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AOK Modellversuch „Praxis für außerklinische Beatmung“

Verbesserte Behandlung für Beatmungspatienten

27.11.2015

 

Berlin. Noch zu oft werden Beatmungspatienten aufgrund der nicht ausreichenden ambulanten Versorgung wieder ins Krankenhaus eingeliefert oder zum Teil länger beatmet als nötig, so Dr. Eckehard Frisch vom Centrum für Gesundheit der AOK Nordost beim Themenabend „Versorgungsbrüche – Brücken bauen für mehr Qualität in der Betreuung Schwerstkranker“ der Pflege-Zukunfts-Initiative e.V. Worin die Ursachen für diese qualitativ defizitäre Versorgung liegen und wie der AOK-Modellversuch „Praxis für außerklinische Beatmung“ die Versorgung verbessern will, stellte der Internist am gestrigen Donnerstag im Langenbeck-Virchow-Haus vor.

Die Zahl der Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause weiter künstlich beatmet werden müssen, steigt kontinuierlich. Gleichzeitig nimmt die Rate derer, die von einem Beatmungsgerät entwöhnt werden, ab. Experten haben in den vergangenen Jahren wiederholt darauf hingewiesen, dass die Behandlung dieser Patienten verbessert werden muss. „Unter anderem fehlt es an Kommunikation zwischen behandelndem Arzt, Pflegediensten, Therapeuten, Hilfsmittellieferanten und Angehörigen“, so Dr. Eckehard Frisch vom Centrum für Gesundheit der AOK Nordost beim Themenabend der Pflege-Zukunfts-Initiative e.V. Der im Juni mit dem 1. Preis für das „Beste Abstract“ der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB) ausgezeichnete Modellversuch „Praxis für außerklinische Beatmung“ sorgt dafür, dass der jeweilige Patient die für ihn richtigen und wichtigen Hilfsmittel sowie eine „verzahnte“ optimale Behandlung und Betreuung unter Einbindung der versorgungsrelevanten Parteien erhält.

In der „Praxis für außerklinische Beatmung“ werden derzeit rund 150 Patienten versorgt. Die Betroffenen leiden häufig an einer Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), umgangssprachlich auch als „Raucherlunge“ oder „Raucherhusten“ bekannt, oder an neuromuskulären Erkrankungen, bedingt beispielsweise durch schwere Unfälle, eine Querschnittslähmung, einen Schlaganfall, Parkinson oder Multiple Sklerose.

Neben mindestens einem Hausbesuch pro Patient im Quartal durch einen beatmungserfahrenen Pneumologen und einer Atmungstherapeutin gehören die Erreichbarkeit an allen Werktagen und eine enge Zusammenarbeit mit allen an der Versorgung Beteiligten wie dem Hausarzt und beispielsweise Logopäden, Physiotherapeuten, Pflegediensten und Hilfsmittellieferanten zur Grundversorgung in dem auf zwei Jahre angelegten Modellversuch „Praxis für außerklinische Beatmung“. Diese qualifizierte und auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Behandlung führt auf lange Sicht nicht nur zur Verringerung der Behandlungskosten, sondern sorgt vor allem für eine bessere Lebensqualität und Stärkung der Selbstbestimmtheit bei den Betroffenen. Somit ist der AOK-Modellversuch „Praxis für außerklinische Beatmung“, der 2016 weitergeführt wird, beispielhaft für die zukünftige Versorgung von Patienten bei außerklinischer Beatmung, so Eckehard Frisch.

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