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Antibiotika-Verordnungen in Schleswig-Holstein: Kritischer Umgang führt zu starkem Rückgang - Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen – Positiver Corona-Effekt

Pressemitteilung

Kiel (15.06.2021). In Schleswig-Holstein sind die Antibiotika-Verordnungen stark zurückgegangen. So ist deren Anzahl im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 24,6 Prozent gesunken. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST zu den Verordnungszahlen für alle gesetzlich Krankenversicherten. Danach wurden in 2020 insgesamt rund 740.000 Antibiotika-Verordnungen ausgestellt, im Vorjahr waren es noch 981.000. Seit 2013 ist in Schleswig-Holstein ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. Hier lag die Anzahl der Verordnungen noch bei 1,25 Millionen. „Die abnehmende Tendenz bei den Antibiotika-Verordnungen ist auf einen zunehmend kritischeren Umgang besonders bei den Verordnungen für Kinder zurückzuführen. Das ist eine positive Entwicklung, um der Neubildung von Resistenzen entgegenzuwirken. Denn je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto mehr verlieren sie ihre Wirkung. Dies könnte dazu führen, dass selbst kleine Wunden oder Operationen lebensbedrohlich werden, weil die Mediziner mögliche Infektionen nicht mehr behandeln können“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.

Die abnehmende Tendenz bei den Antibiotika-Verordnungen wurde zusätzlich durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt. Im zweiten und vierten Quartal des Jahres 2020 war der Rückgang besonders hoch. Hier lag er bei 35,7 Prozent und 36,0 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal und vierten Quartal 2019. „Durch die Abstands- und Hygieneregeln, KiTa- und Schulschließungen im Rahmen der Corona-Pandemie gab es auch weniger Ansteckungen mit bakteriellen Infektionen. Dadurch wurden weniger Antibiotika benötigt“, so Ackermann.

Auch wenn die Tendenz rückläufig ist, ist ein zurückhaltender und verantwortungs-bewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich. „Um die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken und eine indikationsgemäße Verschreibung durch die Ärzte zu fördern, sensibilisieren wir Ärzte und Versicherte über einen sachgemäßen Umgang mit Antibiotika“, so Ackermann. So wissen viele Betroffene nicht, dass Antibiotika nur in den seltensten Fällen gegen Erkältungskrankheiten helfen. „Wenn der Hals kratzt, die Nase läuft und leichtes Fieber im Anmarsch ist, sind meist Viren die Ursache. Antibiotika hingegen wirken nur gegen bakterielle Infektionen und sind völlig unwirksam, wenn die Erkältung durch Viren ausgelöst wurde“, so Ackermann. Auch bei Covid-19 machen Antibiotika keinen Sinn, da es sich auch hier um eine reine Virusinfektion handelt. „Dennoch ist es sinnvoll eine Atemwegserkrankung ärztlich abklären zu lassen, um eine Covid-19-Infektion auszuschließen“, so Ackermann.

Wenn ein Antibiotikum eingenommen werden muss, ist außerdem die korrekte Einnahme von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise müssen die Zeitabstände exakt stimmen, damit die Antibiotikamenge im Körper immer hoch genug ist, um die Bakterien sicher zu bekämpfen. Bei unsachgemäßem Einsatz kann die Entstehung von resistenten Bakterien beschleunigt werden. „Antibiotika, die unnötig gegeben oder falsch eingenommen werden, sind eine große Gefahr. Denn damit verliert die Medizin ihre therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein zurückhaltender und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich“, so Ackermann.

Dokumente

Bilder

Die Antibiotika-Verordnungen sind in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

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Größe: 74 KB

Fotograf: AOK/hfr

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In Schleswig-Holstein sind die Antibiotika-Verordnungen in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Das ist eine positive Entwicklung, um der Neubildung von Resistenzen entgegenzuwirken.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de