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Gegen den Bundestrend: Zahl der Organspender in Westfalen-Lippe stark rückläufig

- AOK NORDWEST startet landesweite Aufklärungskampagne -

25.06.2015

Dortmund. Entgegen dem derzeitig positiven Bundestrend ist die Zahl der Organspender in Westfalen-Lippe in den ersten fünf Monaten dieses Jahres weiterhin stark rückläufig: So zählte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) lediglich 32 Organspenden gegenüber 40 Spenden im gleichen Vorjahreszeitraum. Das ist ein Rückgang um 20 Prozent. Diese Entwicklung nimmt die AOK NORDWEST zum Anlass, die Bevölkerung über das Thema Organspende erneut umfassend zu informieren. Mit der landesweiten Aufklärungskampagne ‚Organspende: Jetzt Klarheit schaffen!’ soll vor allem die bestehende Verunsicherung abgebaut werden. „Mit unserem Informationsangebot möchten wir den Menschen in der Region helfen, eine souveräne Entscheidung zum Thema Organspende zu treffen“, sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres gab es bundesweit 375 Organspenden, ein Plus um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 357 Spenden. In Gesamt-NRW stagnierte die Spendenbereitschaft. Hier gab es bislang 74 Spenden, im Vorjahr waren es 73. „Diese bundes- und landesweiten Ergebnisse der ersten fünf Monate dieses Jahres lassen zwar Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation für die Patienten auf der Warteliste aufkommen. Aber es ist noch zu früh, von einer positiven Trendwende zu sprechen“, erklärte Dr. Ulrike Wirges, Geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) für die Region NRW.

Der Rückgang der Organspenden im Landesteil Westfalen-Lippe in 2015 im Gegensatz zum Trend in NRW und bundesweit ist nach Ansicht der DSO nicht über zu bewerten. Aus den vergleichsweise niedrigen Zahlen in einem kleinen Gebiet sei es schwierig Trends abzuleiten. Die Organspendezahlen seien immer Schwankungen unterworfen.

„Um die große Verunsicherung in der Bevölkerung abzubauen, sind mehr denn je Informationen zum Thema Organspende erforderlich“, erklärt Litsch zum Start der Aufklärungskampagne ‚Organspende: Jetzt Klarheit schaffen!’. In diesen nächsten Tagen versendet die AOK im Landesteil Westfalen-Lippe mehr als 1,8 Millionen umfassende Versicherteninformationen zum Thema Organspende per Kundenzeitschrift oder Brief. In über 150 AOK-Kundencentern im Land werden zudem zahlreiche Informationen mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema für die Öffentlichkeit vorgehalten, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Uni Hamburg erarbeitet wurden.

Außerdem bietet die AOK unter www.aok.de/organspende eine Entscheidungshilfe zur Organspende im Internet. „Wir wollen die Fragen der Bevölkerung auf unterschiedliche Weise beantworten und damit für Transparenz sorgen. Denn die Entscheidung, Organe zu spenden, muss jeder für sich selbst treffen. Wir helfen dabei mit umfangreichen Informationen. Deshalb sollte jeder Klarheit für sich und seine Angehörigen schaffen und seine Entscheidung auf dem Organspendeausweis dokumentieren“, so Litsch.

Mehr als 10.000 Menschen in Deutschland warten dringend auf ein Spenderorgan, allein in NRW sind es über 2.300. Benötigt werden Nieren, Lebern, Herzen, Lungen, Bauspeicheldrüsen sowie Teile des Dünndarms. Viele Patienten warten mehrere Jahre, bis für sie ein passendes Organ zur Verfügung steht. Während dieser Wartezeit sterben jährlich rund 1.000 Menschen, weil sie nicht rechtzeitig das lebensrettende Organ erhalten.

Bis 2014 war die Anzahl der Organspenden bundesweit rückläufig: Im vergangenen Jahr zählte die DSO nur noch 864 Organspenden, das entspricht einem Rückgang gegenüber 2013 von 1,5 Prozent (876 Spenden). In 2013 waren die Spenderzahlen noch um 16,3 Prozent und in 2012 um 12,8 Prozent Spenden eingebrochen (2012: 1.046 Spenden; 2011: 1.200 Spenden).

Die DSO arbeitet eng mit den Mitarbeitern der Kliniken zusammen und unterstützt sie bei allen Schritten im Ablauf einer Organspende. Die DSO setzt sich dafür ein, jedes gespendete Organ in hoher Qualität für die Transplantation zur Verfügung zu stellen.

Pressekontakt


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AOK NORDWEST
Jens Kuschel, Pressesprecher
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