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Gegen den Bundestrend: Zahl der Organspender in Schleswig-Holstein stagniert auf niedrigem Niveau

- AOK NORDWEST startet landesweite Aufklärungskampagne -

25.06.2015

Kiel. Entgegen dem derzeitig positiven Bundestrend stagniert die Zahl der Organspender in Schleswig-Holstein weiter auf niedrigem Niveau. So zählte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in den ersten fünf Monaten dieses Jahres lediglich neun Organspenden, genauso viele wie in den ersten fünf Monaten des Vorjahres. Diese Entwicklung nimmt die AOK NORDWEST zum Anlass, die Bevölkerung über das Thema Organspende erneut umfassend zu informieren. Mit der landesweiten Aufklärungskampagne ‚Organspende: Jetzt Klarheit schaffen!’ soll vor allem die bestehende Verunsicherung abgebaut werden. „Mit unserem Informationsangebot möchten wir den Menschen in Schleswig-Holstein helfen, eine souveräne Entscheidung zum Thema Organspende zu treffen“, sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres registrierte die DSO bundesweit 375 Organspenden, ein Plus um fünf Prozent zum Vorjahreszeitraum mit 357 Spenden: „Die Ergebnisse der ersten Monate lassen Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation für die Patienten auf der Warteliste aufkommen. Aber es ist noch zu früh, von einer positiven Trendwende zu sprechen“, erklärte Dr. med. Matthias Kaufmann, Geschäftsführender Arzt in der DSO-Region Nord. Die stagnierenden Zahlen in Schleswig-Holstein erklärt er wie folgt: „Aus den vergleichsweise niedrigen Zahlen in einem kleinen Bundesland wie Schleswig-Holstein ist es schwierig Trends abzuleiten. Die Organspendezahlen sind immer Schwankungen unterworfen.“ Er betont: „Wir arbeiten eng mit den Mitarbeitern der Kliniken zusammen und unterstützen sie bei allen Schritten im Ablauf einer Organspende. Wir setzen uns dafür ein, jedes gespendete Organ in hoher Qualität für die Transplantation zur Verfügung zu stellen.“

„Um die große Verunsicherung in der Bevölkerung abzubauen, sind mehr denn je Informationen zum Thema Organspende erforderlich“, erklärt AOK-Chef Martin Litsch zum Start der Aufklärungskampagne ‚Organspende: Jetzt Klarheit schaffen!’. In diesen nächsten Tagen versendet die AOK in Schleswig-Holstein mehr als 570.000 umfassende Versicherteninformationen zum Thema Organspende per Kundenzeitschrift oder Brief. In den 50 AOK-Kundencentern im Land werden zudem Informationen mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema für die Öffentlichkeit vorgehalten, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Uni Hamburg erarbeitet wurden.

Außerdem bietet die AOK unter www.aok.de/organspende eine Entscheidungshilfe zur Organspende im Internet. „Wir wollen die Fragen der Bevölkerung auf unterschiedliche Weise beantworten und damit für Transparenz sorgen. Denn die Entscheidung, Organe zu spenden, muss jeder für sich selbst treffen. Wir helfen dabei mit umfangreichen Informationen. Deshalb sollte jeder Klarheit für sich und seine Angehörigen schaffen und seine Entscheidung auf dem Organspendeausweis dokumentieren“, so Litsch.

Für Wolfgang Veit vom Bundesverband der Organtransplantierten haben die Wartelistenmanipulationen an einigen Kliniken für starke Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Der damit verbundene Vertrauensverlust verschärfe den bestehenden Organmangel und damit die oft ausweglose Situation für viele Patienten. „Darum ist es gerade jetzt wichtig, sich unvoreingenommen mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen. Eine Organspende ist nach wie vor ein großes Geschenk der Mitmenschlichkeit und Solidarität und rettet Menschenleben“, so BDO-Regionalgruppenleiter Wolfgang Veit aus Marne.

Mehr als 10.000 Menschen in Deutschland warten dringend auf ein Spenderorgan, allein in Schleswig-Holstein sind es über 400. Benötigt werden Nieren, Lebern, Herzen, Lungen, Bauspeicheldrüsen sowie Teile des Dünndarms. Viele Patienten warten mehrere Jahre, bis für sie ein passendes Organ zur Verfügung steht. Während dieser Wartezeit sterben jährlich rund 1.000 Menschen, weil sie nicht rechtzeitig das lebensrettende Organ erhalten.

Bis 2014 war die Anzahl der Organspenden bundesweit rückläufig: Im vergangenen Jahr zählte die DSO nur noch 864 Organspenden, das entspricht einem Rückgang gegenüber 2013 von 1,5 Prozent (876 Spenden). In 2013 waren die Spenderzahlen noch um 16,3 Prozent und in 2012 um 12,8 Prozent Spenden eingebrochen (2012: 1.046 Spenden; 2011: 1.200 Spenden).

Pressekontakt


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AOK NORDWEST
Jens Kuschel, Pressesprecher
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