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Qualitätsvergleich bei Prostata-Operationen

AOK-Krankenhausnavigator hilft bei der Wahl einer geeigneten Klinik

29.10.2015

Berlin. Die AOK hat ihren Krankenhausnavigator erneut erweitert. Ab sofort informiert die internetbasierte Orientierungshilfe für die Suche nach einem geeigneten Krankenhaus auch über die Qualität von Prostata-Operationen. „Mit 26 Prozent der Neuerkrankungen ist das Prostatakarzinom deutschlandweit bei Männern die häufigste Krebserkrankung. Wir wollen unseren Versicherten mit leicht verständlichen Informationen helfen, das passende Krankenhaus für die Behandlung von Prostata-Erkrankungen auszuwählen“, betont Dr. Anke-Britt Möhr, Geschäftsführerin Stationäre Versorgung der AOK Nordost. Die Ergebnisse im Krankenhausnavigator basieren auf der Auswertung von Routinedaten (QSR-Daten), die von Krankenhäusern an die Krankenkassen übermittelt werden. Für den Klinikvergleich in den neuen Leistungsbereichen hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) bundesweit Daten von fast 60.000 AOK-Versicherten ausgewertet, die in der Zeit von 2011 bis 2013 wegen radikaler Prostatektomie oder operativer Behandlung des benignen Prostatasyndroms im Krankenhaus waren (Detailinformationen dazu im Hintergrund).

Allein in Berlin waren das in diesem Zeitraum rund 2.000 Versicherte der AOK Nordost. Insgesamt wurden in der Hauptstadt elf Kliniken bewertet. Davon erreichten vier Krankenhäuser ein überdurchschnittliches Ergebnis. Bei der radikalen Prostatektomie verzeichneten die Berliner Krankenhäuser mit einer durchschnittlichen Komplikationsquote von nur 9,8 Prozent den mit Abstand niedrigsten Wert im bundesweiten Vergleich.

Der AOK-Krankenhausnavigator enthält damit Qualitätsbewertungen in acht Diagnosebereichen, etwa zu Blinddarm-Entfernungen, Operationen an Hüft- und Kniegelenken oder der Entfernung der Gallenblase. Patienten können sich für jeden dieser Eingriffe eine Bewertung anhand von Symbolen anzeigen lassen. Je nach Abschneiden kann eine Klinik ein, zwei oder drei „Lebensbaumsymbole“ für eine unterdurchschnittliche, durchschnittliche oder überdurchschnittliche Bewertung erhalten. „Mit der Auswertung von Routinedaten legt die AOK seit Jahren den Fokus auf Qualitätsmessung und Qualitätsentwicklung. Dass die Qualität nun ab 2016 auch im neuen Krankenhausstrukturgesetz verankert wird, begrüßen wir daher ausdrücklich“, erläutert Dr. Anke-Britt Möhr.

Persönliche Beratung ergänzt AOK-Krankenhausnavigator

Die QSR-Daten sind eine wichtige Säule des Krankenhausnavigators. Darüber hinaus bietet die AOK Nordost ihren Versicherten, die sich nicht im Internet informieren können oder wollen, eine persönliche Beratung in den Servicecentern vor Ort. Hier helfen die Kundenberater den Versicherten bei der Suche nach dem am besten geeigneten Krankenhaus. Die Entscheidung trifft letztlich immer der Versicherte.
Mehr Infos zum Krankenhausnavigator: www.aok.de/krankenhausnavigator

Hintergrundinformationen

Operationen von Prostata-Leiden – erhebliche Qualitätsunterschiede

Für die Ergebnisse des AOK-Krankenhausnavigators zur operativen Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS) wurden mit dem QSR-Verfahren bundesweit über 44.000 Fälle aus den Jahren 2011 bis 2013 aus über 420 Kliniken ausgewertet. Die Komplikationsrate lag bei diesen Fällen im bundesweiten Durchschnitt bei 17,9 Prozent. Mit 16,7 Prozent lag die Komplikationsrate beim BPS in der Hauptstadt etwas niedriger.

Bei der radikalen Prostatektomie, also der Entfernung der Prostata bei Prostatakarzinom (RPE), wurden für den gleichen Zeitraum über 15.500 Fälle aus 220 Krankenhäusern ausgewertet. Die Komplikationsrate lag bei diesen Fällen im bundesweiten Durchschnitt bei 19,3 Prozent. In Berlin gab es bei der RPE viel seltener Komplikationen. Hier lag die Rate nur bei durchschnittlichen 9,8 Prozent. Das ist im bundesweiten Vergleich mit Abstand der niedrigste Wert.

Zu den ausgewerteten Komplikationen gehören beispielsweise erneute Eingriffe an Prostata, Harnröhre oder Harnleiter während des Krankenhausaufenthaltes bzw. bis zu einem Jahr danach. Auch allgemeine Komplikationen wie Lungenembolien oder Herzinfarkte werden ausgewertet. Die Qualität der Harnblasenentleerung nach einer OP an der Prostata sowie Inkontinenz und Impotenz können aufgrund nicht übermittelter Daten auch nicht ausgewertet werden.

Das QSR-Verfahren

„Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) ist ein Verfahren, das eine Langzeitbetrachtung von Behandlungsergebnissen ermöglicht, die über den Krankenhausaufenthalt hinausgeht. Es bezieht die Daten aller Krankenhäuser und die der ambulanten Versorgung mit ein. So lassen sich unerwünschte Ereignisse analysieren, die innerhalb eines Jahres nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auftreten. Während das Wissen der Krankenhäuser über die Qualität der Therapie mit dem Verlassen der Klinik endet, kann die AOK auch spätere Komplikationen sichtbar machen, die an anderer Stelle behandelt wurden.

 

Zur Berechnung der Qualitätsindikatoren werden Abrechnungs- beziehungsweise Routinedaten verwendet. Einen Teil dieser Daten wertet das WIdO für acht Krankheitsbilder in anonymisierter Form aus und analysiert Art und Anzahl der aufgetretenen Komplikationen während und nach dem Krankenhausaufenthalt von Patienten. Ein komplexes statistisches Verfahren, das unter anderem Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen von Patienten und anderen Faktoren berücksichtigt, sorgt für einen fairen Krankenhausvergleich.
Infos unter: www.qualitaetssicherung-mit-routinedaten.de

Neben dieser Presseinformation für Berlin finden Sie im Downloadbereich regionale Informationen auch für Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Pressekontakt

Pressesprecherin der AOK Nordost
Gabriele Rähse
Telefon: 0800 265080-22202
Fax: 0800 265080-22926
E-Mail: presse@nordost.aok.de