann verursachen sie die sogenannte Gürtelrose (Zoster).

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