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Teilnahme an AOK-Curaplan Herz Plus verhindert Notfalleinweisungen und senkt deutlich das Sterberisiko

Gerade bei der Versorgung von chronisch Kranken kann die Telemedizin wertvolle Dienste leisten. Gutes Beispiel dafür ist das telemedizinische Versorgungsprogramm „AOK-Curaplan Herz Plus“. Einer internen Studie zufolge senkt die Teilnahme an dem Programm die Sterblichkeitsrate um ein Drittel. Mit dem Berliner Kardiologen Dr. med. Daniel Weinreich haben wir über die konkreten Vorteile, aber auch über die Grenzen einer telemedizinischen Betreuung von chronisch Herzkranken gesprochen.

Ärztliches Experteninterview zur telemedizinischen Versorgung bei Herzinsuffizienz

Herr Dr. Weinrich, ein Großteil der Patientinnen und Patienten in Ihrer Praxis leidet an einer Herzschwäche. Was sind die Herausforderungen bei der Versorgung?

Die größte Herausforderung ist die umfangreiche Aufklärung der Betroffenen. Das kostet viel Zeit und muss gegebenenfalls auch wiederholt werden. Denn eine erfolgreiche medizinische Versorgung steht und fällt mit der aktiven Teilnahme der Patientinnen und Patienten: Sie müssen ihr Gewicht kontrollieren und ihre Medikamente regelmäßig einnehmen. Außerdem sollten sie Symptome richtig einordnen können – damit sie bei Anzeichen einer drohenden Verschlechterung rechtzeitig den ambulanten Arzt aufsuchen und wir damit einen Krankenhausaufenthalt verhindern können.

Wie kann Telemedizin hier unterstützen?

Telemedizin ermöglicht eine engmaschige Kontrolle des Krankheitsverlaufes und unterstützt die Patientinnen und Patienten dabei, ihre Erkrankung im Blick zu behalten. Bei „AOK-Curaplan Herz Plus“ beispielsweise übermitteln sie täglich ihr Gewicht an ein Telemedizinzentrum. Wenn Auffälligkeiten auf eine Verschlechterung hinweisen, werden die Betroffenen sofort kontaktiert. Sie können dann schnell ihren Arzt aufsuchen. In vielen Fällen wird so ein Notfall mit Krankenhauseinweisung verhindert und das Sterberisiko deutlich verringert. Auch für mich als Arzt bringt es Vorteile: Es gibt viele Herzinsuffizienzpatientinnen und -patienten, die jahrelang stabil bleiben. Durch Telemedizin müssen sie nicht mehr so engmaschig in der Praxis vor Ort behandelt werden. Das erspart nicht nur ihnen, sondern auch mir wertvolle Zeit. Die kann ich dann für andere medizinische Aufgaben nutzen.

Wo sind die Grenzen der Telemedizin?

Ich habe nicht den Patienten vor mir, sondern nur seine erhobenen Daten – zum Beispiel Blutdruck oder Gewicht. Am Telefon kann ich nach dem generellen Befinden und bestimmten Symptomen fragen. Eine klinische Beurteilung oder eine Untersuchung beispielsweise des Herzens oder der Lunge ist jedoch nicht möglich. Und dann entwickelt man mit der Zeit auch ein gewisses Bauchgefühl im persönlichen Kontakt. Der direkte Patienten-Arzt-Kontakt bleibt also weiterhin notwendig.

Hintergrund

In Berlin und Brandenburg können AOK-Nordost-Versicherte mit chronischer Herzinsuffizienz an dem telemedizinischen Betreuungsprogramm „AOK-Curaplan Herz Plus“ teilnehmen. Das Programm besteht grundsätzlich aus zwei Säulen: einer individuellen telefonischen Beratung und Betreuung sowie einem telemedizinischen Monitoring. Zusätzlich zur ambulanten ärztlichen Versorgung erhalten die Versicherten eine telemetrische Waage und einen Monitor mit Sprachinterface zur Überwachung wichtiger Zeichen und Beschwerden der Herzinsuffizienz. Dazu ermitteln die Patientinnen und Patienten täglich Symptome und Zeichen der Herzinsuffizienz sowie ihr Körpergewicht. Diese Messwerte werden automatisiert an ein telemedizinisches Betreuungszentrum übermittelt. Wenn dort Frühwarnzeichen einer Verschlechterung erkannt werden, informiert das Zentrum schnellstmöglich den Patienten und den betreuenden niedergelassenen Arzt. „AOK-Curaplan Herz Plus“ wird von der AOK Nordost gemeinsam mit der Gesellschaft für Patientenhilfe und dem Unfallkrankenhaus Berlin durchgeführt. Aktuell werden 7.800 Patienten in dem Programm betreut. Versicherte, die an einer Teilnahme an "AOK-Curaplan Herz Plus" interessiert sind, wenden sich direkt an die kostenfreie Hotline der Gesellschaft für Patientenhilfe unter 0800 40407083. Die Hotline ist Montag bis Freitag in der Zeit von 09:00 - 17:00 Uhr erreichbar.

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080- 22202
presse@nordost.aok.de