Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK NORDWEST
Ort/Kasse korrigieren
Kundencenter werden geladen ...

Diabetes Typ 2: Anstieg verhindern

Forderungen nach einer „Nationalen Diabetes-Strategie“ stellen die Volkskrankheit in den Fokus. Fakten dazu sind im Gesundheitsatlas der AOK zu finden. Die AOK NordWest setzt auf innovative Projekte und Maßnahmen.

Diabetes mellitus Typ 2 ist tückisch

Der AOK Gesundheitsatlas zeigt: Europaweit liegt Deutschland auf Platz fünf mit einer Diabeteshäufigkeit von 8,6 Prozent. Bereits sieben Millionen Menschen leben in Deutschland mit Diabetes – davon 211.000 in Schleswig-Holstein und 718.000 in Westfalen-Lippe. Die Dunkelziffer beträgt zusätzlich etwa zwei Millionen bundesweit. Laut Prognose werden es bis 2040 rund zwölf Millionen Betroffene sein. Mehr als 90 Prozent der Diabetiker gehören zum Typ 2. Und: Die Behandlungskosten von Diabetikern verdoppeln sich im Vergleich zu Patienten ohne Diabetes.

Diabetes mellitus Typ 2 ist tückisch und verläuft chronisch. Oft dauert es Jahre, bis erste Symptome wie starker Durst auftreten und die Krankheit diagnostiziert wird. 10 bis 20 Prozent der Betroffenen weisen dann schon Schäden an Blutgefäßen vor allem an Augen und Füßen auf. Ein zu hoher Blutzuckerwert verursacht langfristig enorme Schäden im gesamten Körper, im schlimmsten Fall drohen Erblindung, Fußamputation oder Nierenschäden. Am Ende reichen orale Medikamente nicht mehr aus und es muss Insulin gespritzt werden.

Marco Heggemann, Fachbereichsleiter Arztpartnerservice bei der AOK NORDWEST
Marco Heggemann, Fachbereichsleiter Arztpartnerservice bei der AOK NORDWEST

„Immer mehr junge Menschen erkranken, weil sie sich, neben erblicher Veranlagung, zu wenig bewegen und zu kalorienreich ernähren. Beides sind identifizierte Ursachen für Insulinresistenz, die nicht selten ein Zufallsbefund beim Gesundheits-Check ist“, so Marco Heggemann, Fachbereichsleiter Arztpartnerservice bei der AOK NORDWEST. In der Diabetesbehandlung und -vermeidung stehen verschiedene Therapiebausteine zur Verfügung. Als Basistherapie gilt die Lebensstilintervention: mehr bewegen, bedarfsgerecht essen und so das Körpergewicht normalisieren. Experten gehen davon aus, dass sich so mehr als 50 Prozent der Diabetes-Typ-2-Erkrankungen vermeiden ließen. Vielfältige Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene und ein Mix von präventiven Angeboten sind notwendig, um den Anstieg zu verhindern. Ein Grund, weshalb die AOK den Zuckerreduktionsgipfel initiiert hat. Zusätzlich rückt die AOK NORDWEST mit innovativen Versorgungsprojekten eines der wichtigen Zukunftsthemen weiter in den Vordergrund. Hierbei stehen neue Programme wie DIMINI (Diabetes Mellitus – ich nicht) und das digitalgestützte Angebot ComanD – (Control and manage Diabetes) im Fokus. Das Projekt DIMINI wird unter der Führung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein als kassenübergreifendes Diabetes-Präventionsprojekt in weiten Teilen des Landes umgesetzt und über den Innovationsfonds des Bundes gefördert. Abschließende Ergebnisse werden Ende 2020 erwartet. ComanD ist ein exklusives Programm der AOK NORDWEST für übergewichtige Typ-2-Diabetiker, die noch keine Antidiabetika benötigen. Es koppelt ärztliche Betreuung, AOK-Ernährungsberatung und Medizin-App. Jeder Patient erhält ein Blutzuckermessgerät mit Teststreifen. So kann er selbst messen, wie seine Ernährung, die Gewichtsabnahme und gesteigerte Bewegung mit dem Blutzucker korrelieren. Alle in der App gesammelten Werte, einschließlich Schrittzähler, bilden eine digitale Grundlage für die Therapieplanung im Arztgespräch und für die AOK-Ernährungsberatung. Kulturell bedingte Essgewohnheiten werden berücksichtigt. Die App gibt es in acht Sprachen. Marco Heggemann erläutert: „Ziel ist es, übergewichtige Typ-2-Diabetiker zu befähigen, ihre Erkrankung selbst zu kontrollieren, zu managen und ihre individuelle Gesundheitskompetenz zu stärken.“

Auf einen Blick

Diabetes in den Regionen

Prozentualer Anteil der Typ-2-Diabetiker in den Kreisen und kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein & Westfalen-Lippe

Im Gesundheitsatlas werden weitere Zusammenhänge zwischen Diabeteshäufigkeit und Adipositas, der sozialen Schichtung sowie der Alters- und Siedlungsstruktur dargestellt.

Mehr Infos unter:
wido.de/news-events/aktuelles/2019/gesundheitsatlas-diabetes/