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Arzneimittel-Ausgaben in Schleswig-Holstein erneut gestiegen

Ärzte verordneten im ersten Halbjahr 2015 Medikamente für fast 600 Millionen Euro

13.11.2015

Kiel. In Schleswig-Holstein wird so viel Geld für Arzneimittel ausgegeben wie nie zuvor: Auch im ersten Halbjahr 2015 sind die Ausgaben für Arzneimittel erneut gestiegen. Die niedergelassenen Ärzte im Land verordneten für die rund 2,4 Millionen gesetzlich Versicherten Medikamente im Wert von fast 600 Millionen Euro und damit über 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahreshalbjahr. Das ist ein Anstieg von 3,7 Prozent. Dies teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis der aktuellen Statistiken des GKV-Spitzenverbandes mit. „Ursache für den erneuten Kostenanstieg ist die Hochpreispolitik der Pharmaindustrie bei vielen neuen patentgeschützten Produkten“, sagte AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch.

Neben der gesetzlichen Absenkung des Herstellerabschlags von 16 auf 7 Prozent sieht Litsch vor allem die starke Verteuerung der Therapie mit patentgeschützten Arzneimitteln als Preistreiber. „Gutes Beispiel sind die neuartigen Hepatitis-C-Präparate, neue Krebsmedikamente, aber auch eine Reihe von angekündigten Innovationen zur dringend benötigten Behandlung von Demenz. Die Preise, die die Pharmaindustrie allerdings dafür verlangt, sind trotz des hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwands so unangemessen hoch, dass wir vor Kostendimensionen stehen, die das GKV-Solidarsystem über alle Maßen belasten“, warnte Litsch.

Daher fordert er nach einem rechtlichen Rahmen zur Begrenzung der Hochpreispolitik. „Wir brauchen dringend eine adäquate Antwort auf die Frage nach fairen Arzneimittelpreisen. Derzeit ist es so, dass die Hersteller eines Arzneimittels mit Zusatznutzen in den ersten 12 Monaten Mondpreise für ihr Präparat ansetzen können, ohne dass die Gesetzliche Krankenversicherung nach diesem Zeitraum über die vorgesehene Erstattungspreisverhandlung wirklich mäßigend auf den Preis einwirken könnte“, so Litsch. Hier müsse dringend gesetzlich nachgebessert werden. Ein möglicher Ansatz ist die rückwirkende Geltung des ausgehandelten Erstattungspreises. Sie würde die GKV um 250 Millionen Euro jährlich entlasten. „Aber das reicht bei Weitem nicht aus. Ohne faire Preise laufen wir zwangsläufig auf globale Steuerungsinstrumente wie Preisabschläge oder Budgets für die Pharmaindustrie zu“, sagte Litsch.

Im Durchschnitt bekam im ersten Halbjahr 2015 jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für 246 Euro verordnet. Insgesamt haben die Patienten im vergangenen Jahr Zuzahlungen für Arzneimittel in Höhe von über 38 Millionen Euro geleistet, das sind fast 16 Euro je Versicherten.

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