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AOK-Umfrage zur Gesundheitsversorgung im Regierungsbezirk Münster: Hohe Versorgungsqualität, aber zu wenig Abstimmung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung

Pressemitteilung

AOK sieht akuten Handlungsbedarf in der Gesundheitspolitik

Dortmund/Münster (16.11.2021). Die Mehrheit der Menschen im Regierungsbezirk Münster ist zufrieden mit der medizinischen Versorgung an ihrem Wohnort. Nachholbedarf wird hingegen bei der Abstimmung zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen und bei der Digitalisierung gesehen. Das geht aus einer aktuellen Online-Befragung durch das Meinungsforschungsinstituts Civey bei Menschen ab 18 Jahren im Regierungsbezirk Münster im Auftrag der AOK hervor. Auch wenn bislang noch unklar ist, welche Rolle die Gesundheitspolitik in der neuen Bundesregierung spielen wird: Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger im Regierungsbezirk Münster besteht im Gesundheitswesen auf jeden Fall großer Handlungsbedarf.

Nach den aktuellen Umfrage-Ergebnissen fordern 59,4 Prozent der Befragten im Regierungsbezirk Münster eine bessere personelle Ausstattung des Gesundheitswesens. 35,1 Prozent nannten als vorrangige Themen eine gerechte Finanzierung und stabile Beiträge. 31,9 Prozent verwiesen auf deutlichen Handlungsbedarf bei der Digitalisierung. 28,0 Prozent der Teilnehmer wünschten sich Verbesserungen bei der Versorgung durch Praxen und Krankenhäuser. 24,4 Prozent wünschten sich eine generell bessere finanzielle Ausstattung des Gesundheitswesens. Und für 23,3 Prozent der Befragten ist die hohe Qualität der medizinischen Versorgung am wichtigsten. „Das zeigt eindrucksvoll, wie wichtig den Menschen im Regierungsbezirk Münster die Gesundheitsversorgung ist und dass das Thema bei den jetzt durchgeführten Koalitionsverhandlungen eine Hauptrolle spielen muss. Längst überfällige Reformen müssen nun endlich angegangen und im Sinne einer besseren Patientenversorgung rasch umgesetzt werden“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

Politik muss wieder für stabile Beiträge sorgen

Und das wird auch bei dem Thema Finanzierung deutlich: 85,5 Prozent der Befragten im Regierungsbezirk Münster bejahten die Frage, ob die Politik dafür sorgen müsse, die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stabil zu halten. „Wir brauchen endlich wieder mehr Beitragssatzstabilität in der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch wenn jetzt die Finanzmittel aus dem Bundeshauhalt um weitere sieben Milliarden Euro aufgestockt wurden, bleibt die finanziell angespannte Lage unverändert bestehen. Im Jahr 2023 werden der GKV erneut 14 Milliarden Euro fehlen, die über zusätzliche Bundesmittel und Einsparungen gegenfinanziert werden müssen. Hier ist die neue Bundesregierung gefordert, die Weichen für dauerhaft stabile GKV-Finanzen zu stellen“, so Ackermann.

Defizite zwischen ambulanter und stationärer Versorgung

Offenbar erlebt die Bevölkerung im Regierungsbezirk Münster die Zusammenarbeit zwischen der ambulanten und stationären Versorgung als Problem. Gefragt nach den größten Hindernissen für ein besseres Gesundheitssystem, wird die mangelnde Koordination der Akteure an zweiter Stelle genannt (45,8 Prozent) – hinter zu wenig qualifiziertem Personal (49,8 Prozent), aber noch vor fehlenden finanziellen Mitteln (39,6 Prozent), fehlender Transparenz der Behandlungsqualität (34,2 Prozent) oder zu wenig Zugang zu Spitzenmedizin und Forschung (20,5 Prozent).

Die weiterführende Frage, wie die Abstimmung zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Pflege-/Reha-Anbietern aus ihrer Sicht funktioniere, beantworten weit über die Hälfte der Befragten mit „schlecht bis eher schlecht“ (53,3 Prozent). 26,0 Prozent zeigten sich unentschieden, nur 20,7 Prozent bezeichneten die Zusammenarbeit als gut. Als Gründe für die schlechte Abstimmung zwischen den beiden Sektoren wurden fehlende digitaler Vernetzung (57,7 Prozent), zu wenig fachlicher Austausch (49,6 Prozent), finanzieller Interessen (48,2 Prozent), zu wenig Zeit (40,4 Prozent) und räumliche Trennung (14,4 Prozent) genannt.

Gute Versorgung statt günstige Preise

Große Zustimmung erzielte die Aussage „Der Wettbewerb der Krankenkassen muss auf gute Versorgung ausgerichtet werden statt auf einen günstigen Preis“. 82,0 Prozent stimmten dem „eindeutig bis eher“ zu. Nur 11,4 Prozent waren bei diesem Thema unentschieden, 6,6 Prozent lehnten die Aussage „eindeutig oder eher“ ab. Bei der Frage „Was wäre Ihnen bei der Auswahl eines Krankenhauses wichtiger: Dass es auf die für Sie wichtige OP spezialisiert ist, oder, dass das Krankenhaus in der Nähe ist?“ votierten 80,3 Prozent „eindeutig“ oder „eher“ für die Spezialisierung, nur 11,2 Prozent „eindeutig“ oder „eher“ für die Nähe. „Derzeit ist für Patienten nicht immer sichergestellt, dass sie mit ihrem Anliegen an die richtigen Ansprechpartner weitergeleitet werden. Schlecht abgestimmte Versorgungsprozesse, Informationsbrüche zwischen Leistungserbringern und Qualitätsrisiken durch mangelnde Spezialisierung gefährden die medizinische Versorgung“, so AOK-Chef Ackermann. Nach seiner Einschätzung müsse sich die künftige Gesundheitsversorgung stärker am Patienten- und Versichertenbedarf vor Ort ausrichten und Sektorengrenzen überwinden. Auch der qualitätsorientierte Umbau der Krankenhausstrukturen müsse weiter forciert und ein passender Rahmen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Vertragsärzten geschaffen werden. „Das wäre ein großer Schritt hin zu mehr Versorgungsqualität“, so Ackermann.

Bilder

Handlungsbedarf im Gesundheitswesen: Die Menschen im Regierungsbezirk Münster fordern eine bessere personelle Ausstattung des Gesundheitswesens, stabile Beiträge und mehr Digitalisierung.

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Fotograf: AOK/hfr

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Die Mehrheit der Menschen im Regierungsbezirk Münster ist zufrieden mit der medizinischen Versorgung an ihrem Wohnort. Nachholbedarf wird hingegen bei der Abstimmung zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen gesehen.

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Defizite im Gesundheitswesen: Hier sehen die Menschen im Regierungsbezitk Münster Handlungsbedarf:

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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