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AOK zum Welt-Kopfschmerztag am 5. September: Schleswig-Holstein plagt der Kopfschmerz

Pressemitteilung

Ausgaben für Migränemittel um 80 Prozent gestiegen

Kiel (24.08.2021). In Schleswig-Holstein steigen die Ausgaben für Migränemittel immer stärker an: Im letzten Jahr verordneten die niedergelassenen Ärzte im Land für alle gesetzlich Krankenversicherten Migräne-Medikamente im Wert von über 5,7 Millionen Euro. Das ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent, im Vergleich zu 2018 sogar um fast 80 Prozent. Hier zahlten die gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein rund 3,2 Millionen Euro. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST auf Basis von Zahlen des GKV-Spitzenverbandes. „Der Kostenanstieg ist vor allem auf die Einführung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen zur Migräneprophylaxe im ersten Halbjahr 2019 zurückzuführen“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann anlässlich des Welt-Kopfschmerztages am 5. September.

Vor allem in den zwölf Monaten nach Marktzugang führte die Verordnung dieser patentgeschützten Arzneimittel wegen der freien Preisbildung zu gestiegenen Ausgaben, die weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben. Bisher ist der Zusatznutzen der neuen Wirkstoffe nur für eine relativ geringe Anzahl an Patienten bewiesen. Die Mehrzahl der Patienten profitiert von den bewährten Therapien zur Migräneprophylaxe. Erst wenn die Patienten auf mehrere der bewährten Therapien nicht ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, kann die Behandlung mit einem der neuen Wirkstoffe angezeigt sein. Zudem soll eine Migräneprophylaxe auch immer mit nicht-medikamentösen Maßnahmen kombiniert werden.

Von der Volkskrankheit Kopfschmerzen sind etwa 54 Millionen Bundesbürger betroffen. Wenn es sticht und hämmert im Kopf, greifen viele Betroffene zu Schmerzmitteln. Zu den ärztlich verordneten Migränemitteln kommen noch die Schmerzmittel, die ohne Rezept in der Apotheke besorgt werden. Werden regelmäßig Schmerzmittel eingenommen, geraten die Patienten oft in einen Teufelskreis: Denn es ist paradox: Eine verstärkte Einnahme von Schmerzmitteln kann zu einem Anstieg der Schmerzen führen. „Häufig werden Kopfschmerzen nicht richtig ernst genommen, viele Betroffene greifen vorschnell zu Medikamenten anstatt sich aktiv mit der Krankheit auseinander zu setzen“, so Ackermann.

Die Ursachen von Kopfschmerzen sind ebenso vielfältig wie die Kopfschmerzarten. Auch Migräne gehört zu den Kopfschmerzen. Der meist starke, einseitige, klopfende bis pulsierende Kopfschmerz hält vier bis 72 Stunden an. Meist wird Migräne von mindestens einem weiteren Symptom wie Überempfindlichkeit gegen Geräusche, Licht oder Gerüche sowie Übelkeit und Erbrechen begleitet. Chronische – also regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg in kurzen zeitlichen Abständen auftretende – Kopfschmerzen können die Gesundheit und das Leben der Betroffenen schwer belasten. Die Lebensqualität ist häufig stark eingeschränkt. Außerdem wirkt sich die „Marter in Kopf“ auch auf das familiäre und berufliche Umfeld aus. Erschreckend ist, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen sind. Verantwortlich dafür ist die Veränderung der Lebensumstände der Kinder in den letzten Jahren: Sie stehen häufiger unter Stress, sitzen vermehrt vor dem Bildschirm oder PC – weiter verstärkt durch das Homeschooling in Corona-Zeiten - und bewegen sich weniger.

„Wichtig ist, die Auslöser des Kopfschmerzes ausfindig zu machen“, so Ackermann. Wenn es gelingt, diese Auslöser zu vermeiden, sei oft schon viel gewonnen. Dabei kann das Führen eines Kopfschmerztagebuches helfen, diese Auslöser zu erkennen und auch zu vermeiden, so dass gute Aussichten bestehen, die Schmerzen zu lindern oder sogar ganz in den Griff zu bekommen. Treten Schmerzen regelmäßig auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Insbesondere bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne ist eine korrekte Diagnose und Therapie wichtig, um die Beschwerden zu lindern. Für die vorbeugende Behandlung von Migräne und anderen Kopfschmerzen können Entspannungsübungen helfen. Die Progressive Muskelrelaxation ist die bekannteste Entspannungsmethode. Aufgrund der leichten Erlernbarkeit wird das Verfahren von vielen Therapeuten bevorzugt, um tiefe Entspannung für therapeutische Ziele zu erzeugen. Kursangebote rund um das Thema Entspannung finden Betroffene auch im AOK-Kursprogramm, das im Internet unter aok.de/nw abrufbar ist. Alle Angebote sind exklusiv und kostenfrei für AOK-Kunden. Alle Kurse werden von qualifizierten Fachkräften geleitet.

Bilder

Die Ausgaben für Migräne-Medikamente sind in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

Format: JPG

Größe: 77 KB

Fotograf: AOK/hfr

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Volkskrankheit Kopfschmerz: Die Lebensqualität der Betroffenen ist häufig stark eingeschränkt. Außerdem wirkt sich die „Marter in Kopf“ auch auf das familiäre und berufliche Umfeld aus.

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Größe: 262 KB

Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de