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Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

21.01.2016

Gemeinsame Pressemitteilung

Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse

Die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) haben einen wichtigen Schritt zur Sicherung der ambulanten medizinischen Versorgung der Kinder und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern gemacht: Um die flächendeckende, wohnortnahe Versorgung mit Kinderärzten auch in Zukunft abzusichern, wurde eine Vereinbarung zur Förderung der ambulanten Weiterbildung für dieses Fachgebiet abgeschlossen.

Die Vereinbarung sieht vor, dass niedergelassene Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, die einen Kollegen zu Ausbildungszwecken anstellen, einen Zuschuss zu den Gehaltskosten in Höhe von monatlich 3.500 Euro für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten erhalten können. Dieser Betrag wird sich in absehbarer Zeit nach Maßgabe bundesrechtlicher Rahmenregelungen voraussichtlich noch einmal erhöhen.


„Ein Viertel der ambulant tätigen Kinderärzte ist bereits über 60 Jahre alt und steht unmittelbar vor der Frage, wie die Praxisnachfolge gestaltet werden soll", sagt Axel Rambow, Vorstandsvorsitzender der KVMV. „Wir haben bereits jetzt Probleme, freiwerdende Praxen nachzubesetzen und sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf, um die Situation beim kinderärztlichen Nachwuchs zu verbessern, damit die kleinen Patienten auch zukünftig wohnortnah eine medizinische Grundversorgung erhalten können."

Ausgangspunkt für die Vereinbarung zwischen der AOK Nordost und der KVMV war die vom Sozialministerium M-V initiierte Regionalkonferenz zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Vorpommern-Greifswald am 10. Juli 2015, bei der insbesondere auch ein dringender Handlungsbedarf im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin identifiziert wurde. Neben der Förderung der Weiterbildung haben sich die AOK Nordost und die KVMV auch darauf verständigt, weitere Maßnahmen zur flächendeckenden Sicherstellung der kinderärztlichen Versorgung zu verfolgen. Hierbei geht es zum einen um die Förderung der Kooperation zwischen Hausarztpraxen und Kinderärzten im ländlichen Raum sowie um Verbesserungen im Bereich der Notfallversorgung außerhalb der Sprechzeiten.


„Unsere Vereinbarung knüpft an die Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin an. Diese hat sich bereits seit vielen Jahren bewährt und zu einem deutlichen Anstieg der Zahlen beim hausärztlichen Nachwuchs in Mecklenburg-Vorpommern geführt", sagt Harald Möhlmann von der AOK Nordost. „Gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendmedizin und der KVMV sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass dieses Modell auch auf die Kinderärzte übertragen werden sollte. Wir wollen unseren Versicherten weiterhin eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung anbieten und engagieren uns deshalb gern in diesem Bereich."„Damit ist es für unsere Kollegen endlich wirtschaftlich darstellbar, sich in der Weiterbildung unserer Praxisnachfolger zu engagieren. Wir freuen uns sehr darüber, dass es gelungen ist, diese wichtige Vereinbarung zu schließen", sagt Dr. Andreas Michel, Landeschef des Verbandes der Kinder- und Jugendmedizin.

Hintergrund: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zur Zeit 123 niedergelassene und angestellte ambulant tätige Kinderärzte. Etwa ein Viertel dieser Ärzte ist 60 Jahre oder älter. Gut die Hälfte der Kinderärzte ist 55 Jahre oder älter. Nach dem Abschluss des Studiums und der Approbation zum Arzt muss zum Erwerb der Facharztanerkennung „Kinder- und Jugendmedizin" noch eine fünfjährige Weiterbildung erfolgen, die mit Abschnitten im Krankenhaus und in den Praxen von Vertragsärzten absolviert werden kann. Die neue Vereinbarung sieht vor, dass Vertragsärzte, die sich an der Weiterbildung ihrer zukünftigen Kollegen beteiligen, einen Zuschuss zu den Gehaltskosten von monatlich 3.500 Euro erhalten, um dem Arzt in Weiterbildung ein angemessenes Gehalt zahlen zu können. Dies entspricht der bereits seit Jahren etablierten, gesetzlich geregelten Förderung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Diese hat zusammen mit weiteren Fördermaßnahmen in M-V zu einem deutlichen Anstieg der Ärzte in Weiterbildung geführt. 


 

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