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Arzneimittel-Ausgaben in Westfalen-Lippe erneut gestiegen: Ärzte verordneten im ersten Halbjahr 2016 Medikamente für über zwei Milliarden Euro

AOK-Chef kritisiert Wahlgeschenke an die Pharmaindustrie

Pressemitteilung

12.10.2016

Dortmund. In Westfalen-Lippe sind die Ausgaben für Arzneimittel erneut gestiegen: Im ersten Halbjahr 2016 verordneten die niedergelassenen Ärzte im Land für die rund 7,3 Millionen gesetzlich Versicherten Medikamente im Wert von über zwei Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 5,3 Prozent. Im Durchschnitt bekam jeder gesetzlich Versicherte in Westfalen-Lippe Arzneimittel für 278 Euro verordnet. Dies teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis der aktuellen Statistiken des GKV-Spitzenverbandes mit. „Ursache für den erneuten Kostenanstieg sind vor allem die ausufernden hohen Preise für patentgeschützte Arzneimittel“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Ohne politische Eingriffe, befürchtet Ackermann, werden die Arzneimittelausgaben für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) weiter aus dem Ruder laufen und die finanzielle Stabilität des Sozialsystems gefährden. Der AOK-Chef kritisierte, dass mit dem geplanten Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) vor allem die Interessen der Pharmafirmen gewahrt werden. „Anstatt die hohen Mond-preise zu bekämpfen und die Patienteninteressen in den Mittelpunkt zu rücken, werden vorzeitige Wahlgeschenke an die Pharmaindustrie verteilt“, so Ackermann.

Wesentliche Prinzipien des bisherigen Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimit-telmarktes (AMNOG) dürfen hingegen nicht aufgeweicht werden. Allein durch die Aufhebung des Preismoratoriums für Medikamente ohne Patentschutz und Fest-betrag würden die Ausgaben der GKV bundesweit schlagartig um Milliarden stei-gen. Daher fordert Ackermann die Verlängerung des Preismoratoriums bis zum Jahre 2022 und einen rechtlichen Rahmen zur Begrenzung der Hochpreispolitik. „Wir brauchen dringend eine adäquate Antwort auf die Frage nach fairen Arznei-mittelpreisen. Hier muss dringend gesetzlich nachgebessert werden“, sagt der AOK-Chef.

Außerdem lehnt die AOK die von der Pharmaindustrie gewünschte „Vertraulichkeit“ der Erstattungspreise ab. „Es gibt nur einen Grund für geheime Arzneimittelpreise: das Gewinninteresse der Pharmaindustrie. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die verhandelten Preise zu veröffentlichen. Nicht zuletzt haben auch die Versicherten das Recht zu erfahren, wie viel Geld ihre Krankenkasse für Arzneimittel bezahlt“, sagt Ackermann.

Dokumente

Bilder

Im ersten Halbjahr bekam jeder gesetzlich Versicherte in Westfalen-Lippe Arzneimittel für 278 Euro verordnet.

Arzneimittel-Einnahme mit einem Glas Wasser
Format: JPG

Größe: 565 KB

Fotograf: AOK/hfr.

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Pressekontakt

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AOK NORDWEST, Direktion Dortmund
Jens Kuschel, Pressesprecher
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0231 4193-10145, Mobil: 01520 1566136
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