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Erkältungskrankheiten wieder auf dem Vormarsch

Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass sich der Schutz vor Infektionen durch die Lockerungen deutlich abgeschwächt hat: Im Mai lief die Bundesnotbremse mit konkreten Obergrenzen und Einschränkungen aus, viele Kontaktbeschränkungen wurden seither gelockert, auch die Kitas wurden wieder für alle Kinder geöffnet.

AOK-Krankmeldungs-Analyse: Lockerungen schwächen Infektionsschutz ab

Potsdam, 10. August 2021. Nicht nur die Corona-Fallzahlen steigen seit Anfang Juli wieder, auch die während des Lockdowns bis Mai 2021 seltener gewordenen Infekte der oberen Atemwege sind wieder auf dem Vormarsch. Das hat eine Krankmeldungs-Auswertung der AOK Nordost auf Basis von anonymisierten Versichertendaten ergeben.

Seit Mai ähnlich viele Atemwegsinfekte wie in den Vorjahren

Für die Analyse wurden alle Krankmeldungen der AOK Nordost-Versicherten wegen eines Infekts der oberen Atemwege seit Jahresbeginn erfasst - und mit den Zahlen der Vorjahre verglichen. Ergebnis: Von Januar bis April meldeten sich 57 Prozent weniger Versicherte wegen einer Erkältung krank als im Mittel der Vorjahre.

Von Mai bis Mitte Juli dieses Jahres lag die Zahl der Atemwegsinfekte nur noch 15 Prozent unter dem Mittel der Jahre 2018 bis 2020 – trotz weiterhin bestehender Maskenpflicht in geschlossenen Räumen.

Das Ergebnis ist annähernd repräsentativ, weil in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fast jeder Vierte bei der AOK Nordost versichert ist. Über 350.000 Krankmeldungen flossen in die Analyse ein.

Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass sich der Schutz vor Infektionen durch die Lockerungen deutlich abgeschwächt hat: Im Mai lief die Bundesnotbremse mit konkreten Obergrenzen und Einschränkungen aus, viele Kontaktbeschränkungen wurden seither gelockert, auch die Kitas wurden wieder für alle Kinder geöffnet.

Allgemeinmediziner Dörner: Elementar wichtig, Impfbereitschaft zu erhöhen

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich Atemwegsinfekte derzeit fast wieder so stark verbreiten wie vor der Corona-Pandemie. Wenn wir gut durch die kalte Jahreszeit kommen wollen, ist es elementar wichtig, jetzt die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen, um hohe Corona-Infektionszahlen im Herbst zu vermeiden“ kommentiert Dr. Frank Dörner, Allgemeinarzt im AOK-Ärztehaus Centrum für Gesundheit die Ergebnisse der Datenanalyse.

Mitte März wenige Atemwegsinfekte – Ende Juni kaum noch Schutzwirkung

Wie sehr der Lockdown die sonst übliche „Winterwelle“ von Atemwegsinfekten ausbremste, zeigt sich exemplarisch in der Woche vom 8. bis 14. März 2021 (10. KW). In dieser Woche meldeten sich 4.068 AOK-Versicherte aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit der ärztlichen Diagnose Atemwegsinfekt krank. Im Mittel der Vorjahre meldeten sich in der gleichen März-Woche rund 15.700 Versicherte krank – 3,8-mal mehr als in diesem Jahr.

In der Woche vom 21. bis 27. Juni 2021(25. KW) hingegen zeigte sich kaum noch ein Unterschied zu den Vorjahren. 3.096 Krankmeldungen im Jahr 2021 stehen 3.418 Krankmeldungen im Vorjahresmittel gegenüber. Eine Schutzwirkung vor Atemwegsinfekten durch die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen ist kaum noch zu erkennen.

AOK Nordost-Versicherte nutzen vermehrt digitale Kontaktkanäle

Auch wenn die Anzahl der Atemwegsinfekte derzeit fast wieder genauso hoch ist wie vor Beginn der Corona-Pandemie – in einem anderen Bereich zeigen sich dauerhafte Änderungen. Seit Beginn der Pandemie haben über 100.000 Versicherte der AOK Nordost die App „Meine AOK“ heruntergeladen und sich für die Nutzung registriert. Die Zahl der über diese App eingereichten Dokumente verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr - auf zuletzt rund 2.500 Dokumente pro Tag. Dieser Wert bleibt hoch, auch wenn in ausgewählten Service-Center persönliche Beratung wieder möglich ist. 

„Über die digitalen Kontaktkanäle können unsere Kundinnen und Kunden rund um die Uhr mit uns in Kontakt treten. Viele Anliegen unserer Versicherten können wir auf diesem Kontaktkanal sogar schneller lösen“, sagt AOK Nordost-Vorstandschefin Daniela Teichert.

Hinweis für die Redaktionen

Für die Datenanalyse hat die AOK Nordost die Arbeitsunfähigkeits-Fälle ihrer krankengeldberechtigten Mitglieder für den Zeitraum Januar bis Juli 2018 bis 2021 wochenweise ausgewertet. Krankengeldberechtigt sind in der Regel Arbeitnehmer, Rehabilitanten, Empfänger von Arbeitslosengeld 1 und unter bestimmten Voraussetzungen auch Selbstständige.

Die Ergebnisse haben eine hohe Relevanz, denn die AOK Nordost ist in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 1,75 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher: Matthias Gabriel
Telefon: 0800-265 080 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de
Internet: www.aok.de/nordost/presse