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Digitaler Wandel im Gesundheitswesen: „Versicherter muss im Mittelpunkt stehen” - Namhafte Experten diskutierten beim AOK-Tag in Dortmund

Pressemitteilung

5.10.2016

Dortmund. „Der digitale Wandel im Gesundheitswesen kann nur dann gelingen, wenn auch der Versicherte im Mittelpunkt steht. Dabei müssen der Datenschutz und die Datensicherheit oberste Priorität haben. Es dürfen Informationen geteilt werden, aber keine Identitäten. Das Selbstbestimmungsrecht muss beim einzelnen Versicherten liegen“, erkärte Georg Keppeler, alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Versichertenvertreter, beim AOK-Tag in Dortmund. Vor mehr als 100 Gästen aus Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft diskutierten heute namhafte Experten über die Chancen und Risiken der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Online-Angebote und interaktive Kommunikationswege werden bei der Beratung und Unterstützung von Versicherten in Zukunft Standard sein. Telemedizinische Anwendungen werden die Versorgung grundlegend verändern. Darüber waren sich alle Akteure beim AOK-Tag einig. Doch wie kann das gelingen? Maria Klein-Schmeink (MdB und Mitglied des Gesundheitsausschusses) erklärte, dass die Digitalisierung viele Chancen auch für das Gesundheitswesen biete. „Mit digitalen Lösungen kann die Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten, Apotheken, Pflegekräften und Krankenhäusern sicherer und effizienter werden. Doch die Richtung und Geschwindigkeit dieser Entwicklung muss von den Patienten stärker in ihrem Sinne beeinflusst werden. Die Hoheit über ihre Daten liegt in ihrer Hand. Das muss der Grundsatz der Entwicklung sein.“

Johannes Heß (alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Arbeitgebervertreter) betonte, dass digitale Anwendungen und Prozesse uns in immer mehr Lebensbereichen begleiten. „Vieles ist oder wird zunehmend digital - ob wir wollen oder nicht. Aber wir müssen die großen Potentiale der Digitalsierung auch im Gesundheitswesen für das Ziel einer besseren, schnelleren und sicheren Versorgung nutzen.“ Wildwuchs, das immer wieder „Neuerfinden“ und unkoordinierte Nebeneinander von Lösungen sollte endlich der Vergangenheit angehören. Jetzt gehe es darum, Modelle besser zu synchronisieren und die gewonnenen Erfahrungen aus diesen Modellen zu bewerten. „Nur dann werden wir E-Health möglichst bald flächendeckend und effizient im Sinne einer besseren Versorgung von Patienten nutzen können“, sagte Heß.

Etwa 29 Prozent der Deutschen haben mittlerweile eine Gesundheits-App auf ihrem Smartphone installiert. Und der Markt ist in Bewegung: Zu den derzeit bereits mehr als 100.000 Gesundheits-Apps kommen täglich neue hinzu. Timo Thranberend (Senior Project Manager von der Bertelsmann Stiftung) erklärte, dass Gesundheits-Apps das Selbstmamangement von Patienten stärken und die medizinische Versorgung verbessern könnten. „Es gelingt aber noch nicht, systematisch die echten Innovationen zu identifizieren und in den Versorgungsalltag zu transferieren“, so Thranberend. Die Entwicklung von Orientierungshilfen und Qualitätsstandards werde daher immer wichtiger.

Tom Ackermann (Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST) betonte, dass der Weg zu mehr E-Health und Digitalisierung im Gesundheitswesen nur über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und eine einheitliche, sichere und stabile Telematikinfrastruktur (TI) führe. „Es muss uns gelingen, den Weg von Patienten durch das Gesundheitssystem digital abzubilden und zu Informationsverlust führende Medienbrüche zu verhindern. Nur so stehen Informationen dann zur Verfügung, wenn sie benötigt werden. Denn: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss in der Versorgung ankommen und diese im Sinne des Patienten verbessern“, führte der AOK-Chef weiter aus. Leider seien wir davon derzeit trotz der langen Geschichte der eGK noch weit entfernt. „Es ist einfach nicht länger hinzunehmen, dass die einzige Konstante beim Aufbau der technischen Grundlagen die Verschiebung ist. Daher ist es gut, dass inzwischen mehr und mehr eigene Strukturen zur Vernetzung einfach gestartet werden.“

Prof. Guido Noelle (Geschäftsführer gevko) sagte, dass in der Digitalisierung der Prozesse im Gesundheitswesen größtes Nutzen- und Innovationspotential stecke. Doch häufig endete dieses an den jeweiligen Sektorengrenzen. Hier bedarf es aus seiner Sicht verbindlicher Regelungen und Rahmenbedingungen, die ein Zusammenwachsen ermöglichen. Dazu müsse sich auch das E-Health-Gesetz weiterentwickeln. „Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens heute zunehmend ganz wesentlich durch die Patienten und durch patientennahe Anwendungen großer Player wie Apple, Google und Co. vorangetrieben wird“, so Noelle. Dies gelte insbesondere im Bereich der Apps und anderer mobiler Anwendungen. Der Bedarf des Patienten wird weiter in den Mittelpunkt rücken, wodurch auch mit einem sprunghaften Anstieg sinnvoller Anwendungsszenarien zu rechnen sei. Dazu fehlen allerdings bislang durchgängige Schnittstellenentwicklungen und Standards.

Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann (ärztlicher Beirat zur Begleitung des Ausbaus einer Telematik-Infrastruktur für das NRW-Gesundheitswesen) sieht erheblichen politischen Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Telematikstruktur nach dem neuen E-Health-Gesetz. „Die Telematikstruktur darf nicht nur eine Sammlung einzelner zugelassener Anwendungen sein. Sie muss die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von verschiedenen Systemen, Techniken oder Organisationen haben. Dazu müssen gemeinsame Standards zwingend eingehalten werden.“ Bickmann schlug vor, dass Krankenkassen und andere Kostenträger E-Health-Anwendungen durch Beitragsrückerstattungen an die Patienten und angemessene Honorare für die Ärzte fördern könnten.

Wolfgang Loos (geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin) erklärte, dass Telemedizin ein wesentliches Instrument zur modernen Organisation des Gesundheitswesens national und international sei. Doch die eingeleiteten Gesetzgebungsverfahren der letzten Jahre reichten nicht aus, um telemedizinische Anwendungen auch in ländlichen Regionen wirksam und nachhaltig zu implementieren und zu vergüten. Auch das neue E-Health-Gesetz habe dabei wesentliche Hindernisse noch nicht beseitigen können. „Wir brauchen klar definierte Rahmenbedingungen, die allen Bürgern einen gleichwertigen Zugang zu einer Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau garantieren“, so Loos.

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Diskutierten beim AOK-Tag in Dortmund über die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, von links: Georg Keppeler (AOK-Verwaltungsrat), Tom Ackermann (AOK-Vorstandschef), Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann (Ärztlicher Beirat der NRW-Telematik-Infrastruktur), Prof. Guido Noelle (Geschäftsführer gevko), Maria Klein-Schmeink (MdB), Timo Thranberend (Bertelsmann Stiftung), Wolfgang Loos (Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin), Hans-Bernhard Henkel-Hoving (G+G-Chefredakteur) und Johannes Heß (AOK-Verwaltungsrat).

Diskutierten beim AOK-Tag in Dortmund über die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, von links: Georg Keppeler (AOK-Verwaltungsrat), Tom Ackermann (AOK-Vorstandschef), Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann (Ärztlicher Beirat der NRW-Telematik-Infrastruktur), Prof. Guido Noelle (Geschäftsführer gevko), Maria Klein-Schmeink (MdB), Timo Thranberend (Bertelsmann Stiftung), Wolfgang Loos (Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin), Hans-Bernhard Henkel-Hoving (G+G-Chefredakteur) und Johannes Heß (AOK-Verwaltungsrat).
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„Der digitale Wandel im Gesundheitswesen kann nur gelingen, wenn auch der Versicherte im Mittelpunkt steht“, sagte AOK-Verwaltungsratsvorsitzender Georg Keppeler (dritter von links). Er diskutierte auf dem Podium über das Selbstbestimmungsrecht der Versicherten mit (von links) Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann (Ärztlicher Beirat der NRW-Telematik-Infrastruktur), Wolfgang Loos (Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin) und Maria Klein-Schmeink (MdB).

„Der digitale Wandel im Gesundheitswesen kann nur gelingen, wenn auch der Versicherte im Mittelpunkt steht“, sagte AOK-Verwaltungsratsvorsitzender Georg Keppeler (dritter von links). Er diskutierte auf dem Podium über das Selbstbestimmungsrecht der Versicherten mit (von links) Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann (Ärztlicher Beirat der NRW-Telematik-Infrastruktur), Prof. Guido Noelle (Geschäftsführer gevko) und Maria Klein-Schmeink (MdB).
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„Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss in der Versorgung ankommen und diese im Sinne des Patienten verbessern“, sagte AOK-Chef Tom Ackermann während der gemeinsamen Podiumsdiskussion mit Maria Klein Schmeink und Prof. Guido Noelle.

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss in der Versorgung ankommen und diese im Sinne des Patienten verbessern“, sagte AOK-Chef Tom Ackermann während der gemeinsamen Podiumsdiskussion mit Maria Klein Schmeink und Prof. Guido Noelle.
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Tom Ackermann, AOK-Vorstandsvorsitzender
Tom Ackermann, AOK-Vorstandsvorsitzender

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Georg Keppeler, alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Versichertenvertreter
Georg Keppeler, alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Versichertenvertreter

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Johannes Heß, alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Arbeitgebervertreter
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Maria Klein-Schmeink, MdB und Mitglied des Gesundheitsausschusses
Maria Klein-Schmeink, MdB und Mitglied des Gesundheitsausschusses

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Timo Thranberend, Senior Project Manager von der Bertelsmann Stiftung
Timo Thranberend, Senior Project Manager von der Bertelsmann Stiftung

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Prof. Guido Noelle, Geschäftsführer gevko
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Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann, ärztl. Beirat zur Begleitung des Ausbaus einer Telematik-Infrastruktur für das NRW Gesundheitswesen
Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann, ärztl. Beirat zur Begleitung des Ausbaus einer Telematik-Infrastruktur für das NRW Gesundheitswesen

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Wolfgang Loos, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin
Wolfgang Loos, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0231 4193-10145
Mobil 01520 1566136
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