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AOK und Ärztekammer würdigen beispielhafte Sportangebote für Menschen mit körperlichen Einschränkungen

Der Gesundheitspreis Brandenburg wurde zum ersten Mal 2014 verliehen. Mit dem Innovationswettbewerb würdigen die AOK und die Landesärztekammer alle zwei Jahre beispielhafte und praxiserprobte Lösungsansätze, die dazu beitragen, Herausforderungen im Gesundheitswesen zu meistern.

Gesundheitspreis Brandenburg zum zweiten Mal verliehen

Potsdam, 10. Oktober 2016. Vier herausragende Projekte in Schwedt/Oder, Neuruppin, Cottbus und im Landkreis Märkisch-Oderland sind heute mit dem Gesundheitspreis Brandenburg 2016 ausgezeichnet worden. Der Innovationswettbewerb der AOK Nordost und der Landesärztekammer Brandenburg steht in diesem Jahr unter dem Motto „Sport- und Bewegungsangebote für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen – Motivierende und überzeugende Ansätze in der Praxis“. Die Preisträger wurden bei der Festveranstaltung am Abend in Potsdam mit insgesamt 30.000 Euro geehrt.

Mit den beiden ersten Preisen in den Kategorien Anbieter aus dem Gesundheitsbereich und Sportvereine wurden die Rehazentrum Neuruppin OGD GmbH und der Verein Wassersport PCK Schwedt ausgezeichnet. Während die Rehazentrum Neuruppin OGD GmbH mit ihrem Angebot „Sport zum Leben“ Patienten mit einer Krebserkrankung langfristig sporttherapeutisch betreut, bietet der Verein Wassersport PCK Schwedt neben Reha- und Präventionssportangeboten auch Rudern für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowohl im Breiten-, als auch im Leistungssport an. Der Verein hat bekannte Sportler hervorgebracht, wie etwa den gebürtigen Schwedter und aktuellen Olympiasieger Sebastian Brendel, der im Potsdamer Kutschstall-Ensemble deshalb auch mit persönlichen Worten die Laudatio für den Verein hielt.

Der Kreissportbund Märkisch-Oderland in Seelow wurde für sein beispielhaftes Engagement in der Sturzprävention im Landkreis gewürdigt. Die Deutsche Rheuma-Liga, Landesverband Brandenburg, mit Sitz in Cottbus wurde für ihr Projekt „Tanzen mit/trotz Rheuma“ ausgezeichnet.

Neben der Anerkennung können sich die Gewinner über ein Preisgeld freuen: Die zwei ersten Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert, die beiden zweiten Preise mit je 5.000 Euro. Insgesamt hatten sich bei der zweiten Auflage des Gesundheitspreises Brandenburg 20 Projekte beworben.

In ihrem Grußwort betonte Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg und Schirmherrin des Gesundheitspreises Brandenburg: „Ausreichende und regelmäßige körperliche Betätigung ist für viele Menschen auch bei uns im Land Brandenburg leider immer noch nicht selbstverständlich. Deshalb müssen wir gemeinsam etwas dafür tun, die Brandenburgerinnen und Brandenburger für körperliche Aktivitäten zu gewinnen und für den Sport zu begeistern. Dazu gehört natürlich auch immer etwas Anstrengung. Wichtig sind in jedem Fall passgenaue Angebote mit leichten und barrierefrei erreichbaren Zugangswegen für ein gesundes Sporttreiben. Wie das insbesondere auch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen gelingen kann, zeigen sehr anschaulich die Projekte, die heute mit dem Gesundheitspreis 2016 ausgezeichnet wurden.“

Rainer Knerler, alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Nordost, verwies auf die Vorbildwirkung der Preisträger: „Die Selbstverwaltung der AOK Nordost ist der Überzeugung, dass es im Land Brandenburg viele innovative Projekte zur Verbesserung der Gesundheit der Menschen gibt, die aber in der breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Mit dem Gesundheitspreis wollen wir gezielt zu ausgesuchten Themen die Träger dieser Projekte ermuntern, uns ihre Aktivitäten zu präsentieren, um dadurch die Chance zu bekommen, in einem größerem Rahmen Aufmerksamkeit zu finden. Ich wünsche den diesjährigen Preisträgern, dass sie auf möglichst viel Interesse bei anderen Einrichtungen stoßen."

Dr. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg, erklärte: „Sport ist auch ein Mittel, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, gemeinsam Freizeit zu verbringen, gemeinsam Spaß zu haben. Für Menschen ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ist das in der Regel kein Problem. Doch dürfen wir diejenigen mit körperlichen Einschränkungen nicht vergessen – Menschen mit Handicap, die keinen freien Zugang zum Sport ihrer Wahl haben.“

Frank Michalak, Vorstandvorsitzender der AOK Nordost, betonte: „Für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist Bewegung genauso wichtig wie für jeden anderen. Nicht nur, weil Sport ihnen dabei helfen kann, körperlich besser mit ihrer Erkrankung zurechtzukommen, sondern auch weil gemeinsame Aktivitäten mit betroffenen und nichtbetroffenen Menschen Vorurteile und Ängste abbauen können. Doch zu oft noch gibt es Barrieren, die dies verhindern. Umso mehr freut es uns, dass wir mit dem Gesundheitspreis vier Projekte auszeichnen, die mit ihren Angeboten diese Barrieren überwunden haben und beispielgebend für andere sein können.“

Der Gesundheitspreis Brandenburg wurde zum ersten Mal 2014 verliehen. Mit dem Innovationswettbewerb würdigen die AOK und die Landesärztekammer alle zwei Jahre beispielhafte und praxiserprobte Lösungsansätze, die dazu beitragen, Herausforderungen im Gesundheitswesen zu meistern.

