Angebot anzeigen für:
Suche bei der AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Kontakt zu meiner AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Servicecenter werden geladen ...

Bessere Therapie durch mehr Kommunikation

GEMEINSAME PRESSEINFORMATION: Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern, AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern, Grypsnet Ärztenetz e.V.

Gemeinsames Medikationskonsil

Greifswald, 25.02.2016. Die AOK Nordost, die Kassenärztliche Vereinigung M-V und der Apothekerverband M-V e.V. sowie das Ärztenetz „Grypsnet“ e.V. haben in Greifswald ein gemeinsames Medikationskonsil gestartet. Dabei gehen die Beteiligten neue Wege bei der Arzneimittelversorgung und noch einen Schritt weiter, als der Gesetzgeber es im E-Health-Gesetz verlangt.

Tatsache ist: Gerade ältere Menschen müssen häufig viele verschiedene Medikamente gleichzeitig einnehmen. Nicht selten versuchen sie, mit zusätzlich gekauften Arzneimitteln ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Bei einer falschen Einnahme kann das zum Problem werden und den Therapieerfolg gefährden. Die Vertragspartner sehen hier einen großen Handlungsbedarf und haben daher gemeinsam das „Medikationskonsil Greifswald“ entwickelt. Ziel ist es, durch bessere Zusammenarbeit zwischen Vertragsärzten, Apothekern und Patienten unerwünschte Arzneimitteleffekte, die unter anderem durch Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten oder Doppel- und Mehrfachverordnungen verursacht werden, zu vermeiden.

„Wir sind davon überzeugt, dass eine Lösung dieses Problems nur gemeinsam und im Dialog gelingen kann“, sagt Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost. „Das Medikationskonsil ist ein innovativer Ansatz, um die Arzneimitteltherapien für die Patientinnen und Patienten zu verbessern.“ Die Teilnahme ist denkbar einfach: Wenn aus Sicht des Arztes die Medikation eines Versicherten der AOK Nordost überprüft werden sollte, verordnet er auf einem normalen Rezeptformular das Medikationskonsil. Dieses Rezept kann dann vom Patienten in einer am Vertrag mitwirkenden Apotheke in Greifswald eingelöst werden. Dort wird bei einem persönlichen Gespräch zwischen Patient und Apotheker die Gesamtmedikation erfasst. „Auf Basis dieses Gesprächs wird vom Apotheker ein individueller Medikationsplan mit pharmazeutischen Hinweisen und Empfehlungen erstellt. Dieser wird dann dem verordnenden Arzt zur Verfügung gestellt“, erklärt Axel Pudimat, Vorsitzender des Apothekerverbandes. Im Nachgang hält der Arzt, falls notwendig, Rücksprache mit weiteren Behandlern und entscheidet über eine Therapieanpassung. Abschließend wertet er die Ergebnisse gemeinsam mit dem Patienten aus.

„Wichtig für die behandelnden Ärzte ist, dass sie in dieser Gesamtaufstellung der Medikation auch über selbst gekaufte Arzneimittel des Patienten informiert sind. Liegen alle pharmazeutischen Fakten auf dem Tisch, können die behandelnden Ärzte eine bestmögliche Koordinierung der Medikation finden und ungewollte Arzneimittelnebenwirkungen weitestgehend vermeiden“, fasst Fridjof Matuszewski, stellvertretender Vorstand der KVMV, zusammen. Er erhoffe sich mit dem Medikationskonsil, die Therapietreue zu verbessern und letztlich die Lebensqualität der Patienten, trotz ihrer Erkrankung, zu erhöhen, ergänzt Matuszewski.

Das E-Health-Gesetz sieht dagegen vorerst nur den Anspruch auf einen papiernen Medikationsplan der Patienten vor, die kontinuierlich mehr als drei Medikamente gleichzeitig nehmen. Dieser Plan soll später auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Das Medikationskonsil fasst darüber hinaus die Informationen von Patient, Apotheker und behandelndem Arzt zusammen und findet durch die Zusammenarbeit individuelle Lösungen. Auch hinsichtlich der steigenden Arzneimittelausgaben ist das Projekt aus dem Nordosten nach Auffassung der Vertragspartner ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Das Medikationskonsil ist zunächst regional auf die Ärzte des Grypsnet in und um Greifswald begrenzt. Es wird von einem gemeinsamen Lenkungsausschuss begleitet, der auch die wissenschaftliche Auswertung sicherstellt. Hierbei soll analysiert werden, ob die Ansätze des Medikationskonsils geeignet sind, die Therapiesicherheit, die Zufriedenheit aller Beteiligten und die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung zu erhöhen. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Vertragspartner Ende 2016.

Ansprechpartner

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Markus Juhls, Pressereferent, Tel.: 0800 265080-41469, E-Mail: presse@nordost.aok.de

Kassenärztliche Vereinigung M-V
Kerstin Alwardt, Leiterin der Pressestelle, Tel.: 0385 7431209, E-Mail: presse@kvmv.de

Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Carsten Pelzer, Geschäftsführer, Tel.: 0385 512567, E-Mail: geschaeftsstelle@avmv.de

Grypsnet Ärztenetz e.V.
Fanny Kubasch, Projektkoordinatorin, Tel.: 03834 8193, E-Mail:  f.kubasch@grypsnet.de