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Im Spannungsfeld zwischen Regulierung und Dynamik

Professor Steffen Augsberg, Mitglied im Deutschen Ethikrat, stellte fest: „Man kann nicht NICHT digitalisieren.“ Er setzte den Fokus in seiner Keynote auf die ethischen Fragen, die sich aus der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung ergeben. „Die Digitalisierung verändert die gesamte Lebenswelt und bringt im Gesundheitswesen neue ethische Herausforderungen mit sich. Es könnte sein, dass wir durch die Möglichkeiten von Big Data in der Medizin das Solidaritätsprinzip der Gesetzlichen Krankenkassen ganz neu schätzen lernen“, so Augsberg.

13. Landeskonferenz „Telematik im Gesundheitswesen“ in Potsdam

Potsdam, 2. März 2018. Digitale Innovationen sind dabei, das Gesundheitswesen zu revolutionieren. Daraus entstehen Fragen, beispielsweise: Wie weit darf Digitalisierung überhaupt gehen? Und gleichzeitig: Wann lähmt die gesetzliche Regulierung den Fortschritt? Bei der 13. Telematik-Landeskonferenz diskutierten am Mittwoch mehr als 200 Experten und Besucher an der Universität Potsdam über die Chancen und Risiken der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Die Telemed-Initiative Brandenburg e.V. hatte am 28.02.2018 zu der jährlichen Konferenz geladen, die in diesem Jahr den Fokus auf die Digitalisierung im Spannungsfeld zwischen Regulierung und Dynamik legte. „Es braucht Leitplanken, die den Rahmen für Innovationen vorgeben und die Interessen der Patienten schützen. Gleichzeitig darf der Rahmen nicht zum Korsett werden, das jegliche Innovationskraft erdrückt“, so Jürgen Heese, Vorstand der Telemed-Initiative Brandenburg, in seiner Begrüßungsrede.

Auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde immer wieder deutlich, dass an bestimmten, richtungsweisenden Stellen der Gesetzgeber gefordert ist. „Für mehr Dynamik braucht es eine klare Strategie, die so grundsätzliche Dinge wie eine elektronische Patientenakte allen Versicherten und Leistungserbringern zugänglich macht. Eine Strategie, die den Datenschatz hebt, ohne den Datenschutz zu vernachlässigen“, sagte Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost, in seinem Grußwort. Die Gesundheitskasse entwickelt bereits seit ihrem Zusammenschluss zur AOK Nordost digitale und telemedizinische Angebote, um die Versorgung in der Region Nordost zu verbessern.

Professor Steffen Augsberg, Mitglied im Deutschen Ethikrat, stellte fest: „Man kann nicht NICHT digitalisieren.“ Er setzte den Fokus in seiner Keynote auf die ethischen Fragen, die sich aus der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung ergeben. „Die Digitalisierung verändert die gesamte Lebenswelt und bringt im Gesundheitswesen neue ethische Herausforderungen mit sich. Es könnte sein, dass wir durch die Möglichkeiten von Big Data in der Medizin das Solidaritätsprinzip der Gesetzlichen Krankenkassen ganz neu schätzen lernen“, so Augsberg.

Ein Thema, das in vielen Diskussionen um die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Angebote im medizinischen Bereich ganz vorne steht, ist die Frage nach der Sicherheit der Daten. „Den Patienten ist der vertrauliche Umgang mit ihren medizinischen Daten wichtig. Sie möchten nicht, dass diese zu anderen Zwecken genutzt werden“, so Ralph Hünten, Senior Executive Advisor – Cybersecurity für T-Systems International.

Die Vorstellung der telemedizinischen ärztlichen Beratungsangebote aus Bern, Medi24, und aus London, DrEd, ließen die Teilnehmer über den Tellerrand blicken. Ein anschließendes Dialogforum ermöglichte es dem interessierten Publikum, mit den beiden Vertretern, Angelo Eggli (Medi24) und David Meinertz (DrEd), in ein intensives Fachgespräch zu kommen. Die kürzlich vorausgegangene Ankündigung der Bundesärztekammer, das Fernbehandlungsverbot in Deutschland zu lockern, verlieh den Beiträgen für den deutschen Gesundheitsmarkt eine besondere Aktualität.

In der abschließenden Podiumsdiskussion zum Breitbandausbau mit Jan Opgenoorth (Landesministerium für Wirtschaft und Energie Brandenburg), Raik Nowka (Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg), Dr. Ortwin Wohlrab (CEO Netfox) und Dr. Karsten Bittigau (Geschäftsführer Evangelisches Krankenhaus Luckau) wurde deutlich, dass eine funktionierende Mobilfunk- und Breitbandversorgung sowohl eine wichtige Basis für die gesundheitliche Versorgung in der Fläche als auch für die wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs ist. Dr. Bittigau forderte, dass die Politik nicht nur Empfehlungen geben, sondern auch Taten beim flächendeckenden Breitbandausbau folgen lassen müsse. Einig waren sich alle, dass digitale Infrastruktur als Daseinsvorsorge akzeptiert werden muss.

Die Telemed-Initiative Brandenburg e.V.

Die Telemed-Initiative Brandenburg macht sich seit 2005 durch Information, Wissenstransfer und Austausch für die Gestaltung einer patientenorientierten Versorgungsstruktur im Land Brandenburg stark. Der Verein ist ein interdisziplinärer Verbund von AOK Nordost, Universität Potsdam, UP Transfer Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer mbH an der Universität Potsdam, der Ingenieursgesellschaft für IT und Medizintechnik Mengel, Stiawa und Partner sowie Waldheim-Rechtsanwälte. 

Anhang

Weitere Informationen unter www.telemed-initiative.de

Die 13. Landeskonferenz für Telematik im Gesundheitswesen auf Twitter: #TeleKon2018 @Telemed_Ini

Presseinformation vom 02.03.2018 (PDF, 321 KB)

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher (komm.)
Tel.: 0800 265 080 – 22202
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