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AOK-Nordost für verpflichtendes Zähneputzen an Kitas und Grundschulen

Gute Mundhygiene kann auch Covid-19 vorbeugen

Potsdam, 22. September 2020. In Berlin soll das Zähneputzen in den Kitas zur gesetzlichen Pflicht werden. Anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September sprechen wir mit Katja Kühler, Beratungszahnärztin bei der AOK Nordost, über den Sinn eines solchen Gesetzes und darüber, welche Rolle eine gute Mundhygiene bei der Prophylaxe von Covid-19 spielen könnte.

Frau Kühler, was sagen Sie als Zahnärztin zur Berliner Gesetzesinitiative?

Das ist sehr zu begrüßen. Es ist wichtig, mit einer guten Mundhygiene schon bei den Kleinsten anzufangen. Berliner Zahnärzte mussten 2019 etwa 34.000 kariöse Kinderzähne von AOK-versicherten Kindern bis sechs Jahre versorgen, das waren 700 mehr als 2018 und 6000 mehr als 2016. Solche Zahlen kann man nicht schönreden, indem man sagt: ‚Das sind ja nur die Milchzähne‘. Die Milchzähne sind die Platzhalter. Wenn sie nicht gepflegt werden und zu früh ausfallen, kommen auch die bleibenden Zähne nicht gut durch. Es gibt leider viele Kinder, deren Eltern das Zähneputzen zu Hause nicht oder nur unzureichend praktizieren. Für diese Kinder ist es gut, wenn sie in Kita und Grundschule an das Ritual des Zähneputzens gewöhnt werden. Irgendwann haben sie das verinnerlicht und putzen auch zu Hause die Zähne.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es schon ein entsprechendes Gesetz. Wie sind die Erfahrungen damit?

Damit alle Kitas und Grundschulen das tägliche Zähneputzen wirklich umsetzen, muss im Gesetz klar und deutlich formuliert sein: „Das Zähneputzen an den Kitas und Grundschulen ist gesetzlich verpflichtend.“ Das Gesetz für Mecklenburg-Vorpommern lässt hier zurzeit noch zu viel Interpretationsspielraum. Dementsprechend unterschiedlich wird es von den Einrichtungen ausgelegt. Manche sind der Auffassung, dass sie mit einem Ernährungstag ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Genüge nachgekommen sind. Da muss auf jeden Fall noch nachgebessert werden. An einigen Kitas und Grundschulen sind momentan die Räumlichkeiten gar nicht gegeben. Auch dafür müssen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.

Kann eine gute Mundhygiene Infekten vorbeugen, vielleicht auch Covid-19?

Im Prinzip ist der Mund die größte Eintrittspforte für Bakterien und Viren. Eine Studie in Wuhan hat das auch für Covid-19 nachgewiesen. Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass zwei Mal Zähneputzen am Tag hilfreich zur Vorbeugung vor Infekten ist. Die schaumbildenden Substanzen in der Zahncreme besitzen sogenannte virostatische Eigenschaften, das heißt, sie bremsen das Virus aus. Eine gute Mundhygiene beugt auch Plaque und Parodontitis vor und verhindert somit, dass sich im Zahnbelag oder in den Zahnfleischtaschen Viren und Bakterien ansammeln. Ein gesunder Mund ist ein natürlicher Schutz vor Viren und Bakterien. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass eine ordentliche Pflege des Mundraums auch vor Covid-19 schützen kann, auch wenn das wissenschaftlich noch nicht belegt ist.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de