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Warum Sie Ihre Ohren vor Silvesterböllern schützen sollten

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Gabriele Rähse
Pressesprecherin
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de

Lauter als ein Düsenjet

Potsdam, 27. Dezember 2017. Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr zum Jahreswechsel ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist daher gerade während der Silvesternacht besondere Vorsicht angesagt. „Ein Knalltrauma kann man sich schneller zuziehen, als man glaubt. Dabei wird das Innenohr durch ein plötzliches, sehr lautes Geräusch verletzt, selbst wenn es nur wenige Millisekunden dauert", erklärt Dr. Werner Wyrwich Arzt und Geschäftsbereichsleiter bei der AOK Nordost. Wenn ein Feuerwerkskörper in weniger als zwei Metern Entfernung vom Ohr explodiert, wirken auf das Gehör Schallimpulse von mehr als 150 Dezibel. Das ist lauter als ein Düsenjet, der in 25 oder 30 Metern Entfernung startet. Die Schwelle, ab der das Gehör Schaden nehmen kann, liegt bei 85 Dezibel, wenn man dieser Beschallung dauerhaft ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Ein vorbeifahrender LKW macht etwa 90 Dezibel aus.

Oft trifft es junge Menschen: Ein Knalltrauma erwischt im Durchschnitt dreimal so viele Männer wie Frauen und vor allem junge Menschen zwischen sechs und 25 Jahren. Häufig ist es mangelnde Vorsicht, manchmal aber auch Pech, wenn ganz nah ein Böller losgeht

Das sind die Hauptsymptome: Teile der Hörschnecke im Innenohr werden durch den extremen Schalldruckpegel geschädigt. Die Hauptsymptome sind anhaltende Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwerhörigkeit. Die Betroffenen haben vor allem Probleme bei der Wahrnehmung hoher Frequenzen. Klingeltöne und hohe Stimmen hören sie deutlich schlechter als zuvor. Das Ohr fühlt sich wie verstopft an. Stechende Schmerzen im Ohr oder Schwindel können ebenfalls Folgen eines Knalltraumas sein.

Bleibende Schäden vermeiden: Je nach Auslöser sind eines oder beide Ohren betroffen. „Die Symptome können zwar bereits nach ein paar Stunden abklingen“, sagt Wyrwich. „Halten sie aber länger als einen Tag an, rate ich Betroffenen zu einem Ohrenarzt zu gehen, um eine Behandlung einzuleiten und bleibende Schäden zu vermeiden.“ Ein HNO-Arzt prüft zum Beispiel, wie das Gehör verschiedene Frequenzen wahrnimmt, untersucht das Ohr und kann so die Diagnose Knalltrauma stellen.

Abstand zu Böllern und Raketen halten: Ohren kann man nicht zuklappen. Der beste Schutz für das Gehör ist es deshalb, ausreichend Abstand zu Böllern und Raketen zu halten. Liebhaber des großen Feuerwerks sollten einen Gehörschutz tragen. Ohrstöpsel sind in Drogerien, Baumärkten, Apotheken oder auch in Musikgeschäften erhältlich. Außerdem sollte man darauf achten, nur geprüftes Feuerwerk zu verwenden.