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Auch in der dritten Pandemiewelle: Weniger Krankenhausbehandlungen in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung

Kiel (29.07.2021). Auch in der dritten Pandemiewelle kam es bei vielen Krankenhäusern in Schleswig-Holstein erneut zu Fallzahlrückgängen. Allerdings fielen diese deutlich geringer aus, als in den ersten beiden Corona-Wellen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST. Danach lag die Gesamt-Fallzahl der stationär behandelten AOK-Versicherten in den Kliniken im Norden (ohne psychiatrische Kliniken) von März bis Mai dieses Jahres um 13 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2019. In der zweiten Welle von Oktober 2020 bis Februar 2021 betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch 18 Prozent, in der ersten Pandemiewelle von März bis Mai 2020 gingen die Fallzahlen im Vergleich zu 2019 sogar um 24 Prozent zurück. Die AOK-Auswertung beleuchtet außerdem die Versorgung der stationär behandelten Covid-19-Patienten in Schleswig-Holstein, bei denen im Verlauf der Pandemie eine Sterblichkeitsrate von 20 Prozent zu verzeichnen ist. Das durchschnittliche Alter der Covid-19-Patienten in schleswig-holsteinischen Kliniken liegt bei 67,6 Jahren.

Besonders auffällig bei den Krankenhausbehandlungen in Schleswig-Holstein ist die Entwicklung bei den sogenannten ambulant-sensitiven Krankheitsbildern: „Hier gab es teilweise starke Einbrüche“, sagt Dr. Christoph Vauth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST. Dies seien vor allem jene Krankheiten, die auch von entsprechend qualifizierten niedergelassenen Ärzten behandelt werden können. Dazu gehört auch die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD. Hier gab es in der dritten Welle einen Rückgang der Fallzahlen von 43 Prozent – ähnlich hoch wie in der zweiten Welle (minus 49 Prozent). Bei der Herzinsuffizienz hingegen lag der Rückgang in der dritten Welle bei zwölf Prozent und war damit etwas geringer als in der zweiten Welle (minus 18 Prozent).

Anlass zur Sorge bereitet nach wie vor der Rückgang bei den Notfall-Behandlungen. Auch in der dritten Pandemiewelle von März bis Mai 2021 lagen die Behandlungsfälle aufgrund von Schlaganfällen weiterhin unter dem Niveau der Vorpandemiezeit: Das Minus betrug im Vergleich zum Vergleichszeitraum 2019 immer noch zwölf Prozent. „Wir appellieren an die Patientinnen und Patienten, bei Notfallsymptomen auch unter den Bedingungen der Pandemie nicht zu zögern und umgehend den Notruf zu wählen“, so Dr. Vauth.

Kassen zahlen weiterhin Coronatests in Kliniken

Die Einnahmeausfälle der Kliniken im Land wurden in der Pandemie bis Mitte Juni dieses Jahres durch Ausgleichszahlungen aufgefangen, die durch den Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenkassen vor- und aus Steuermitteln refinanziert werden. Zusätzlich wurde der Ausbau der Intensivbetten-Kapazitäten aus dem Gesundheitsfonds finanziert. Mit Hinweis auf das stark rückläufige Infektionsgeschehen und deutlich weniger Intensivpatienten hat die Bundesregierung inzwischen den Rettungsschirm wieder zugeklappt. Die gesetzlichen Krankenkassen hingegen zahlen weiterhin die Coronatestungen ihrer Versicherten im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt und übernehmen die Kosten für Schutzkleidung in den Krankenhäusern.

Bilder

Weniger Patienten: Auch in der dritten Pandemiewelle kam es bei vielen Krankenhäusern in Schleswig-Holstein zu Fallzahlrückgängen.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
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