Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK NORDWEST
Ort/Kasse korrigieren
Kundencenter werden geladen ...
Seitenpfad

Pflegereform: Das ändert sich in der Pflege

Mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“ hat der Bundestag im Juli 2021 eine neue Pflegereform beschlossen. Einige Regelungen traten sofort in Kraft. Für Pflegebedürftige haben sich vor allem seit Januar 2022 einige Leistungen geändert.

Stationäre Pflege: Zuschüsse zu den Pflegeheimkosten

Pflegebedürftige Menschen ab Pflegegrad 2, die in einer vollstationären Pflegeeinrichtung leben, werden seit 1. Januar 2022 finanziell entlastet. Sie erhalten einen Zuschuss zum pflegebedingten Eigenanteil, auch Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) genannt. Der Zuschlag steigt mit der Dauer der Pflege in der vollstationären Pflegeeinrichtung auf: 

  • 5 Prozent im ersten Jahr
  • 25 Prozent im zweiten Jahr
  • 45 Prozent im dritten Jahr
  • 70 Prozent ab dem vierten Jahr

Bei einem durchschnittlichen Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil von 968,27 Euro pro Monat können Sie mit folgender finanzieller Erleichterung rechnen:

Leistungszuschlag im ersten Jahr (5 Prozent) im zweiten Jahr (25 Prozent) im dritten Jahr (45 Prozent) ab dem vierten Jahr (70 Prozent)
pro Monat 48,41 Euro 242,07 Euro 435,72 Euro 677,79 Euro

Den Zuschuss müssen Sie nicht beantragen. Die Abrechnung des Zuschlags wird automatisch zwischen der Pflegekasse und dem Pflegeheim geregelt. Die AOK-Pflegekasse und die Pflegeeinrichtung informieren Sie dazu per Post.

Bezuschusst wird nur der pflegebedingte Eigenanteil, nicht die Kosten für die Unterbringung, Verpflegung, Investitionskosten oder weitere Leistungen. Die verbleibenden Kosten, die Pflegebedürftige selbst tragen, werden von der Pflegeeinrichtung in Rechnung gestellt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Leistungen der stationären Pflege.

Häusliche Pflege: Pflegesachleistungen werden angehoben

Pflegebedürftige, die zu Hause von einem ambulanten Pflegedienst versorgt werden, können ebenfalls seit 1. Januar 2022 mit mehr Leistungen rechnen. Die monatlichen Beträge für Pflegesachleistungen werden um fünf Prozent erhöht:

  • Pflegegrad 2: 724 Euro statt bisher 689 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.363 Euro statt bisher 1.298 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.693 Euro statt bisher 1.612 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.095 Euro statt bisher 1.995 Euro

Weitere Informationen zur ambulanten Pflege finden Sie auf der Seite Leistungen für die Pflege zu Hause .

Mehr Geld für die Kurzzeitpflege

Seit 1. Januar 2022 steht Pflegebedürftigen mehr Geld für die Kurzzeitpflege zur Verfügung. Der Betrag wird um zehn Prozent erhöht, von bisher 1.612 Euro auf 1.774 Euro pro Kalenderjahr. Die Kurzzeitpflege können Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 längstens acht Wochen pro Jahr nutzen. Haben Pflegebedürftige die Leistungen der Verhinderungspflege (1.612 Euro) noch nicht oder nur teilweise verwendet, dann können diese Mittel auch für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. In diesem Fall stehen insgesamt bis zu 3.386 Euro pro Kalenderjahr zur Verfügung.

Mehr Unterstützung durch Pflegeberatung

Bisher hatten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vor allem beim Eintritt von Pflegebedürftigkeit beziehungsweise dem Erstantrag auf einen Pflegegrad, Anspruch auf eine individuelle und umfassende Pflegeberatung. Fortan werden Pflegebedürftige und ihre Angehörigen explizit auch dann mit einer Pflegeberatung unterstützt, wenn im Laufe der Pflegebedürftigkeit weitere Leistungen notwendig werden, wie zum Beispiel Zuschüsse zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen. Beantragen Sie weiterführende Leistungen für die Pflege, dann erhalten Sie automatisch von der Pflegekasse ein zeitnahes Angebot für eine Pflegeberatung.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite AOK-Pflegeberatung.

