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Alkohol bleibt Suchtmittel Nummer eins bei Jugendlichen: Weniger junge ‚Komasäufer‘ in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung

12. Juli 2017

Kiel. In Schleswig-Holstein trinken deutlich weniger Kinder und Jugendliche Alkohol bis zum Vollrausch. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST. Danach wurden in Schleswig-Holstein im Jahr 2016 insgesamt 199 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, über zehn Prozent weniger als im Vorjahr (223). In 2012 landeten noch 271 Jugendliche und junge Heranwachsende wegen exzessiven Alkoholkonsums in einer Klinik. „Der Trend des bewussteren Umgangs mit Alkohol scheint anzuhalten. Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Denn mit einer hohen Dunkelziffer bleibt Alkohol Suchtmittel Nummer eins bei Jugendlichen und darf daher nicht bagatellisiert werden“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Die rückläufige Entwicklung ist besonders bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren auffällig. Hier ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen in 2016 wegen akutem Alkoholrausch im Vergleich zu 2015 um fast 22 Prozent zurückgegangen.

Die schlechte Nachricht: Bei den 19-Jährigen ist der exzessive Alkoholmissbrauch gestiegen. Die Zahl der stationären Behandlungen in 2016 nahm in dieser Altersgruppe im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zu. „Diese Zahlen zeigen, dass wir nicht nachlassen dürfen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären und sie zu unterstützen, ihr Trinkverhalten zu reflektieren und zu verändern. Alkoholkonsum kann zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden“, sagt AOK-Chef Ackermann. Wer bereits in jungen Jahren exzessiv Alkohol trinkt, läuft Gefahr, wichtige Hirnfunktionen dauerhaft zu schädigen und eine Alkoholsucht zu entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Jugendliche auch und gerade beim Alkohol Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen.

Für AOK-Chef Ackermann ist der Kampf gegen das ‚Komasaufen‘ eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nicht nur von den Krankenkassen allein geführt werden kann. So sind auch Lehrer und Eltern gefragt, Grenzen zu setzen und die Gefahren des Rauschtrinkens zu thematisieren. Aber auch Kommunen und Politik sind gefordert, sich in die Suchtprävention noch stärker einzubringen, die Verfügbarkeit von Alkohol zu verringern und die Lebensverhältnisse und -bedingungen zu verbessern. Als positive Beispiele nannte Ackermann die landesweiten präventiven AOK-Schulprogramme wie den Klarsicht-Parcours ab der 7. Klassenstufe oder ‚AlcoMedia‘ ab der 10. Klasse in Kooperation mit der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e. V. (LSSH).

Nach Auffassung der AOK ist Alkohol derzeit noch relativ gut verfügbar, einfach konsumierbar und präsent. Neben der Einschränkung der Verfügbarkeit spielt aus Sicht der AOK auch eine wichtige Rolle, wie der Umgang mit Alkohol vorgelebt wird. „Wenn Eltern, Vereinstrainer, Verwandte und andere wie selbstverständlich alkoholische Getränke zu sich nehmen, ist die Hemmschwelle für Kinder und Jugendliche meist sehr niedrig. Wenn es „normal“ ist, dass am Wochenende, nach sportlicher Aktivität oder bei Feiern viel Alkoholisches getrunken wird, dann übernehmen unsere Kinder und Jugendliche dieses Verhalten eher“, so Ackermann.

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In Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr insgesamt 199 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

Junger Mann im Vollrausch: In Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr insgesamt 199 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. In Westfalen-Lippe wurden im vergangenen Jahr insgesamt 868 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Bei den 16- bis 18-Jährigen ist der exzessive Alkoholmissbrauch gestiegen.
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Fotograf: AOK/hfr.

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Jens Kuschel, Pressesprecher
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