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Schnelle Hilfe im akuten Pflegefall

„PfiFf“ jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern gestartet

12.06.2015

Gemeinsame Presseinformation

Universitätsmedizin Rostock
und
AOK Nordost – Die Gesundheitskasse

Das AOK Nordost-Programm „Pflege in Familien fördern – PfiFf“ und die Universitätsmedizin Rostock unterstützen pflegende Angehörige

Schwerin. Schnell und unerwartet kann ein Familienangehöriger zum Pflegefall werden. Ein plötzlicher Schlaganfall oder schwerer Sturz kann das Leben komplett verändern. Dann ist rasche Hilfe gefordert – für den Patienten, aber auch für die Angehörigen. Hier setzt das Programm der AOK Nordost „Pflege in Familien fördern – PfiFf“ an, das zusammen mit der Universitätsmedizin Rostock Menschen unterstützt, die Betroffene zu Hause pflegen. Am heutigen Freitag wurde „PfiFf“ an der Universitätsmedizin im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt.

Das von der AOK Nordost entwickelte Programm besteht aus drei aufeinander aufbauenden Modulen mit praktischer Anleitung und theoretischer Wissensvermittlung. „PfiFf“ setzt bereits frühzeitig an, um Angehörige in der Pflege zu Hause zu unterstützen. Wenn gewünscht, erhalten sie schon im Krankenhaus und nach der Entlassung in der Häuslichkeit spezielle Schulungen mit praktischen Anleitungen, Hinweisen und Tipps. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Entlassungsmanagement des Krankenhauses, den regionalen Pflegestützpunkten und weiteren professionellen Akteuren soll so zeitnah eine stabile Pflegesituation im Alltag hergestellt werden, um eine für den Pa­tienten belastende Wiederaufnahme ins Krankenhaus zu vermeiden. Dazu hat die Gesundheitskasse Pflegefachkräfte im Klinikum weiterqualifiziert und Kooperationspartner vor Ort wie beispielsweise die Alzheimer-Gesellschaft M-V eingebunden. Anfang des Monats hat nun der erste Kurs für pflegende Angehörige – mit praktischen Anleitungen am Krankenbett – begonnen.

„Etwa sieben von zehn Pflegebedürftigen werden in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause betreut. Das stellt die pflegenden Familienangehörigen vor enorme Herausforderungen. Das Projekt ,PfiFf – Pflege in Familien fördern‘ unterstützt die Angehörigen und leistet einen wichtigen Beitrag in der häuslichen Pflege. Klar ist: Pflegebedürftige brauchen bestmögliche Unterstützung – ihre Angehörigen auch“, begrüßte die Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Birgit Hesse, die neue Initiative.

Denn die Angehörigen stehen auf einmal vor einem Berg von Aufgaben: Anträge müssen gestellt, die Wohnung mit Pflegebett und anderen Hilfsmitteln ausgestattet, ein Pflegedienst organisiert werden. Und bei Bedarf müssen die Angehörigen in der praktischen Pflege unterwiesen werden, denn die Betreuung zu Hause ist mit hohen körperlichen aber auch psychischen und emotionalen Belastungen verbunden.

„Die Pflege kranker Menschen ist hochkomplex geworden und bedarf spezieller Kenntnisse. Diese geben wir als Experten gern an die pflegenden Angehörigen weiter“, erklärt Annett Laban, Pflegevorstand an der Universitätsmedizin Rostock.

„Pflege rückt immer mehr in den Mittelpunkt unserer alternden Gesellschaft. Deshalb ist es eine große Herausforderung für alle Akteure im Gesundheitswesen, sich diesem Thema verantwortungsbewusst zu stellen“, betont auch die AOK Nordost-Projektleiterin Dr. med. Katharina Graffmann-Weschke. „Nachdem ,PfiFf‘ in Brandenburg seit einem Jahr erfolgreich umgesetzt wird, freue ich mich, dass wir nun gemeinsam mit unseren Partnern dieses innovative Projekt auf den Weg gebracht haben. So können wir vielen betroffenen Familien auch in Mecklenburg-Vorpommern den Rücken stärken“, so Graffmann-Weschke weiter.

Nach dem Start in Rostock ist es das Ziel, das AOK Nordost-Programm „PfiFf“, das seit 2014 an 16 Brandenburger und zwei Berliner Krankenhäusern angeboten wird, schrittweise in ganz Mecklenburg-Vorpommern umzusetzen. Die Teilnahme an „PfiFf“ ist kostenlos und unabhängig von der Kassenzugehörigkeit. Weitere Informationen zu „PfiFf“ im Internet unter: www.aok-pfiff.de, wo unter anderem für pflegende Angehörige kurze Filme zur praktischen Anleitung zu sehen sind. In ihnen zeigt eine erfahrene Pflegefachkraft verschiedene Handgriffe zu ausgewählten Pflegeaufgaben wie etwa die Augenpflege oder das richtige Betten eines Pflegebedürftigen.

Ansprechpartner:
Universitätsmedizin Rostock
Kerstin Beckmann, Leiterin der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit/Marketing,
Tel.: (0381) 494 50 90, Kerstin.Beckmann@med.uni-rostock.de

AOK Nordost
Markus Juhls, Pressereferent
Tel.: 0800 265080-41469, presse@nordost.aok.de

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