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Lungenerkrankung COPD: 69.000 in Mecklenburg-Vorpommern betroffen

Gesundheitsatlas der AOK zeigt regionale Unterschiede

Schwerin, 20. Mai 2021. Rund 6,9 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner Mecklenburg-Vorpommern über 40 sind von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD betroffen. Damit liegt MV leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 7,1 Prozent. Das geht aus dem „Gesundheitsatlas COPD“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, den die AOK Nordost im Vorfeld des Weltnichtrauchertages am 31. Mai veröffentlicht hat. Er ist unter www.gesundheitsatlas-deutschland.de abrufbar.

Der Atlas ermöglicht auf Basis anonymisierter Versichertendaten auch Aussagen zur Krankheitshäufigkeit auf Kreisebene. In Ludwigslust-Parchim sind demnach mit 6,2 Prozent am wenigsten Bewohnerinnen und Bewohner von COPD betroffen, an der Mecklenburgischen Seenplatte liegt der Anteil mit 7,4 Prozent am höchsten. COPD-Patientinnen und -Patienten gehören zur Prioritätsgruppe 3 für Corona-Impfungen, weil eine Covid-19-Erkrankung bei ihnen im Schnitt schwerer verläuft.

Prozentualer Anteil der COPD-Patientinnen und -Patienten in den Kreisen und kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern

Die Grafik zum Download finden Sie hier. (PNG, 716 KB)

Rauchen wichtigster Risikofaktor für COPD

Der Gesundheitsatlas zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem regionalen Anteil der rauchenden Bevölkerung und der COPD-Prävalenz in Deutschland: In Regionen, in denen der Anteil der Rauchenden laut Mikrozensus 2017 am niedrigsten war, liegt auch die COPD-Häufigkeit bei nur 6,3 Prozent. Sie nimmt mit dem Anteil der Rauchenden immer mehr zu und ist in den Regionen mit besonders hohem Anteil an Rauchenden am höchsten (7,8 Prozent).

Die Reizstoffe im Tabakrauch können dabei chronische Entzündungen der Bronchien bewirken. Entzündete Atemwege machen das Atmen mit der Zeit immer schwerer. „Gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen ist das Beste, was man tun kann, um gar nicht erst zu erkranken. Angebote und Kurse zur Raucherentwöhnung sind darüber hinaus eine der wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung der Erkrankung.“, sagt Dr. Maria Albota, beratende Ärztin bei der AOK Nordost. Versicherte der AOK Nordost können kostenfrei das Online-Gruppentraining SQUIN zur Rauchentwöhnung nutzen.

Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen

Männer sind insbesondere in den höheren Altersgruppen häufiger von COPD betroffen als Frauen. Die höchsten Anteile liegen bei Männern mit einem Anteil von 15,8 Prozent in der Altersgruppe ab 85 Jahren, bei Frauen mit 11,8 Prozent in der Altersgruppe von 85 bis 89 Jahren.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern hängen im Wesentlichen damit zusammen, dass Männer deutlich häufiger rauchen als Frauen. Laut dem Tabakatlas 2020 des Deutschen Krebsforschungszentrums rauchen in Mecklenburg-Vorpommern 33,9 Prozent der Männer und 22,4 Prozent der Frauen.

Die Grafik zum Download finden Sie hier. (PNG, 128 KB)

Rostock schneidet im Großstadt-Vergleich gut ab

Beim Vergleich der Großstädte unter 500.000 Einwohnern liegt die Hansestadt Rostock als größte Stadt des Landes mit einem COPD-Patientenanteil von 6,5 Prozent im unteren Drittel. Im Schnitt beträgt die Prävalenz in den Großstädten 7,1 Prozent.

Die niedrigsten COPD-Prävalenzen im Bundesländer-Vergleich gibt es mit 5,8 Prozent in Baden-Württemberg, gefolgt von Sachsen mit 6 Prozent und Bayern mit 6,2 Prozent. Am häufigsten erkranken die Bewohnerinnen und Bewohner Berlins mit 8,6 Prozent und Nordrhein-Westfalens mit 8,4 Prozent.

Rund 40.000 Versicherte im Nordosten profitieren vom Disease-Management-Programm COPD

Die AOK Nordost engagiert sich seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung ihrer Versicherten mit einer COPD. So ist das Disease-Management-Programm (DMP) „AOK-Curaplan“ für COPD-Patienten seit fast 15 Jahren ein fester Bestandteil der Versorgung. In Mecklenburg-Vorpommern nehmen rund 6.300 AOK-Versicherte daran teil. In Berlin und Brandenburg sind es weitere rund 33.700 AOK-Versicherte.

„Das wichtigste Ziel bei der Versorgung von COPD-Erkrankten ist es, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten und die medizinische Versorgung nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu optimieren“, betont Dr. Maria Albota.

Das DMP für COPD-Erkrankte hilft dabei, alle Behandlungsbausteine - Medikamente, körperliches Training, Atemtherapie und nicht zuletzt Raucherentwöhnung - bestmöglich zu koordinieren. Fester Bestandteil solcher strukturierten Behandlungsprogramme sind zudem Schulungen für die Patientinnen und Patienten, in denen sie lernen, wie sie die Therapie aktiv mitgestalten können. Dadurch sollen akute Verschlechterungen des Gesundheitszustands und nachfolgende Krankenhausaufenthalte vermieden werden.

Hinweis für die Redaktionen:

Die Ergebnisse des Gesundheitsatlas wurden mit einem statistischen Verfahren errechnet, das vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt wurde. Ausgehend von AOK Routinedaten ermöglicht es eine alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustierte Hochrechnung auf die gesamte Bevölkerung.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de