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Arzneimittel-Ausgaben in Schleswig-Holstein erneut gestiegen: Ärzte verordneten im ersten Halbjahr 2016 Medikamente für mehr als 615 Millionen Euro.

AOK-Chef kritisiert Wahlgeschenke an die Pharmaindustrie

Pressemitteilung

12.10.2016

Kiel. In Schleswig-Holstein sind die Ausgaben für Arzneimittel erneut gestiegen: Im ersten Halbjahr 2016 verordneten die niedergelassenen Ärzte im Land für die rund 2,4 Millionen gesetzlich Versicherten Medikamente im Wert von mehr als 615 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,6 Prozent. Im Durchschnitt bekam jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für 254 Euro verordnet. Dies teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis der aktuellen Statistiken des GKV-Spitzenverbandes mit. „Ursache für den erneuten Kostenanstieg sind vor allem die ausufernden hohen Preise für patentgeschützte Arzneimittel“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Ohne politische Eingriffe, befürchtet Ackermann, werden die Arzneimittelausgaben für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) weiter aus dem Ruder laufen und die finanzielle Stabilität des Sozialsystems gefährden. Der AOK-Chef kritisierte, dass mit dem geplanten Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) vor allem die Interessen der Pharmafirmen gewahrt werden. „Anstatt die hohen Mondpreise zu bekämpfen und die Patienteninteressen in den Mittelpunkt zu rücken, werden vorzeitige Wahlgeschenke an die Pharmaindustrie verteilt“, so Ackermann.

Wesentliche Prinzipien des bisherigen Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) dürfen hingegen nicht aufgeweicht werden. Allein durch die Aufhebung des Preismoratoriums für Medikamente ohne Patentschutz und Festbetrag würden die Ausgaben der GKV bundesweit schlagartig um Milliarden steigen. Daher fordert Ackermann die Verlängerung des Preismoratoriums bis zum Jahre 2022 und einen rechtlichen Rahmen zur Begrenzung der Hochpreispolitik. „Wir brauchen dringend eine adäquate Antwort auf die Frage nach fairen Arzneimittelpreisen. Hier muss dringend gesetzlich nachgebessert werden“, sagt der AOK-Chef.

Außerdem lehnt die AOK die von der Pharmaindustrie gewünschte „Vertraulichkeit“ der Erstattungspreise ab. „Es gibt nur einen Grund für geheime Arzneimittelpreise: das Gewinninteresse der Pharmaindustrie. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die verhandelten Preise zu veröffentlichen. Nicht zuletzt haben auch die Versicherten das Recht zu erfahren, wie viel Geld ihre Krankenkasse für Arzneimittel bezahlt“, sagt Ackermann.

Dokumente

Bilder

Im ersten Halbjahr bekam jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für 254 Euro verordnet.

Arzneimittel-Einnahme mit einem Glas Wasser
Format: JPG

Größe: 565 KB

Fotograf: AOK/hfr.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0431 605-21171
Mobil 01520 1566136
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