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Viele Schulanfänger brauchen eine Sprachtherapie

Insgesamt werden Sprachtherapien für Kinder überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei den sechsjährigen Kindern. Dabei gibt es landesweit betrachtet spürbare Unterschiede in den Regionen.

Neuer Heilmittelreport der AOK

Potsdam, 28. Dezember 2016. Kommunikation ist ein wichtiger Teil unseres Lebens - insbesondere für Kinder. Sie ermöglicht Teilhabe und Austausch. Dennoch heißt es zum Schulstart für viele Kinder mittlerweile nicht mehr nur lesen, rechnen und schreiben zu lernen, sondern auch das richtige Sprechen. Allein in Brandenburg haben im vergangenen Jahr 23,7 Prozent der Kinder bei Schulbeginn eine Sprachtherapie erhalten. Das zeigt der neue Heilmittelreport 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Insgesamt werden Sprachtherapien für Kinder überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei den sechsjährigen Kindern. Dabei gibt es landesweit betrachtet spürbare Unterschiede in den Regionen. Den niedrigsten Wert bei sechsjährigen Kindern mit Sprachtherapie verzeichnet die Region Potsdam-Mittelmark mit einem Anteil von 19,6 Prozent (landesweit 23,7 Prozent). Die meisten Sprachtherapien erhalten dagegen die Schulanfänger aus der Region Cottbus mit einem Anteil von fast 33 Prozent.

„Bereits die zweite AOK-Familienstudie aus dem Jahr 2010 hat gezeigt, dass Eltern in der heutigen Zeit zahlreichen Belastungen unterliegen beispielsweise durch die Doppelbelastung von Familie und Beruf. Da bleibt häufig wenig Zeit für die Entwicklung der Kinder. Darüber hinaus beeinflusst auch die Allgegenwärtigkeit elektronischer Medien immer früher die kindliche Entwicklung“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. „Die Ergebnisse des vorliegenden Heilmittelreports unterstreichen das noch einmal und zeigen, dass ein großer Teil der Kinder offensichtlich Expertenhilfe benötigt, um die anstehenden schulischen Herausforderungen meistern zu können. Auch wenn Sprachtherapien bei der Kindesentwicklung helfen können – mindestens genauso wichtig sind Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus.“

Jungen brauchen öfter Sprachhilfe

Auffällig ist, dass vor allem Jungen therapeutisch bei ihrer altersgerechten Sprech- und Sprachentwicklung unterstützt werden. Während bundesweit 23,7 Prozent der sechsjährigen Jungen rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie erhalten, liegt dieser Anteil in Brandenburg bereits bei 27,7 Prozent. Aber auch gleichaltrige Mädchen brauchen sprachtherapeutische Hilfe. Bundesweit liegt der Anteil immerhin noch bei 16,2 Prozent und im Land bei 20,1 Prozent. Insgesamt hat damit fast jeder dritte sechsjährige Junge und jedes fünfte Mädchen in Brandenburg eine Sprachunterstützung erhalten.

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
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