Verwirrtheit nach einer Operation bei älteren Patienten entgegenwirken

Die AOK Niedersachsen unterstützt dabei, das Auftreten des Delirs besonders bei älteren Menschen nach Operationen zu vermeiden.

Ein älterer, stehender Mann lächelt eine sitzende, ältere Frau in einem Park an.© AOK

Inhalte im Überblick

    Was ist das Thema und wer ist betroffen?

    Delir – ein akuter Verwirrtheitszustand – tritt oftmals bei älteren Patienten auf, wenn diese aus einer Narkose erwachen. Es kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

    Wo?

    Die AOK Niedersachsen hat als erste Krankenkasse in Niedersachsen mit dem Elisabeth-Krankenhaus Thuine (EKT) im Verbund der Niels-Stensen-Kliniken einen neuen Versorgungsansatz vereinbart, um das Auftreten des Delirs besonders bei älteren Menschen bei einem Klinikaufenthalt zu vermeiden.

    Wie ist die Kooperation mit der AOK Niedersachsen?

    Der Qualitätsvertrag „Prävention des postoperativen Delirs bei der Versorgung von älteren Patientinnen und Patienten“ zielt darauf ab, die Versorgung dieser Patientengruppe im Krankenhaus mit speziellen Maßnahmen zu verbessern. So sieht das Behandlungskonzept unter anderem den Einsatz von sogenannten Delirguides vor, also einer festen Bezugsperson für die Betroffenen während des gesamten Krankenhausaufenthalts. Darüber hinaus werden besonders schonende Narkoseverfahren bevorzugt genutzt. Im Elisabeth-Krankenhaus Thuine der Niels-Stensen-Kliniken versucht man bevorzugt die Regionalanästhesie zu nutzen. Auf zusätzliche Sedierung wird fast vollständig verzichtet, so Dr. Christian Prause, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin sowie Projektleitung. Außerdem kommen auf den Stationen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz, um den Patientinnen und Patienten wieder eine rasche Orientierung im Alltag nach der Operation zu erleichtern.

    Warum?

    Bei einer frakturbedingten Hüft-OP erleiden zum Beispiel bis zu 60 Prozent der Patientinnen und Patienten über 65 Jahre ein postoperatives Delir. Wissenschaftliche Studien belegen, dass dies gravierende Folgen für die Betroffenen hat. Rund 40 Prozent der Betroffenen sind selbst nach einem Jahr noch stark eingeschränkt. Sie haben anhaltende Probleme im Alltag – infolgedessen werden viele Patientinnen und Patienten pflegebedürftig. Die AOK möchte mit den hohen Qualitätsanforderungen eine weitgehende Selbständigkeit der Betroffenen erhalten oder wiederherstellen. Über 550.000 Versicherte der AOK Niedersachsen sind 65 Jahre alt oder älter. Wenn es gelingt, die negativen Folgen eines Delirs zu verringern, hilft dies nicht nur älteren Patientinnen und Patienten, sondern auch allen anderen Versicherten der Gesundheitskasse.

    Zeitlicher Rahmen

    Im Elisabeth-Krankenhaus Thuine der Niels-Stensen-Klinken erhalten gefährdete Patientinnen und Patienten bis April 2023 nun die verbesserten Leistungen. Begleitend wird das Vorhaben gemeinsam mit dem IQTIG (Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen) wissenschaftlich ausgewertet. Diese Auswertung soll Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Umfang die Gesundheit der betroffenen Patientinnen und Patienten durch den Qualitätsvertrag verbessert werden konnte.

    Aktualisiert: 09.09.2021

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