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Erster AOK-Gesundheitstalk in Dortmund:

AOK-Chef fordert mehr Transparenz bei Behandlungsfehlern

25.11.2015

Dortmund. Mehr Transparenz, eine offene Behandlungsfehlerkultur bei den Medizinern und eine bessere Kommunikation zwischen Ärzten und ihren Patienten forderte AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch gestern Abend beim ersten AOK-Gesundheitstalk in Kooperation mit den Ruhr Nachrichten in Dortmund. „Behandlungsfehler dürfen kein Tabuthema sein. Ärzte müssen untereinander mehr über Behandlungsfehler und deren Vermeidung reden und auch ihre Patienten stärker in den Dialog einbinden“, sagte Litsch vor rund 100 Besuchern im Lensing Conference Center zum Thema ‚Hilfe bei Behandlungsfehlern‘.

Medizinrechtler Prof. Dr. Peter Gaidzik betonte, dass es für Patienten schwierig sei, einen Behandlungsfehler als Ursache eines Gesundheitsschadens nachzuweisen. Nach den geltenden rechtlichen Bestimmungen trage der Patient hierfür die Beweislast. Nur bei groben Behandlungsfehlern wie einer Seitenverwechslung oder auch bei einer unzureichenden Aufklärung vor einer Operation liege die Beweislast ausschließlich beim Behandler. Darüber hinaus wird dem Patienten für diesen Nachweis eine sehr hohe, in der Medizin häufig unrealistische Wahrscheinlichkeit abverlangt. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, über eine Änderung im Beweisrecht nachzudenken. Hilfe bei Behandlungsfehlern bieten den Patienten zum Beispiel unabhängige Beratungsstellen oder die gesetzlichen Krankenkassen.

Ein solches exklusives Beratungsangebot hat auch die AOK NORDWEST mit ihrem AOK-Kompetenzcenter Medizin. Deren Leiter Priv.-Doz. Dr. med. habil. Holger Thomsen erklärte: „Wir stehen unseren Versicherten mit fachkundiger Beratung und praktischer Hilfe zur Seite.“ Wenn Vergleichsverhandlungen der AOK mit den Haftpflichtversicherern scheitern, wird der Klageweg beschritten. Dabei darf die AOK nur ihre eigenen Ansprüche geltend machen. Anfallende Anwalts- oder Prozesskosten für ihre Kunden darf die AOK nicht übernehmen. „Allerdings können unsere Versicherten auf die Beweislage im Regressprozess der AOK NORDWEST zurückgreifen und auf diesem Wege ihr Prozesskostenrisiko bei der Durchsetzung eigener Forderungen wie Schadenersatz oder Schmerzensgeld minimieren“, so PD Dr. Thomsen.

Landespatientenbeauftragter NRW Dirk Meyer lobte dieses vorbildliche Beratungsangebot der AOK und berichtete über seine Erfahrungen im Gespräch mit Betroffenen und deren Angehörige. „Die Patienten beklagen häufig, dass sie vor und auch nach einer Operation vom Behandler nicht ausreichend aufgeklärt wurden.“ Daher fordert Meyer von den Medizinern, sich für ihre Patienten mehr Zeit zu nehmen und ihnen die Sachlage verständlich zu erklären.

Pressekontakt


Gesprächspartner für die Medien:
AOK NORDWEST
Jens Kuschel, Pressesprecher
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