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Expertentipp der AOK Nordost zu Babyblues und Wochenbettdepression

Wenn junge Mütter den Blues haben

Potsdam, 24. Mai 2019. Anlässlich des Tages der Frauengesundheit am 28. Mai spricht Janine Gerhardt, Ärztin in Weiterbildung am Institut für psychogene Erkrankungen der AOK Nordost, über den sogenannten Babyblues bei frischgebackenen Müttern und den Unterschied zur Wochenbettdepression.

Frau Gerhardt, was versteht man unter dem sogenannten Baby Blues?

Der Babyblues ist ein ganz häufiger Zustand, an dem bis zu 80 Prozent der jungen Mütter leiden. Er tritt meist um den dritten Tag nach der Geburt auf. Die Frauen bekommen auf einmal starke Stimmungsschwankungen, sie weinen viel ohne ersichtlichen Grund, machen sich viele Sorgen um das Kind, aber auch um die eigene Gesundheit, leiden unter Schlafstörungen, Appetit- und Antriebslosigkeit. Schuld ist ein Hormonabfall (Östrogen). Der Babyblues verschwindet in der Regel nach etwa zwei Wochen von selbst und ist nicht behandlungsbedürftig. Wenn die Symptome länger anhalten oder sich verschlimmern, sollte die junge Mutter allerdings ärztlichen beziehungsweise therapeutischen Rat suchen.

Was hilft gegen den Babyblues?

Der Babyblues kann nicht verhindert werden, da die jungen Mütter im Prinzip ihren Hormonen ausgesetzt sind. Aber es würde den Frauen sehr helfen und ihnen Scham und Schuldgefühle ersparen, wenn sie sich dessen bewusst wären. Deshalb ist es wichtig, sie darüber aufzuklären und ihnen klarzumachen, dass das ein ganz häufiges Phänomen ist. Das setzt aber voraus, dass das Fachpersonal – Hebammen, Gynäkologen oder auch Kinderärzte – für das Thema sensibilisiert ist und die Frauen aktiv darauf anspricht. Betroffene Frauen finden auch in Schwangerenberatungsstellen fachkompetente Ansprechpartner. 

Was unterscheidet den Babyblues von der Wochenbettdepression?

Die Symptome sind auf den ersten Blick ähnlich. Bei der postpartalen Depression, auch Wochenbettdepression genannt, sind sie allerdings extremer ausgebildet. Dort entwickeln sich Ängste und Sorgen zu regelrechten Zwangsgedanken, die im schlimmsten Fall im Suizid enden. Die Wochenbettdepression manifestiert sich im Unterschied zum Babyblues frühestens nach einem, manchmal auch erst nach drei bis vier Monaten und muss auf jeden Fall therapeutisch behandelt werden. Betroffene Frauen können sich an Psychosoziale Beratungsstellen, den Sozialpsychiatrischen Dienst oder, wenn sie bei der AOK Nordost versichert sind, an das Institut für psychogene Erkrankungen wenden. Dort bekommen sie schnell einen Termin für eine Erstsprechstunde.

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Telefon: 0800 265080- 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de