Weitere Leistungen und Erleichterungen für die Pflege

Weitere relevante Regelungen, die sich aus dem „Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“ für Pflegebedürftige und deren Angehörigen ergeben, sind:

  • Umwandlung von Pflegesachleistungen ohne Antrag: Pflegebedürftige, die die monatlichen Beträge für Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpfen, können diese nun einfacher für Entlastungsleistungen einsetzen. Bis zu 40 Prozent der ungenutzten Pflegesachleistungen können ohne vorherigen Antrag für Angebote verwendet werden, die der Unterstützung im Alltag dienen und nach Landesrecht anerkannt sind. Die Kostenerstattung erfolgt gegen Vorlage der Belege.
  • Empfehlung von Pflegehilfsmitteln durch Pflegefachkräfte: Pflegehilfsmittel können ohne Rezept beantragt werden. In vielen Fällen ist eine ärztliche Verordnung aber ratsam, damit die abzudeckenden Kosten gesichert sind. Statt einem Rezept vom Arzt dürfen nun auch Pflegefachkräfte notwendige Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel empfehlen. Die Empfehlung muss schriftlich erfolgen und darf bei Antragstellung nicht älter als zwei Wochen sein.
  • Anspruch auf Kostenerstattung von Pflegeleistungen auch nach dem Tod des Pflegebedürftigen: Verstirbt ein Pflegebedürftiger, dann können sich die Erben vorfinanzierte Pflegeleistungen erstatten lassen. Die Erstattung muss binnen von zwölf Monaten nach dem Tod des Pflegebedürftigen beantragt werden.

Höherer Beitrag in der Pflegeversicherung

Mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“ wurde auch eine Beitragserhöhung der Pflegeversicherung beschlossen. Kinderlose ab 23 Jahren zahlen seit 1. Januar 2022 monatlich 0,1 Prozent mehr in die Pflegeversicherung ein. Für sie erhöht sich der Beitrag von 3,3 auf 3,4 Prozent des Bruttolohns.

Das könnte Sie auch interessieren

Corona-Sonderregeln für Patienten auch 2022 gültig

Mehr Sicherheit für Patienten: Viele Corona-Sonderregeln verlängern sich aufgrund der anhaltenden Pandemie bis ins Jahr 2022.

Coronavirus: Hygiene und Verhaltensweisen

Wie man sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen kann und wer zur Risikogruppe zählt.

Anpassung des Zusatzbeitrages der AOK NORDWEST

Die AOK NORDWEST hat im Jahr 2021 ihr Gesundheitsleistungen stetig ausgebaut. Dies führt nun zu einer Anpassung des Zusatzbeitrages.

Kontakt zu meiner AOK NORDWESTOrt/Kasse ändern

Zur Kontaktseite

Newsletter

Der AOK-Newsletter schickt monatlich die neuesten Meldungen aus den Bereichen Medizin, Fitness, Ernährung, Karriere und Gesundheit in Ihr Postfach.

Um einen RSS-Feed zu abonnieren, benötigen Sie einen Browser, der RSS unterstützt. Die aktuellen Standardbrowser (z. B. Mozilla Firefox, Internet Explorer oder Chrome) unterstützen RSS-Feeds. Um die Feeds zu abonnieren, klicken Sie bitte auf den unten angegebenen Link. Benennen Sie den RSS-Link nach Ihren Wünschen und speichern Sie ab. Über eine neue Schaltfläche in Ihrem Browser können Sie dann die News erreichen.
Die RSS-Technologie ermöglicht Ihnen die tagesaktuellen News aus der Themenwelt der aok.de einfach und bequem zu abonnieren. Sie können sich unsere News-Themen in ihrem Browser oder einem RSS-Reader anzeigen lassen. Teilweise unterstützen auch Bildschirmschoner und E-Mail-Programme den RSS-Feed. Sie können daher die News sehr flexibel einsetzen.
Zur Kontaktseite