Weitere Information unter www.aok.de/nordost/gesundheitspreis

Gewinner des Gesundheitspreises Brandenburg 2016

Erste Preise (je 10.000 Euro):


Die beiden ersten Preise gehen an den Wassersport PCK Schwedt und das Rehazentrum Neuruppin OGD GmbH.

Der Verein Wassersport PCK Schwedt hat nach Analyse der Einwohnerstruktur 2011 festgestellt, dass es in Schwedt/Oder vor allem an Sport- und Bewegungsangeboten für Menschen mit körperlichen Einschränkungen mangelt. Zusammen mit einem ortsansässigen Orthopädiemeister wurden technische Hilfsmittel entwickelt, die diesen Menschen das Rudern im Breiten-, sowie Leistungssport ermöglichen. Daneben entstanden in Zusammenarbeit mit der örtlichen Förderschule eine Wassersport AG, eine Trainingsgruppe für geistig Behinderte und weitere Reha- und Präventionsangebote. Durch diese Neuausrichtung konnte der PCK Schwedt in den vergangenen Jahren mehr als 200 neue Mitglieder gewinnen.

Mit ihrem Angebot „Sport zum Leben“ begleitet das Rehazentrum Neuruppin OGD GmbH seit 2011 Patienten mit einer Krebserkrankung sporttherapeutisch. Die Angebote reichen dabei vom Ausdauertraining in der Gruppe, Krafttraining an Geräten bis hin zu Gymnastik und Sportspielen. Dabei erfolgt die Betreuung durch einen Bewegungslosten von der Akut- über die Reha-Phase bis in die Nachsorge-Sportgruppen. Diese Beratung und Unterstützung ist vor allem im kritischen Übergang nach der stationären Behandlung von großer Bedeutung.



Zweite Preise (je 5.000 Euro):

Ausgezeichnet werden mit den zweiten Preisen der Kreissportbund Märkisch-Oderland e.V. in Seelow sowie die Deutsche Rheuma Liga, Landesverband Brandenburg e.V. in Cottbus.

Der Kreissportbund Märkisch-Oderland hat in den vergangenen Jahren 22 Gruppen im Landkreis aufgebaut, in denen speziell geschulte Übungsleiter die Erhaltung und Förderung der körperlichen Fähigkeiten von Senioren und anderen sturzgefährdeten Menschen trainieren. Bis Ende des Jahres soll es insgesamt 30 solcher Trainingsgruppen geben.

Der Landesverband Brandenburg der Deutschen Rheuma-Liga in Cottbus hat mit „Tanzen mit/trotz Rheuma“ ein neues Angebot im Seniorentanz geschaffen. Ziel ist es, durch spezielle Tanzübungen sowohl die körperlichen als auch die geistigen Fähigkeiten von Rheumakranken zu aktivieren und gleichzeitig das Wohlbefinden und Vergessen der chronischen Schmerzen zu fördern. Das Angebot beschränkt sich nicht nur auf Betroffene, sondern bezieht auch deren Angehörige und Freunde mit ein.

Auswahlverfahren durch unabhängige Jury

Die Entscheidung über die Preisträger hat eine unabhängige Jury aus Selbstverwaltung, Politik, Wissenschaft und Praxis getroffen. Insgesamt wurden Preise im Gesamtvolumen von 30.000 Euro vergeben. Die Aufteilung oblag der Jury, die sich wie folgt zusammensetzte:

Alexander Schirp, Alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Nordost

Rainer Knerler, Alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Nordost

Dr. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg

Günter Baaske, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Sylvia Lehmann, Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag Brandenburg

Raik Nowka, Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg

Dr. Stefan Gutschow, Präsidium Landessportbund Brandenburg

Frances Herrmann, Präsidium Behinderten-Sportverband-Brandenburg und paralympische Silbermedaillengewinnerin

Prof. Thomas Wessinghage, Orthopädie-Chefarzt, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer der Medical Park-Kliniken Bad Wiessee sowie Olympiateilnehmer und Europameister

Prof. Dr. med Heinz Völler, Professur für Rehabilitationswissenschaften Universität Potsdam

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Pressesprecherin Gabriele Rähse
Telefon: 0800 265 080 - 22202
presse@nordost.aok.de

Landesärztekammer Brandenburg
Pressesprecherin Anja Zimmermann 
Telefon: 0355 78010-76
presse@laekb.de