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Digitale Vernetzung von Arztpraxis und Pflegeheim bringt Vorteile für alle Beteiligten

Eine elektronische Pflegedokumentation, auf die Hausarzt und Pflegeheim gemeinsam zugreifen können, fördert die Kooperation von Ärzten und Pflegepersonal, verbessert die Versorgungsqualität und entlastet die Mitarbeiter.

Pilotprojekt „Vernetzte ärztliche Versorgung im Pflegeheim“

Berlin. 18. Juli 2016. Durch die zusätzliche digitale Vernetzung von Hausarztpraxis und Pflegeheim hat sich in einem Pilotprojekt des Bethanien Sophienhaus die Anzahl der Krankenhaustage je Bewohner im Jahr 2013 um 7,4 Tage verringert. Zudem ist der Anteil der Notfalleinweisungen um rund 15 Prozent zurückgegangen, wie ein aktuelles Forschungsvorhaben des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK Nordost zeigt.

„Eine elektronische Pflegedokumentation, auf die Hausarzt und Pflegeheim gemeinsam zugreifen können, fördert die Kooperation von Ärzten und Pflegepersonal, verbessert die Versorgungsqualität und entlastet die Mitarbeiter“, stellt die Hausärztin Irmgard Landgraf fest.

Das GeWINO hat das Pilotprojekt „Vernetzte ärztliche Versorgung im Pflegeheim“, das von der Fachärztin für Innere Medizin, Irmgard Landgraf, gemeinsam mit dem Pflegeheim Bethanien Sophienhaus in Berlin-Steglitz initiiert wurde, im Rahmen eines Forschungsvorhabens begleitet.

Kommunikation zwischen Arzt und Pflegepersonal verbessern

Seit 1999 versorgt Irmgard Landgraf im Rahmen des „Berliner Projektes – Die Pflege mit dem Plus“ mehr als 100 Bewohner im Pflegeheim Bethanien Sophienhaus. Rund ein Drittel davon ist bei der AOK Nordost versichert. Im Rahmen ihrer hausärztlichen Tätigkeit suchte sie nach einer Möglichkeit, die Kommunikation zwischen Arzt und Pflegepersonal zu optimieren.

Die von der Hausärztin entwickelte Lösung ist eine „virtuelle Visite“ im Pflegeheim, bei der sie die digitale Pflegedokumentation gemeinsam mit dem Pflegeheim nutzt. Das Dokumentationssystem im Bethanien Sophienhaus ist dafür über einen gesicherten Zugang in der Hausarztpraxis verfügbar.

Durch diese seit 2001 praktizierte digitale Vernetzung kann sich die Internistin jederzeit - auch abends und am Wochenende - über den Zustand ihrer Patienten im Pflegeheim informieren. Das System ist für beide Seiten von Vorteil: Arzt und Pflegepersonal können sich online über Zustand und Veränderung der Gesundheit der Pflegebedürftigen austauschen und mit einer Anpassung der Therapie (beispielsweise Arzneimittelverordnungen) direkt darauf reagieren.

Vorteile digital vernetzter Pflegeheimversorgung

ÄrztePflegekräftePflegebedürftige
Frühzeitige InformationEinbindung in Diagnostik
und Therapie
Erhöhung der Therapie-
sicherheit
Schnelle Reaktionsmöglichkeiten bei
Verschlechterung der Gesundheit
Schnelle Umsetzung von
Therapieänderungen
Frühzeitiger Therapiebeginn
bei akuten Krankheiten
Gezieltere Vorbereitung von
Pflegeheimvisiten
Feste AnsprechpartnerRegelmäßige Visiten der
Hausärzte
Optimierte Koordination
fachärztlicher Leistungen
Entlastung bei Koordinierungs-
aufgaben
Erhöhung der Sicherheit
und des Wohlbefindens

Anteil der Heimbewohner mit Polymedikation gesunken

„Das Ergebnis des GeWINO-Forschungsvorhabens „Vernetze ärztliche Versorgung im Pflegeheim“ zeigt, dass sich bei den Patienten der Interventionsgruppe die Anzahl unterschiedlicher Wirkstoffgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe reduziert hat. Auch der Anteil der Heimbewohner mit Polymedikation konnte in der Interventionsgruppe fast in allen Jahren gesenkt werden und zudem reduzierten sich die Arzneimittelkosten.

Bei den Krankenhauseinweisungen waren in den Jahren 2012 und 2013 die Anzahl der Krankenhausfälle und die Krankenhaustage je Pflegeheimbewohner geringer als bei Patienten der Kontrollgruppe. In der von Frau Landgraf betreuten Interventionsgruppe gab es 2012 und 2013 rund 15 Prozent weniger Notfalleinweisungen in ein Krankenhaus als bei Pflegeheimbewohnern ohne digitales Vernetzungsmodell, die die Kontrollgruppe ausmachten“, erläutert GeWINO-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn.

144 Pflegeheime beteiligt

Die damalige AOK Berlin, heute AOK Nordost, hatte zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen schon in den 1990er Jahren zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und weiteren Krankenkassen sowie Kooperationspartnern das „Berliner Projekt“ ins Leben gerufen.

Für eine hochwertige medizinische Versorgung der Pflegebedürftigen gibt es interdisziplinäre Teambesprechungen, wöchentliche Heimvisiten sowie eine Rufbereitschaft für Notfälle. An dem Vertrag sind neben der AOK Nordost die IKK Brandenburg/Berlin, die BAHN-BKK und Siemens-BKK sowie Pflegeeinrichtungen beteiligt. Die ärztliche Versorgung ist in einem Vertrag zwischen den teilnehmenden Kassen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin geregelt.

In allen drei Bundesländern versorgen heute 191 Ärzte 5.646 AOK Nordost-Versicherte in 144 Pflegeheimen. Damit leistet die AOK Nordost einen wesentlichen Beitrag in der Versorgung von Pflegeheimbewohnern. Die Vernetzung der verschiedenen Leistungserbringer in den AOK Nordost Pflegeheimprogrammen führt, wie das ausgewertete digitale Vernetzungsmodell zeigt, zu einer verbesserten Versorgung von Pflegeheimbewohnern.

Die AOK Nordost plant daher neben dem Ausbau der Pflegeheimprogramme durch die Einbindung weiterer Versorgungspartner und die Gewinnung von Ärzten in ländlichen Regionen auch, die digitale Vernetzung in weiteren Heimen zu testen und zu evaluieren.

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Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Pressesprecherin Gabriele Rähse
Telefon: 0800 265 080 - 22202
presse@nordost.aok.de